PATTAYA, THAILAND – Mehr als 20 norwegische Bewohner einer Wohnanlage bei Pattaya haben bei den Behörden in Banglamung eine Beschwerde wegen angeblicher Rechtsverletzungen und Schikane durch den neuen Eigentümer eingereicht. Vertreterin der Gemeinschaft übergab Unterlagen zu über 50 Haushalten an das Bezirksamt und fordert dringenden Schutz sowie eine Prüfung durch staatliche Stellen.
Streit um Besitzrechte und Mietverträge
Die Wohnanlage Thai-Norway Resort Village im Unterbezirk Nongprue wurde ursprünglich von einem norwegischen Entwickler gegründet und richtet sich vor allem an pensionierte Norweger, die ihren Lebensabend in Pattaya verbringen wollten.
Da Ausländer in Thailand kein Land besitzen dürfen, erwarben die Bewohner lediglich die Häuser im Wert von etwa 3–4 Millionen Baht und schlossen parallel 30-jährige Pachtverträge für das Grundstück über mehr als 400.000 Baht, von denen nach rund 15 Jahren Aufenthalt etwa die Hälfte der Laufzeit verbleiben soll.
Machtwechsel und neue Verwaltung
Nach dem Tod des ursprünglichen norwegischen Projektentwicklers übernahm ein thailändischer Investor die Anlage und trat deren Verwaltung an, woraufhin nach Darstellung der Bewohner die Konflikte begannen.
Die Anwohner berichten von neu installierten CCTV-Kameras und Personal, das sie fotografiere und filme, angeblich aus Sicherheitsgründen, zudem sei eine juristische Person gegründet worden, die nun Gemeinschaftsgebühren von 3.500 Baht pro Haushalt bei mehr als 70 Häusern verlange.
Gebühren, Pool-Streit und Infrastruktur
Zu den weiteren Streitpunkten zählen ein gemeinschaftlicher Swimmingpool, der laut Bewohnern vernachlässigt wurde, wobei ihnen mitgeteilt worden sei, sie müssten gemeinsam 600.000 Baht zahlen, um ihn zu sanieren und wieder zu öffnen.
Auch die Wasserversorgung gilt als konfliktbeladen, da einige Häuser an offizielle Zähler angeschlossen seien, andere Grundwasser nutzen müssten und zusätzlich eine Gebühr von 70 Baht pro Einheit zahlen sollen, während Verkäufer von Häusern angeblich eine „Unterschriftsgebühr“ von 200.000 Baht entrichten müssten.
Sicherheit, Barrieren und Beschwerden
Die Bewohner kritisieren zudem große Bodenschwellen und fernbediente Eingangstore, für die nicht alle Zugangskarten erhalten hätten, sowie verschlossene Notausgänge und stillgelegte Aufzüge in oberen Stockwerken.
Nach Angaben der Gemeinschaft treffe dies insbesondere ältere und körperlich eingeschränkte Bewohner hart, die auf Aufzüge angewiesen seien und sich nun massiv in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt sehen.
Rolle der Behörden und nächste Schritte
Die Norweger haben nach eigener Darstellung bereits mehr als neun Beschwerden bei der Polizeistation Nongprue eingereicht, sehen bislang jedoch kaum Fortschritte und fürchten vor allem um die spätere Verlängerung ihrer Landpachtverträge, die über den Fortbestand ihrer Häuser entscheide.
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Peeraphong Sampru, stellvertretender Bezirkschef von Banglamung, nahm gemeinsam mit Vertretern des Land Department und der Gemeinde Nongprue die Unterlagen offiziell entgegen und erklärte, die Behörden hätten den Projektbesitzer bereits schriftlich zu einem Mediationsgespräch eingeladen, dieser sei jedoch nicht erschienen und habe damit eine Klärung bislang blockiert.
Angekündigte Ortsbegehung und Vermittlung
Behördenvertreter kündigten an, in der kommenden Woche eine Ortsbesichtigung in der Anlage durchzuführen, um die Sachlage zu prüfen und geeignete rechtliche Schritte zu bewerten.
Zugleich versicherten die zuständigen Stellen den Bewohnern, der Fall werde fair und im öffentlichen Interesse sowie im Einklang mit geltendem Recht behandelt, um eine Lösung für die betroffenen Haushalte zu finden.



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