BANGKOK, THAILAND – Die Zentralbank hat die Regeln für die Rückführung von Auslandseinkommen deutlich gelockert, um den Aufwertungsdruck auf den Baht zu dämpfen. Thailändische Unternehmen und Privatpersonen müssen Devisenerlöse künftig erst ab 10 Millionen US‑Dollar pro Transaktion zwingend ins Land bringen – bisher lag die Schwelle bei 1 Million US‑Dollar.
Neue Freigrenze für Exporterlöse
Nach Angaben der Bank of Thailand decken Transaktionen unter 10 Millionen US‑Dollar rund 92 Prozent des gesamten Exportwertes des Landes ab. Damit profitieren vor allem exportorientierte Unternehmen, die große Teile ihrer Umsätze in US‑Dollar erzielen.
Die Notenbank erklärte, die Maßnahme helfe, Aufwärtsdruck auf den Baht zu reduzieren. Exporteure könnten einen größeren Teil ihrer Dollareinnahmen im Ausland halten, ohne sie sofort in die Landeswährung tauschen zu müssen.
Ziel: Stabilerer Wechselkurs, geringere Kosten
Die gelockerten Regeln sollen nach Darstellung der Zentralbank mehrere Effekte haben:
• Unterstützung der Wechselkursstabilität des Baht
• Senkung der Kosten bei grenzüberschreitenden Zahlungen
• Mehr Flexibilität im Management von Fremdwährungseinnahmen und ‑ausgaben
Die Bank of Thailand betonte, die Änderung werde auch die Transaktionskosten bei Zahlungen über die Grenze verringern und Unternehmen mehr Spielraum bei der Steuerung ihrer Liquidität in verschiedenen Währungen geben.
Baht stärkste Währung in Asien
Der Baht hat seit Jahresbeginn rund 1,3 Prozent gegenüber dem US‑Dollar zugelegt und war damit laut Zentralbank die stärkste Währung Asiens. Im vergangenen Jahr stieg er sogar um etwa 9 Prozent zum Dollar.
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
Die Notenbank sieht die schnelle Aufwertung teilweise als nicht vollständig durch Fundamentaldaten gedeckt an. Die jetzige Lockerung ist Teil eines Maßnahmenpakets, mit dem eine übermäßige Baht-Aufwertung gebremst werden soll.
Goldhandel rückt in den Fokus
Zusätzlich prüft die Bank of Thailand Eingriffe in den Online-Goldhandel in Baht, um weiteren Aufwertungsdruck auf die Währung zu begrenzen.
Konkret erwägt die Zentralbank, Obergrenzen für täglich mögliche Goldtransaktionen über Online-Plattformen festzulegen. Vorgeschlagen wurde eine Spannbreite von 20 Millionen bis 100 Millionen Baht pro Tag.
Damit sollen große baht-denominierte Goldkäufe, die Kapitalströme und Wechselkurs zusätzlich beeinflussen könnten, gezielter begrenzt werden. Die Notenbank ordnete die geplanten Schritte in eine Reihe laufender Maßnahmen ein, die auf eine ausgeglichene und mit den Fundamentaldaten vereinbare Entwicklung des Baht abzielen.
🗣 Wenn eine starke Währung zur Gefahr wird
Ein starker Baht klingt nach Erfolg. Doch für Exporteure, Tourismus und Investoren kann er zum Gift werden.
Ist diese Lockerung ein kluger Schutz der Wirtschaft – oder ein stilles Eingeständnis, dass Thailand die Kontrolle über seine Währung verliert?
Soll der Markt entscheiden – oder muss die Zentralbank härter eingreifen?


