Thailands Zentralbank senkt Leitzins
Was bedeutet das für Sie?
In einer einstimmigen Entscheidung hat die thailändische Zentralbank am Mittwoch den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf nun 1,5% gesenkt. Diese überraschende Maßnahme soll der angeschlagenen Wirtschaft unter die Arme greifen – besonders kleinen Unternehmen und Selbstständigen.
Warum die Notenbank jetzt handelt
Das Monetary Policy Committee (MPC) der Bank of Thailand begründete den Schritt mit der sich abschwächenden Konjunktur. Zwar bleibe das Wachstumsprognose für 2025 und 2026 weitgehend unverändert, doch aktuelle Entwicklungen geben Anlass zur Sorge: „Die US-Handelspolitik und rückläufige Touristenzahlen bei Kurzstreckenreisen werden die Wettbewerbsfähigkeit schwächen“, heißt es im offiziellen Bericht.
Besonders betroffen sind kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) sowie Selbstständige, deren Einkommen unter den aktuellen Bedingungen leiden. Gleichzeitig bleibt die private Konsumnachfrage schwach, was die Wirtschaft zusätzlich belastet. Die Zinssenkung soll nun frisches Geld in den Kreislauf bringen und die Kreditvergabe ankurbeln.
Inflation unter Kontrolle – vorerst
Interessant ist die aktuelle Inflationslage: Während die allgemeine Teuerungsrate niedrig bleibt – begünstigt durch gute Ernten und fallende Energiepreise – zeigt die Kerninflation ein stabileres Bild. MPC-Sekretär Sakkapop Panyanukul erklärt: „Die Preissenkungen sind nicht flächendeckend. Wir behalten die Entwicklung genau im Auge.“
Experten sehen in der Entscheidung einen Balanceakt. Einerseits soll die lockere Geldpolitik die Konjunktur stimulieren, andererseits darf die Inflation nicht außer Kontrolle geraten. Die Zentralbank betont, man werde die Auswirkungen der neuen US-Zölle und den Wettbewerb durch Importwaren genau beobachten.
Was bedeutet das für Verbraucher und Unternehmen?
Für die breite Bevölkerung könnte die Zinssenkung kurzfristig Erleichterung bringen:
✔ Günstigere Kredite für Hauskäufe und Investitionen
✔ Entlastung für verschuldete KMUs
✔ Belebung des Binnenkonsums
Doch es gibt auch Risiken: Sollte der thailändische Baht an Wert verlieren, könnten Importe teurer werden. Langfristig hängt die Wirkung der Maßnahme davon ab, ob das zusätzliche Geld tatsächlich in produktive Investitionen fließt – oder nur Spekulationen befeuert.
Die Zentralbank signalisiert mit diesem Schritt ihre Bereitschaft, notfalls weitere Maßnahmen zu ergreifen. Beobachter erwarten jedoch zunächst eine Phase der Beobachtung, um die Wirkung der aktuellen Entscheidung zu analysieren. Für die thailändische Wirtschaft beginnt nun ein entscheidender Herbst – die Weichen sind gestellt.



