Pattaya fordert Rotlicht-Zonen:
BBC-Doku zwingt Stadt zum Handeln
Die umstrittene BBC-Dokumentation „Thailand: The Dark Side of Paradise“ zeigt Wirkung: Pattayas Tourismusunternehmer fordern jetzt klare Regeln für Sexarbeit und Cannabis. Die Lösung: Ausgewiesene Rotlicht-Bezirke und streng kontrollierte Marihuana-Verkaufsstellen.
BBC-Doku als Weckruf für Pattayas Tourismus
Die am 8. September ausgestrahlte BBC-Dokumentation hat Pattayas Schattenseiten schonungslos offengelegt – und damit eine überfällige Debatte ausgelöst. Thanet Supornsahasrungsi, Präsident des Tourismusverbands von Chonburi, bestätigt: „Wir haben Probleme, aber wir arbeiten an Lösungen.“
Sein Vorschlag ist revolutionär: Legalisierung und Organisation der Sexarbeit in ausgewiesenen Rotlicht-Zonen. Gleichzeitig fordert er die Regulierung von Cannabis-Verkäufen – beschränkt auf medizinische Zwecke. Die Bhumjaithai-Partei, jetzt in der Regierung, soll umgehend handeln.
Pattayas Image-Wandel:
Von Sin City zu Family-Destination
Pattaya hat sich gewandelt: Neben der legendären Nightlife-Szene bietet die Stadt botanische Gärten, Wasserparks und Golfplätze für Familien. Doch das alte Image haftet an – und die BBC-Doku hat es verstärkt. Die Tourism Authority of Thailand (TAT) bleibt gelassen: Chiravadee Khunsub glaubt nicht, dass britische Touristen ausbleiben. Immerhin kamen in den ersten acht Monaten 2025 bereits 708.000 Besucher aus UK – viele davon Stammgäste.
Was genau fordern die Tourismus-Experten?
• Ausgewiesene Rotlicht-Bezirke mit legalisierter Sexarbeit
• Strenge Regulierung von Cannabis-Verkaufsstellen
• Verbesserte Sicherheit für Touristen gegen Betrug und Kriminalität
• Klare Trennung zwischen Erwachsenen- und Familienbereichen
Thanet argumentiert: „Regulierung schützt sowohl die Arbeiter als auch die Touristen.“ Illegale Aktivitäten würden zurückgedrängt, das Image der Stadt aufpoliert.
Bhumjaithai-Partei in der Pflicht
Die Bhumjaithai-Partei, die die Cannabis-Legalisierung vorantrieb, steht jetzt unter Beobachtung. Sie muss beweisen, dass sie Kontrolle ausüben kann – sowohl über Drogen als auch über die Sexindustrie. Pattaya will sein Image als sicheres Reiseziel retten. Die geplanten Maßnahmen könnten zum Vorbild für andere Tourismus-Hochburgen werden.
Die Debatte zeigt: Thailands Tourismus steht an einem Scheideweg. Entweder man lässt Dinge laufen wie bisher – oder man schafft klare Regeln, die allen nutzen. Pattaya hat sich entschieden: Transparenz statt Schattenwirtschaft. Ob das funktioniert? Die Welt wird es beobachten.



