BANGKOK, THAILAND – Die Royal Thai Police warnt vor einer erneut anziehenden Betrugswelle per Telefon und SMS, die sich trotz Razzien und Grenzdruck wieder im ganzen Land ausbreitet. 2025 summierten sich die Schäden laut einer internationalen Auswertung auf 115,3 Milliarden Baht, während Ermittler inzwischen von rund 70 Millionen Baht Verlust pro Tag sprechen.
Neue Zahlen, alte Gefahr
Die Royal Thai Police meldete am 19. März, dass die Zahl der Betrugskontakte auf thailändische Telefonnummern weiter steigt, obwohl es zu Jahresbeginn kurzzeitig weniger Fälle gab.
Die Behörden begründen den Alarm mit frischen landesweiten Daten und betonen, dass Aufklärung und Aufmerksamkeit der Bevölkerung weiterhin der wichtigste Schutzfaktor bleiben.
Milliardenverluste – und kaum Geld zurück
Eine nationale Einschätzung der Global Anti-Scam Alliance bezifferte den Verlust in Thailand im Jahr 2025 auf 115,3 Milliarden Baht.
Besonders bitter für Betroffene: Nur rund 29 Prozent der Opfer konnten laut Bericht überhaupt einen Teil ihres Geldes zurückholen.
So oft werden Menschen erreicht – Anruf vor SMS
Die Reichweite der Täter ist enorm, denn rund 68 Prozent der gemeldeten Betrugsbegegnungen liefen über Telefonanrufe, zusätzlich kamen in etwa 56 Prozent der Fälle SMS zum Einsatz.
Auch Social Media spielt eine große Rolle, wobei in den Berichten besonders häufig Facebook als Kontaktkanal auftauchte.
Wer betroffen ist – nicht nur Thais
Die Ermittler berichten, dass sich die aktuellen Anzeigen zunehmend auf Thailänder und Expats beziehen, also auch auf Ausländer, die im Land leben.
Damit wächst der Druck auf Behörden und Telekommunikationsanbieter, weil sich die Maschen längst nicht mehr nur an eine einzelne Bevölkerungsgruppe richten.
Warum Thailand im Visier steht – und wo Täter sitzen
Warum Thailand so stark getroffen wird, ist laut Behörden nicht eindeutig, doch viele Operationen liegen nach bisherigen Ermittlungen außerhalb des Landes, häufig mit Bezügen zu Myanmar, Laos und Kambodscha.
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Als Faktoren nennen Polizisten unter anderem das häufig hohe Vertrauen gegenüber Autoritäten und die Attraktivität von Zielpersonen, wenn finanzielle Reserven vermutet werden, während gleichzeitig die Haushaltsverschuldung im Land steigt.
Kambodscha im Fokus – und Zweifel an der Härte des Durchgreifens
In Kambodscha wurden zuletzt Standorte geschlossen und ausländische Arbeitskräfte aus mutmaßlichen Scam-Zentren zurückgeschickt, nachdem der internationale Druck auf die Szene gewachsen war.
Kritiker der Führung um Hun Sen und Premierminister Hun Manet bezweifeln allerdings, dass die Industrie tatsächlich zerschlagen wurde, und vermuten eher Symbolpolitik zur Entlastung gegenüber ausländischen Ermittlern.
Rekordreichweite – 173 Millionen Kontakte in einem Jahr
Neue Daten zeigen, dass Thailand zuletzt zum am stärksten anvisierten Markt Asiens wurde, mit rund 173 Millionen Betrugskontakten im vergangenen Jahr.
Davon entfielen etwa 39 Millionen auf Scam-Anrufe und rund 134 Millionen auf Scam-SMS, beide Werte lagen über den Vorjahreszahlen.
Scam-Fabriken, Automatisierung und SMS-Tricks
Die Polizei beschreibt viele Strukturen inzwischen als arbeitsteilig organisierte Scam-Fabriken mit festen Rollen, von Call-Teams über SMS-Versand bis zu Geldverschiebungen.
Besonders SMS werden schwerer zu filtern, weil Täter Texte mit Symbolen, ungewöhnlichen Zeichen oder Mischformaten so verändern, dass sie Sperrsysteme der Telekommunikationsanbieter eher umgehen.
Datenlecks, Maultierkonten und der einfache Grundsatz
Zusätzliche Gefahr entsteht laut Ermittlern durch Datenlecks, bei denen Telefonnummern mit Namen, E-Mails oder sogar Passwörtern in Umlauf geraten und damit gezielte, glaubwürdige Ansprachen erleichtern.
Die Polizei meldet eingefrorene Maultierkonten, verweist auf die nationale Cybercrime-Datenbank für Bürgerhinweise und nennt als technische Schutzmaßnahme das Sperren eingehender Auslandscalls, während sie zugleich den Merksatz wiederholt: nicht glauben, nicht hetzen, vor allem kein Geld überweisen.
Deine Meinung
Wie gut sind Telefon- und SMS-Schutzmaßnahmen in Thailand aus Deiner Sicht wirklich, und welche Rolle spielen dabei Telekom-Anbieter, Banken und Behörden?
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