PAI, THAILAND – Im Touristenort Pai in der Provinz Mae Hong Son sind mehrere Tankstellen leergelaufen, nachdem Panikkäufe und mutmaßliches Horten die täglichen Liefermengen überrollt hatten. Diesel und Gasohol 91 waren zeitweise ausverkauft, was Reisen, Ausflüge und Rückfahrten Richtung Chiang Mai ausbremste.
Diesel weg, nur noch 95er an der Zapfsäule
Am 5. März meldeten Tankstellen in Pai, dass Diesel und Gasohol 91 aufgebraucht waren und zeitweise nur noch Gasohol 95 verkauft werden konnte.
Für Einheimische und Urlauber bedeutete das: Wer den falschen Tank hat oder eine längere Strecke plant, steht im Zweifel still oder muss Fahrten verschieben.
Über 10.000 Ausländer in Pai betroffen
Nach Angaben aus dem Distrikt hielten sich zu diesem Zeitpunkt mehr als 10.000 ausländische Besucher in Pai auf, die nun Schwierigkeiten hatten, Touren zu starten oder Treibstoff für die Rückreise zu bekommen.
Besonders problematisch wurde die Situation für Reisende, die ihre Heimfahrt oder Weiterreise nach Chiang Mai fest eingeplant hatten und plötzlich keinen passenden Sprit mehr fanden.
Zwei große Tankstellen, aber der Andrang frisst jede Lieferung
In Pai gibt es laut einer Quelle vor Ort im Kern zwei große Stationen, eine von PTT und eine von PT, die normalerweise den Großteil der Versorgung abdecken.
Obwohl Tanklaster zusätzliche Mengen zum lokalen Depot brachten, seien die Vorräte durch massenhaftes Tanken und Horten so schnell verschwunden, dass die Bestände praktisch täglich wieder auf Null liefen.
200-Liter-Fässer und der Verdacht auf Grenzschmuggel
Behörden stießen dem Bericht zufolge zudem auf Ortsfremde, die mit großen 200-Liter-Fässern anrückten, um Kraftstoff in ungewöhnlich großen Mengen zu kaufen.
Einige Käufer sollen angegeben haben, der Sprit sei für den Weitertransport zu bewaffneten ethnischen Gruppen jenseits der Grenze im Raum Pang Mapha bestimmt, darunter Shan– und Wa-Gruppen.
Behörden sagen – kein echter Mangel, sondern Panik
Die PTT-Station in Pai hatte zuvor öffentlich erklärt, es gebe ausreichend Kraftstoff für den normalen Verkauf und die Bevölkerung solle nicht hamstern.
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Auch Behördenvertreter betonten, es liege nicht grundsätzlich ein Versorgungsproblem vor, sondern das Panikverhalten in mehreren Orten lasse die Zapfsäulen jeweils schon im Tagesverlauf leer laufen.
Verbot von Kanistern trifft Knoblauchbauern hart
Im Distrikt Pang Mapha trafen staatliche Maßnahmen, die den Kauf in Behältern untersagen, ausgerechnet landwirtschaftliche Betriebe, die Treibstoff für Bewässerungspumpen benötigen.
Mehr als 1.000 Knoblauchbauern berichteten, Tankstellen hätten ihnen den Verkauf verweigert, wodurch unter der starken Tageshitze erste Pflanzen zu welken begannen und Beschwerden bei Medien sowie beim Gouverneur der Provinz landeten.
Grenzregion im Sog – auch andere Distrikte melden Engpässe
Trotz Appellen des Gouverneurs von Mae Hong Son und lokaler Distriktchefs, nicht in Panik zu verfallen, seien viele Bewohner weiter zu den Tankstellen geströmt.
Parallel habe es Berichte gegeben, dass bewaffnete Gruppen auf der Myanmar-Seite wegen der Lage ebenfalls Käufer über die Grenze schickten, wodurch auch in Khun Yuam und Mae Sariang Engpässe gemeldet wurden.
Deine Meinung
Wie sollte der Staat in Grenzregionen reagieren, wenn Panikkäufe, mutmaßliche Vorratskäufe und der Alltag von Tourismus und Landwirtschaft gleichzeitig kollidieren?
Welche Maßnahmen wären aus eurer Sicht fair, damit Reisende mobil bleiben und Bauern Treibstoff für Pumpen bekommen, ohne dass Großabnehmer den Markt leer kaufen?



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