Bahnstrecke nach 30 Toten wieder freigegeben

Bahnstrecke nach 30 Toten wieder freigegeben
Bangkok Post

NAKHON RATCHASIMA, THAILAND – Nach dem tödlichen Einsturz eines Baukrans im Bezirk Sikhiu ist der Zugverkehr auf der Nordost-Strecke nach umfassenden Sicherheitsprüfungen wieder angelaufen.

Bahnstrecke nach Inspektionen freigegeben

Die State Railway of Thailand (SRT) hatte den Abschnitt zwischen Kaeng Khoi, Pak Chong und Nakhon Ratchasima seit dem Unfall am 14. Januar gesperrt. Bei dem Unglück kamen 30 Menschen ums Leben, 69 Personen wurden verletzt.

Laut SRT-Interims-Gouverneur Anan Phonimdaeng wurden die beschädigten Gleise instand gesetzt, darunter der Austausch von 20 Metern Schiene. Die Arbeiten seien am Freitag abgeschlossen und die Strecke nach abschließender Kontrolle freigegeben worden.

Züge fahren wieder durch Unglücksstelle

Am Samstagmorgen um 5 Uhr wurde der Abschnitt wieder für den Verkehr geöffnet. Der erste nordwärts fahrende Zug von Kaeng Khoi nach Khon Kaen passierte die Unglücksstelle um 7 Uhr, gefolgt von einer Verbindung Surin–Bangkok um 9.10 Uhr und dem Sonderzug Nr. 21 um 9.40 Uhr.

Landesweit wurden nach Angaben der Behörden die Sicherheitsvorschriften für Bauarbeiten in Gleisnähe verschärft, um ähnliche Vorfälle künftig zu verhindern. In Ban Thanon Kot im Bezirk Sikhiu sind Bauunternehmen weiterhin damit beschäftigt, Trümmer zu räumen und das Umfeld wiederherzustellen.

Von den 69 Verletzten befinden sich nach offiziellen Angaben noch 13 Personen im Krankenhaus.

Trauer, Beerdigungen und Streit um Entschädigung

Alle Leichname der Verstorbenen wurden an die Familien übergeben, damit Bestattungsriten stattfinden konnten. Die zunächst ausgezahlte Entschädigung beläuft sich auf 1,77 Millionen Baht pro Todesopfer.

Viele Angehörige halten diese Summe jedoch für unzureichend, insbesondere wenn die Verstorbenen Hauptverdiener waren. Der 80-jährige Anwohner Kitti Pinprachak, der ein Familienmitglied verloren hat, sagte, die Zahlung könne die Folgen nicht auffangen. „Das Geld mag einmal gezahlt werden, aber die Auswirkungen bleiben für immer“, wird er zitiert.

Juristen sehen Spielraum für weitere Ansprüche

Rechtsexperten betonen, dass zusätzliche zivilrechtliche Entschädigungsansprüche möglich sind. Kroekrit Chotthaphiphat, Vizepräsident der Volunteer Lawyers Unit des Nakhon Ratchasima Lawyers Council, erklärte, Betroffene könnten über die erste Zahlung hinaus weitere Forderungen stellen.

Solche Klagen können laut Kroekrit insbesondere folgende Punkte abdecken:
medizinische Kosten
Verdienstausfall
Unterhaltsleistungen für Familienangehörige

Polizei ermittelt, Unternehmen weist Gerüchte zurück

Die Polizei von Nakhon Ratchasima untersucht weiterhin die Unglücksursache. Pol Maj Gen Narongsak Phromtha erklärte, bisher seien mehr als 130 Zeugen vernommen worden, darunter verletzte Fahrgäste und technische Sachverständige.

Ziel der Ermittlungen sei es, den genauen Ablauf des Kransturzes sowie die verantwortlichen Parteien zu identifizieren. Spezialisten und Forensiker führen dazu zusätzliche Untersuchungen an der Unfallstelle durch.

Berichte zurückgewiesen

Das beteiligte Bauunternehmen Italian-Thai Development Plc (ITD) reagierte auf öffentliche Kritik und wies Berichte zurück, es prüfe rechtliche Schritte gegen den Staat. Sumet Surabotsophon, Senior Executive Vice President, betonte demnach, ITD werde mit der Regierung kooperieren und die eigenen Arbeitsabläufe verbessern, um künftige Vorfälle zu vermeiden. Sicherheit habe oberste Priorität, erklärte er laut Bangkok Post.

Trotz der Wiederaufnahme des Verkehrs sind Anwohner in der Umgebung der Strecke weiterhin gespalten, ob der Neustart zum jetzigen Zeitpunkt gerechtfertigt ist – die Ermittlungen laufen noch, und viele Familien fühlen sich bislang nur unzureichend entschädigt.

🗣 Wenn der Betrieb schneller ist als die Aufarbeitung

Die Schienen sind repariert. Die Züge fahren. Doch 30 Menschen sind tot, Dutzende verletzt – und viele Familien sagen, dass Geld keine Antwort ist.
Wie schnell darf Normalität zurückkehren, wenn die Ursachen noch nicht geklärt sind? Reichen technische Prüfungen, wenn Vertrauen zerstört ist? Und wer trägt Verantwortung, wenn Bauprojekte tödlich enden?
Schreib, was du darüber denkst. Denn Infrastruktur ist mehr als Beton und Stahl – sie ist auch ein Versprechen auf Sicherheit.

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Quelle: The Thaiger

Ein Kommentar zu „Bahnstrecke nach 30 Toten wieder freigegeben

  1. Geld ist keine Antwort und die Ermittlungen laufen noch. Warum sollte die Strecke deshalb nicht freigegeben werden? Es wurde zwar eine Umleitung eingerichtet, aber nur Richtung Norden. Wer nach Buriram, Surin und zur Endstation in Ubon Ratchathani wollte, musste sich was einfallen lassen, denn dorthin gibt es nur eine Strecke.

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