BANGKOK, THAILAND – Nach Haftbefehlen des Criminal Court weigert sich der südafrikanische Finanzberater Ben Smith, nach Thailand zurückzukehren, während Ermittler ihn in den Vereinigten Arabischen Emiraten vermuten. Royal Thai Police prüft parallel eine mögliche Interpol-Fahndung, der Anwalt spricht von fragwürdiger Priorität und möglichem politischen Druck.
Haftbefehle und klare Ansage der Verteidigung
Der bekannte Strafverteidiger Witoon Kengngan sagte am 3. März vor Reportern, sein Mandant Ben Smith werde nicht nach Thailand reisen und stattdessen im Ausland bleiben.
Auslöser waren die in dieser Woche vom Criminal Court erlassenen Haftbefehle gegen Smith und seine Frau, die die Polizei zur Festnahme berechtigen, sobald sie thailändischen Boden betreten.
Mehrere Identitäten – eine Person im Visier
In den Gerichtsunterlagen taucht der Gesuchte unter mehreren Namen auf, darunter Benjamin Mauerberger und Benjamin Bauerberger.
Für Ermittler ist das nicht nur eine Formalie, sondern ein praktischer Hebel, um Fahndungs- und Vollstreckungsmaßnahmen eindeutig einer Person zuzuordnen.
Ermittler verorten das Paar in den Emiraten
Pol. Maj. Gen. Anek Taosupap von der Economic Crime Suppression Division bestätigte am 5. März, dass Smith bei einer Rückkehr nach Thailand festgenommen werde.
Die Polizei erklärte zudem, Smith und seine Frau hielten sich derzeit in den VAE auf, nannte aber weder Stadt noch Aufenthaltsdauer.
Interpol-Option – noch keine Bestätigung
Nach Angaben von Polizeiführung und Ermittlern werden Interpol Red Notices als Möglichkeit geprüft, um internationale Behörden auf den Aufenthaltsort des Verdächtigen aufmerksam zu machen.
Ob eine solche Notiz bereits offiziell beantragt wurde, blieb offen, weil die zuständigen Stellen nach eigenen Angaben zunächst rechtliche und operative Voraussetzungen prüfen.
Wirtschaftskriminalität – CIB und Spezialabteilung führen
Der Fall wird beim Central Investigation Bureau (CIB) unter dem Dach der Royal Thai Police geführt, operativ arbeitet die Economic Crime Suppression Division an der Akte.
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Diese Einheit ist auf Finanzdelikte spezialisiert, weshalb sie in komplexen Verfahren mit grenzüberschreitenden Geldflüssen, Dokumenten- und Transaktionsprüfungen regelmäßig die federführende Rolle übernimmt.
Anwalt spricht von politischem Faktor – ohne Belege
Verteidiger Witoon Kengngan monierte, das Verfahren laufe ungewöhnlich schnell und mit auffälliger Sichtbarkeit, was für ihn Fragen nach einer möglichen politischen Dimension aufwerfe.
Konkrete Belege legte er nicht vor, deutete aber an, die Verteidigung sehe Anzeichen dafür, dass aus einem Streitpunkt mit zivilrechtlichem Kern ein strafrechtlich priorisierter Fall gemacht werde.
Nähe zu Thamanat und die Reaktion aus der Politik
Im Hintergrund steht auch Smiths Bekanntschaft mit Vizepremier Thamanat Prompow, der in thailändischen Machtzirkeln als einflussreich gilt.
Thamanat stellte diese Woche jedoch klar, die nun verfolgten Vorwürfe seien zeitlich älter als seine Freundschaft mit Smith, während Premierminister Anutin Charnvirakul betonte, es handle sich ausschließlich um eine Angelegenheit der Polizei.
Neue Beweise – Details bleiben unter Verschluss
Die Behörden begründeten die Eskalation mit „zusätzlichen Beweisen“, machten aber weder die konkreten Vorwürfe noch die Art des Materials öffentlich.
Klar ist nur: Die Richter genehmigten die Haftbefehle nach Vorlage der Ermittlungsunterlagen, und die Polizei arbeitet weiter an Finanzunterlagen, Dokumenten sowie an möglichen weiteren Geschädigten und Beschwerden.
Deine Meinung
Wenn ein international vernetzter Finanzmann im Ausland sitzt und Thailand über Haftbefehl, Ermittlungsdruck und mögliche Interpol-Schritte nachlegt, wird der Fall zum Test dafür, wie transparent und sauber Wirtschaftsstrafverfahren hier geführt werden.
Sollte die Polizei mehr Details zu den Vorwürfen offenlegen, um Spekulationen über Politik und Prioritäten zu entkräften, oder gefährdet das die Ermittlungen – was meint ihr in den Kommentaren?



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