BANGKOK, THAILAND – Der Thai-Baht ist seit dem 28. Februar um 6% gefallen und notierte am 22. März bei ฿32,79 je US-Dollar. Bank of Thailand und Kasikorn Research Centre warnen: Zieht sich der Krieg mit Iran hin, drohen 2026 schwächeres Wachstum, mehr Inflation und neue Turbulenzen für Handel und Tourismus.
Baht unter Druck – Kurs rutscht weiter
Am Samstag lag der Baht bei ฿32,79 pro US-Dollar, nach einem deutlichen Rückgang der vergangenen Wochen.
Seit Ausbruch des Krieges am 28. Februar summierte sich die Abwertung auf 6%, und Analysten beobachten die nächsten Marken besonders aufmerksam.
KBank-Forscher sehen mögliches Ziel bei 35 Baht
Das Kasikorn Research Centre hält einen weiteren Rückgang für realistisch, falls der Konflikt andauert, und nennt ฿35 pro Dollar als mögliches Szenario.
Als Haupttreiber gelten weiter die Energiepreise, weshalb die Forscher auch von anhaltend hoher Volatilität an den Devisenmärkten ausgehen.
Notenbank stellt Wachstum 2026 infrage
Für die Bank of Thailand trat Chayawadee Chai-Anant, Assistant Governor for Corporate Relations, vor die Presse und warnte vor spürbaren Schäden für die Konjunktur, wenn der Krieg mehrere Monate dauert.
In einem solchen Fall könne das Wachstum 2026 deutlich unter die bisherigen Erwartungen rutschen und im Extrem sogar in Richtung 0,5% fallen, weshalb die Notenbank ihre Prognosen überprüft.
Öl, Lieferketten, Tourismus – Die drei Übertragungswege
Die Notenbank sieht mehrere Kanäle, über die der Konflikt die Wirtschaft trifft: steigende Ölpreise, mögliche Störungen in der Schifffahrt und damit höhere Kosten, die am Ende bei Firmen und Verbrauchern landen.
Zusätzlich könnten teurere Reisen und operative Probleme bei Logistik und Flugrouten den Tourismus bremsen, während eine schwächere Weltkonjunktur die Nachfrage nach Exporten dämpft.
Zwei Szenarien: Schnelle Beruhigung oder längere Schäden
Im günstigeren Szenario endet der Krieg laut Notenbank bis zum 1. Quartal 2026, die Lage in der Straße von Hormus entspannt sich, und der Ölpreis stabilisiert sich im Schnitt um 80 US-Dollar je Barrel.
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Im Basisszenario zieht sich die Störung bis ins 1. Halbjahr 2026, die wirtschaftlichen Folgen reichen bis ins zweite Halbjahr hinein, und die Notenbank verweist darauf, dass Schäden an Infrastruktur die Erholung länger bremsen könnten als beim Russland-Ukraine-Krieg.
Basisszenario: 100-Dollar-Öl und längere Störungen
Unter dem Basisszenario könnte Öl im Schnitt um 100 US-Dollar je Barrel liegen, während Lieferketten und Schifffahrt länger unter Druck bleiben.
Die Notenbank betont, dass zinsseitige Politik angebotsgetriebene Inflation durch Öl-Schocks nicht direkt „wegzaubern“ kann, aber reagieren müsste, falls sich Preisschübe in Nachfrage und Erwartungen festsetzen.
Volatilität bei 9% – Notenbank greift in den Markt ein
Die Bank of Thailand bezifferte die Schwankungsbreite am Devisenmarkt auf rund 9% und damit höher als in jüngeren Vergleichszeiträumen, wenn auch noch ohne Rekordniveau.
Um Unternehmen Planungssicherheit zu geben, intervenierte die Notenbank nach eigenen Angaben sowohl bei Aufwertungs- als auch bei Abwertungsphasen und überwacht zudem Aktivitäten rund um den Devisenhandel.
Regionale Lage – Baht schwach, Dollar stark
Chefökonom Burin Adulwattana vom Kasikorn Research Centre sagte, Volatilität und Abwertung hätten sich 2026 spürbar verstärkt: Der Baht schwankte bisher um etwa 9% und verlor rund 4% zum Dollar.
In Asien zähle der Baht damit zu den schwächeren Währungen und liege laut Analyse hinter dem südkoreanischen Won, während der starke Dollar die Importrechnung eines energieabhängigen Landes zusätzlich verteuert.
Inflation und Staatshaushalt: Weniger Spielraum für Entlastung
Die stellvertretende Geschäftsführerin Nattaporn Triratanasirikul rechnet damit, dass das Wachstum je nach Verlauf um 0,2 bis 0,7 Prozentpunkte sinken könnte, während Öl 2026 im Schnitt bei 75 bis 90 US-Dollar je Barrel liegen könnte, falls Störungen ein bis drei Monate anhalten.
In einem schweren Szenario mit Öl über 130 US-Dollar für mehr als drei Monate könnte die Inflation über das 3%-Zielband der Notenbank steigen, doch großflächige Subventionen seien wegen engerer fiskalischer Spielräume schwerer zu stemmen als in früheren Krisen.
Deine Meinung
Wie stark werden ein schwächerer Baht, teurere Energie und mögliche Flug- und Lieferkettenprobleme den Alltag von Auswanderern und Urlaubern in den kommenden Monaten tatsächlich verändern?
Welche Maßnahmen wären aus eurer Sicht sinnvoller: Devisenstabilisierung durch die Notenbank, gezielte Energiehilfen oder mehr Tempo bei der Neuaufstellung der Energiepolitik – und warum?



Sehe keinen Absturz des Bath, sondern nur eine längst fällige Korrektur!!!