PATTAYA, THAILAND – In Pattaya ist ein 37-jähriger Iraner in einer Apotheke festgenommen worden, weil er ohne Zulassung regulierte und nicht registrierte Medikamente verkauft haben soll. Die Ermittler beschlagnahmten dabei eine größere Menge mutmaßlich gefälschter und nicht zugelassener Präparate, darunter auch pflanzliche Schmerzmittel und Potenzprodukte.
Zugriff nach Undercover-Kauf
Nach Angaben der Touristenpolizei Pattaya setzte die Polizei einen verdeckten Ermittler ein, nachdem Beschwerden eingegangen waren, dass ein ausländischer Mann ohne Qualifikation in einer örtlichen Apotheke Medikamente ausgegeben habe. Im Fokus standen damit öffentliche Sicherheit und die Einhaltung des Arzneimittelrechts.
Der Beamte kaufte in der Apotheke ein entzündungshemmendes Schmerzmittel des Typs Gofen 400. Dieses Präparat gilt als Arzneimittel, das ausschließlich von einem zugelassenen Apotheker abgegeben werden darf. Laut Ermittlern verkaufte der Verdächtige das Medikament persönlich für 95 Baht an den Undercover-Polizisten.
Nachdem der Kauf dokumentiert war, griffen die Einsatzkräfte zu und nahmen den Mann noch in der Apotheke fest.
Razzia deckt nicht registrierte Medikamente auf
Der Verdächtige wurde als Mr Seyed Mohammadreza Hossini, 37, iranischer Staatsbürger, identifiziert. Bei der anschließenden Durchsuchung der Räumlichkeiten stießen die Beamten auf weitere Arzneimittel, die nicht in Thailand registriert seien und von den Behörden als gefälschte Produkte eingestuft wurden.
Unter den beschlagnahmten Waren befanden sich laut Angaben der Einsatzkräfte auch pflanzliche Schmerzmittel sowie eine Schachtel Lovegra, ein Produkt, das Viagra ähnelt. Sämtliche sichergestellten Artikel wurden als Beweismittel gesichert.
Lizenz auf Ehefrau eingetragen
Eine behördliche Überprüfung ergab, dass die Apothekenlizenz auf das Unternehmen Lioran Co., Ltd. ausgestellt war. Als verantwortliche Betreiberin und rechtlich zuständige Apothekerin sei eine Ms Nan, die Ehefrau des Verdächtigen, eingetragen.
Bei der Befragung räumte Hossini nach Polizeiangaben ein, im Namen seiner Frau Medikamente verkauft zu haben. Seine Ehefrau sei zugelassene Apothekerin und Eigentümerin der Apotheke. Er selbst soll jedoch ohne eigene Registrierung hinter dem Verkaufstresen gestanden haben.
Mehrere Anklagepunkte gegen den Verdächtigen
Die Aktion wurde von Pol Lt Col Prabda Suksunthri, Chef der Tourist Police Sub-division 4, Division 2, Tourist Police Bureau 1, geleitet. Unterstützt wurde er von Pol Lt Col Phawit Chimphalee und Pol Lt Col Apichat Jarurak von der Touristenpolizei Pattaya sowie von Jirasan Meeratthanawat, einem leitenden Berufsapotheker beim Gesundheitsamt der Provinz Chonburi, und weiteren Polizei- und Pharmaziebeamten.
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Nach einem Bericht des Mediums Khaosod wird Hossini nun unter anderem beschuldigt:
• als Ausländer über seine arbeitsrechtlich erlaubten Tätigkeiten hinaus gearbeitet zu haben
• nicht registrierte Arzneimittel hergestellt, verkauft oder eingeführt zu haben
• sich als lizenzierter Apotheker ausgegeben zu haben, ohne entsprechende Registrierung oder Erlaubnis
• nicht registrierte pflanzliche Produkte hergestellt, eingeführt oder verkauft zu haben
Der 37-Jährige wurde den zuständigen Ermittlern übergeben. Gegen ihn laufen nun weitere strafrechtliche Schritte.
🗣 Wem kannst du noch vertrauen, wenn selbst die Apotheke wankt?
Eine Apotheke steht für Hilfe, Heilung, Sicherheit. Doch was, wenn genau dort ungeprüfte Mittel über den Tresen gehen?
Ist das ein Einzelfall – oder ein Warnsignal für ein größeres Problem im Tourismus-Alltag?
Sollten Apotheken in Hotspots strenger überwacht werden? Und wer kontrolliert eigentlich, wer hinter dem Tresen steht?



Die Apotheke wird sicher nicht schließen müssen, lediglich eine Geldstrafe wird fällig werden – in noch unbekannter Höhe. Die Apotheke läuft ja auf den Namen der thail.Apothekerin – somit i.O.
Über mögliche Schäden für “ echte Kunden “ ist ja auch nichts bekannt, auch nicht ob die beschlagnahmten Medikamente -ggf.außerhalb Thailands- überhaupt registriert sind. Im besten Fall haben sie dann – keine – Wirkung (+ schaden somit auch nicht). Aber auch das kann bereits zu Todesfällen führen, die ansonsten hätten vermieden werden können.