KOH SAMUI, THAILAND – Auf der Urlaubsinsel Koh Samui untersucht die Stadtverwaltung mutmaßliche Unregelmäßigkeiten bei Baugenehmigungen, nachdem Hinweise auf gefälschte Regierungsdokumente aufgetaucht waren.
Aufruf an Eigentümer nach Social-Media-Post
Der städtische Jurist Pallop Meepian bat am 21. März öffentlich, dass Besitzer von Villen und anderen Gebäuden ihre Unterlagen zu Baugenehmigungen erneut prüfen.
Wer Auffälligkeiten finde oder Zweifel an Dokumenten habe, solle sich umgehend bei der Koh Samui City Municipality melden, weil bereits Fälle mit gefälschten amtlichen Papieren entdeckt worden seien.
Sorge um Hanglagen und Luxusvillen
Der Post stieß auf große Resonanz, viele Inselbewohner äußerten dabei ähnliche Befürchtungen zur Rechtmäßigkeit und Sicherheit mancher Bauprojekte.
Besonders im Blick stehen laut den Reaktionen Luxusvillen, die häufig Ausländern gehören und oft an Hängen oder in höher gelegenen Lagen errichtet werden, wo Statik und Bauausführung sensibler sind.
Bürgermeister bestätigt Ermittlungen und droht Konsequenzen an
Bürgermeister Ramnet Jaikwang bestätigte später, dass es sich nicht um ein Gerücht handelt und die Stadt nun Beweise zusammenträgt.
Wenn die Beweislage einzelne Personen belaste, werde strikt nach dem Gesetz vorgegangen, sagte der Bürgermeister und stellte rechtliche Schritte in Aussicht.
Anzeige wegen gefälschter Unterschrift und erste Treffer
Im Zusammenhang mit dem Verdacht wurde bekannt, dass am 20. Januar ein städtischer Beamter bei der Polizei auf Koh Samui Anzeige erstattet hatte, weil seine Unterschrift angeblich gefälscht worden sei.
Der Beamte habe erklärt, er habe niemanden bevollmächtigt, in seinem Namen zu unterschreiben, was Ermittlern nun eine konkrete Spur zu möglichen Urkundenfälschungen liefert.
Fast zehn verdächtige Genehmigungen und Geldforderungen im Raum
Nach Angaben aus Ermittlerkreisen hätten Inspektionen im Bezirk Koh Samui inzwischen fast zehn Baupermit-Fälle identifiziert, bei denen die „autorisierte Person“ die Dokumente nicht selbst unterzeichnet haben soll.
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Die Papiere seien mutmaßlich von niedriger eingestuften Mitarbeitern für Betreiber erstellt worden, verbunden mit angeblichen Zahlungen von rund 100.000 Baht pro Fall, wobei zugleich der Verdacht mitschwingt, dass so etwas kaum ohne Wissen „weiter oben“ laufen könne.
Rückblick auf Kontrollen 2024 bis 2025 und offene Verfahren
Schon in den Jahren 2024 bis 2025 prüfte eine Taskforce wegen Landbesetzung und Umweltschäden gemeinsam mit Behörden wie dem Internal Security Operations Command Region 4, dem Office of the Ombudsman und der National Anti-Corruption Commission Bauaktivitäten, Landbesitz und ausländisch geführte Geschäfte auf der Insel.
Dabei seien laut Berichten über 100 Gebäude aufgefallen, die mit rechtswidrig erteilten Genehmigungen in Verbindung standen, darunter Permits für Sperrgebiete oder solche, die gegen Umweltauflagen verstießen, und mehrere Verfahren laufen weiterhin bei NACC und Polizei.
Ähnliche Zweifel in Rayong nach chinesischem Aushang
Parallel sorgt auch in der Provinz Rayong ein Bauprojekt für Unruhe, weil Anwohner im Bezirk Ban Khai die Behörden zur Überprüfung der nötigen Genehmigungen drängen.
Auslöser war ein chinesischsprachiges Plakat an einer Baustelle für eine Fabrik in der Gemeinde, das Fragen nach Transparenz, Betreiberstruktur und formaler Zulassung aufwarf.
Deine Meinung
Die Fälle auf Koh Samui zeigen, wie schnell Vertrauen in Behörden kippt, wenn Bauen, Geld und Unterschriften in einem undurchsichtigen System zusammenkommen.
Sollten Genehmigungen und Baukontrollen auf Inseln mit starkem Tourismus strenger zentral überwacht werden, oder reicht harte Strafverfolgung vor Ort – was ist eure Meinung in den Kommentaren?



Mal ehrlich: wenn sich jemand seine Baugenehmigung mit gefälschten Papieren erschlichen hat, wird er sich wohl kaum freiwillig melden, oder?