Austro Thai Bäckerei – Unsere Anfänge in Kenia

Austro Thai Bäckerei - Unsere Anfänge in Kenia
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Wie Mut, Handwerk und ein 40-Fuß-Container den Brotmarkt in Kenia veränderten

Es gibt Lebenswege, die sich nicht planen lassen – sie entstehen aus einem Moment heraus, aus Mut, Freundschaft und der Bereitschaft, alles auf eine Karte zu setzen. Mein Weg begann Mitte der 1990er-Jahre weit entfernt von Afrika, obwohl ich damals bereits als Executive Pastry Chef im renommierten Grand Regency Hotel in Nairobi arbeitete und kurz davorstand, meinen zweiten Zweijahresvertrag zu unterschreiben.

Ein Anruf änderte alles.

Ein guter Freund aus Österreich meldete sich mit einer Nachricht, die zunächst absurd klang: Die traditionsreiche Konsum-Bäckerei in Graz war insolvent, die Maschinen wurden zum Schrottpreis verkauft. Zwei Tage später saß ich im Flugzeug nach Graz – ohne Businessplan, aber mit einer klaren Vision.

In einer eiskalten Halle bei minus 15 Grad kaufte ich alles, was noch nicht von anderen Interessenten aus Osteuropa abtransportiert worden war: Backmaschinen, Regale, Bleche, Pumpen, Leuchtstoffröhren – sogar Bleche, auf denen noch Kipferlreste klebten. Innerhalb von drei Tagen musste alles verladen sein. Mit einfachsten Mitteln, einer Ameise, viel Handarbeit und der Hilfe eines spontan einspringenden Staplerfahrers wurde ein 40-Fuß-Container gefüllt.

Als dieser fragte, ob der „Schrott“ versichert und anschließend im Meer versenkt werde, antwortete ich:
„Nein – damit eröffne ich eine Bäckerei in Afrika.“

Er verzichtete auf seinen Lohn und sagte nur: „Ich wünsche dir Glück.“

Der Container legte eine außergewöhnliche Reise zurück: von eisigem Graz über Italien bis nach Mombasa – und weiter 660 Kilometer ins kenianische Hochland nach Nairobi. Beim Zoll reichte ein kurzer Blick: verschimmelte Kipferlbleche fielen aus dem Container, der Beamte sprang zurück, unterschrieb – und die Ware war freigegeben.

In einer gemieteten Halle mit Starkstrom, früher eine Tischlerei, wurden die Maschinen aufgebaut. Ein österreichischer Mechanikerfreund überholte sie vollständig. Ab Juni begann das Probebacken – mit Erfolg.

Am 16. Juni 1996 eröffnete ich einen nur sechs Quadratmeter großen Laden im Karen Shopping Centre. Was dann geschah, war ein Wendepunkt für den lokalen Markt: Zum ersten Mal seit der Kolonialzeit gab es in Nairobi eine echte Auswahl an hochwertigem Brot und Gebäck. Bis dahin dominierte fast ausschließlich Toastbrot den Markt – ein Erbe aus der Zeit des Eisenbahnbaus durch die Briten um 1890.

Ich begann allein, bildete zunächst meinen Gärtner aus, später weitere Mitarbeiter. Handwerk, Qualität und Ausbildung standen im Mittelpunkt. Trotz politischer Unsicherheiten, Sicherheitsproblemen und vieler Rückschläge entwickelte sich die Bäckerei in den folgenden vier Jahren zur größten Qualitätsbäckerei Kenias.

Der internationale Weg setzte sich fort:

Erste Verbindungen nach Thailand entstanden über persönliche Kontakte, unter anderem beim Songkran-Fest in der Residenz des thailändischen Botschafters in Kenia. Über die German Business Association – zunächst als Mitglied, später im Vorstand – wuchs ein Netzwerk, das bis heute Bestand hat.

Diese Geschichte ist kein Märchen

Sie ist der Beweis, dass unternehmerischer Mut, handwerkliche Qualität und die Bereitschaft, Risiken einzugehen, Märkte verändern können – selbst unter schwierigsten Bedingungen.

Manchmal beginnt Erfolg nicht mit Kapital oder perfekten Rahmenbedingungen, sondern mit einer Idee, einem Container und dem festen Glauben daran, dass es funktionieren kann.

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