BANGKOK, THAILAND – Außenminister Sihasak Phuangketkeow hat Berichte zurückgewiesen, wonach der US-Botschafter Sean K. O’Neill beim Premierminister die Nutzung des Flughafens U-Tapao als Operationsbasis gegen Iran erbeten habe. Parallel bestätigt Bangkok Gespräche über die Evakuierung von mehr als 200 thailändischen Staatsbürgern aus Iran, deren Abreise über Land Richtung türkische Grenze geplant ist.
Gerücht um U-Tapao – Ministerium sagt klar Nein
Sihasak Phuangketkeow erklärte, bei dem Treffen am 4. März sei eine militärische Nutzung von U-Tapao für Angriffe auf Iran nicht Thema gewesen.
Besprochen worden seien stattdessen bilaterale Beziehungen, Lageeinschätzungen, Verhandlungen zu Importzöllen sowie Fragen der Verteidigungskooperation, so der Minister.
Was an den Sicherheitsabsprachen normal ist
Der Außenminister verwies darauf, dass Kooperationen rund um thailändische Flughäfen im Rahmen üblicher Sicherheitsabsprachen seit Langem existierten.
Dazu zählten etwa Überflugrechte und Betankungen, die Thailand nach eigenen Angaben mit vielen Staaten praktiziere.
Wo Bangkok eine rote Linie zieht
Eine Nutzung thailändischer Infrastruktur als Operationsbasis für Angriffe auf einen Staat, zu dem Thailand „gute Beziehungen“ pflege, sei jedoch nicht Teil der Politik, sagte Sihasak.
Damit positioniert sich Bangkok ausdrücklich gegen den Eindruck, in einen möglichen militärischen Konflikt hineingezogen zu werden, auch wenn sicherheitspolitische Routinekontakte fortbestehen.
Evakuierung aus Iran – Abfahrt aus Teheran über Land
Nach Angaben von Sihasak Phuangketkeow liefen Gespräche mit dem iranischen Botschafter in Bangkok zur Rückführung thailändischer Staatsbürger.
Im Fokus stehe die Evakuierung von mehr als 200 Thais in Iran, die aus Teheran über Land bis zur türkischen Grenze gebracht werden sollen.
Zeitplan bleibt geheim – Koordination mit mehreren Staaten
Ein Evakuierungsplan existiere bereits, Details zu Zeitpunkt und Ablauf könne man aber nicht offenlegen, erklärte der Außenminister.
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Bangkok koordiniere Sicherheitsfragen mit der iranischen Botschaft in Thailand und der thailändischen Botschaft in Iran und stehe zudem mit den USA und Israel zu Route, Tag und Details der Ausreise in Kontakt.
Humanitär, nicht militärisch – Thailands Vier-Punkte-Linie
Thailand betrachte die Evakuierung als humanitäre Angelegenheit, und die Route müsse frei von der Gefahr von Kämpfen sein, betonte Sihasak.
Die offizielle Linie laute: Sicherheit der eigenen Staatsbürger zuerst, Thailand sei keine Konfliktpartei, Bangkok setze auf diplomatische Verhandlungen statt Militär und orientiere sich an Völkerrecht sowie der UN-Charta.
Kritik an „Unklarheit“ – Minister kontert Experten
Der Minister räumte ein, dass es Kritik von Experten und früheren Amtsträgern gebe, die Thailands Position als zu wenig eindeutig bezeichneten.
Er widersprach: Thailands Haltung sei klar, ausgewogen und diene dem Schutz der nationalen Interessen, was aktuell vor allem die Sorge um mehr als 100.000 Thais in der Region bedeute.
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Ist Bangkoks Kurs zwischen sicherheitspolitischer Zusammenarbeit und klarer Distanz zu militärischen Operationen überzeugend, oder bleibt er trotz Dementi zu interpretierbar?
Welche Informationen sollten Regierung und Außenministerium bei Evakuierungen transparent machen, und wo beginnt aus Sicherheitsgründen notwendige Geheimhaltung in solchen Lagen?



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