NARATHIWAT / PATTANI / YALA – Eine beispiellose Serie von Explosionen hat in der vergangenen Nacht die drei südlichen Grenzprovinzen Thailands getroffen. Unbekannte Täter attackierten gleichzeitig elf Tankstellen der staatlichen PTT.
Minutenprotokoll einer Terror-Nacht
Gegen Mitternacht zum Sonntag, dem 11. Januar 2026, detonierten die ersten Sprengsätze. Insgesamt elf Tankstellen in den Provinzen Narathiwat, Pattani und Yala wurden zum Ziel.
Die Angriffe waren offenbar koordiniert und zeitgleich. In Narathiwat traf es fünf Standorte, in Yala vier und in Pattani zwei.
Betroffen waren Bezirke wie Cho-airong, Chanae und das besonders sensible Su-ngai Kolok an der malaysischen Grenze. Das Internal Security Operations Command (ISOC) bestätigte die Attacken.
Motiv der Täter bleibt im Dunkeln
Die ISOC-Regionalführung spricht von „böswilligen Akteuren“, die mit den Explosionen gezielt Unruhe stiften und wichtige Infrastruktur treffen wollten.
Tankstellen sind symbolträchtige Ziele. Sie versorgen nicht nur Autos, sondern sind auch wichtige Knotenpunkte des öffentlichen Lebens. Ein Angriff darauf trifft die gesamte Region.
Bisher bekannte separatistische Gruppierungen haben sich noch nicht zu den Anschlägen bekannt. Die Ermittler prüfen alle Möglichkeiten.
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Sicherheitskräfte übernehmen das Krisenmanagement
Sofort nach den Explosionen rückten Sicherheitskräfte in Massenstärke an. Die betroffenen Gebiete wurden abgesperrt und durchsucht.
„Das Gebiet ist unter unserer Kontrolle. Wir inspizieren alles genau, um die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten“, teilte das ISOC mit.
Sprengstoffexperten sind im Einsatz, um nach weiteren verdächtigen Gegenständen zu suchen. Die Schadensermittlung läuft auf Hochtouren.
Bevölkerung lebt in Angst
Für die Bewohner der ohnehin konfliktgeplagten Region ist dies ein weiterer Schock. Die Nacht der Explosionen hat tiefe Verunsicherung hinterlassen.
Die Behörden riefen die Bevölkerung auf, Risikogebiete zu meiden und offizielle Mitteilungen genau zu verfolgen. Die Angst vor weiteren Anschlägen ist allgegenwärtig.
Viele Tankstellen blieben am Morgen aus Sicherheitsgründen geschlossen. Dies führte lokal zu Versorgungsengpässen und langen Schlangen an anderen Stationen.
Experten warnen vor einer neuen Eskalationswelle
Sicherheitsexperten deuten die koordinierte Aktion als Zeichen einer professionellen und gut organisierten Gruppierung. Die gleichzeitigen Attacken erforderten präzise Planung.
Dies könnte den Beginn einer neuen, aggressiveren Phase des Konflikts markieren. Die Wahl der Ziele deutet auf einen Wirtschaftskrieg hin, der die Bevölkerung verunsichern soll.
Die thailändische Regierung steht unter Druck, eine schnelle Antwort zu finden. Premierminister Anutin Charnvirakul wurde umgehend informiert.
Was bedeutet das für die Region?
Die Anschläge sind ein herber Rückschlag für die ohnehin fragile Sicherheitslage in Südthailand. Sie gefährden auch die wirtschaftliche Entwicklung der Grenzregion.
Das Vertrauen der Bevölkerung in den Staat ist erneut erschüttert. Die Frage aller lautet: Wer hat die Anschläge befohlen – und was kommt als Nächstes?
Die Nacht der elf Explosionen wird als dunkles Kapitel in die Geschichte der Unruheprovinzen eingehen. Die Suche nach den Tätern hat höchste Priorität.
🗣 Wenn die Nacht zur Warnung wird
Elf Anschlagsorte. Drei Provinzen. Fast zeitgleich.
Das ist keine zufällige Gewalt – das ist ein Signal.
Doch an wen? An den Staat? An die Bevölkerung? An Investoren?
Ist der Süden auf dem Weg in eine neue Eskalationsphase –
oder erleben wir nur ein weiteres Kapitel eines nie gelösten Konflikts?
Was glaubst du: Abschreckung, Machtdemonstration oder politischer Druck?
Schreib, wie du diese Nacht einordnest.




Wir haben ja bisher das Glück, dass die Anschläge sich meist auf die umstrittenen Provinzen im Süden beschränken. Abgesehen von den Bombenanschlägen vom April 2015 auf Ko Samui und August 2015 auf Phuket und Hua Hin, sowie den gerade noch vereitelten Anschlägen vom Juni letzten Jahres auf Phuket und Krabi.
Es ist schon ein Trauerspiel sondergleichen, dass es den diversen Regierungen seit Verhängung des Kriegsrechts über die drei südlichen Provinzen im Jahre 2004 nach wie vor nicht gelungen ist diesen Aufstand zu befrieden. Und damit meine ich mit nicht militärischen Mitteln, welche seit rund 22 Jahren schon kläglich versagen. Dass es nicht reicht allein alle drei Monate das Kriegsrecht zu verlängern, ähnlich dem täglichen Stuhlgang, müsste das Verständnis dafür doch eigentlich langsam gewachsen sein.
Irgendwie erinnert mich das an den seinerzeitigen Aufstand im italienischen Südtirol. Die haben sich auch Jahrzehnte bekämpft und gebombt was das Zeug hielt. Auch da hat erst Ende der 60iger Jahre ein Staatsvertrag mit Österreich für die Provinzen Bozen und Trient wirklichen Frieden und in der Folge dann auch Wohlstand gebracht. Nur erscheint mir das hierzulande noch unerreichbar weit weg. Obwohl diese südlichsten Provinzen überwiegend von Malaien mit moslemischen Glaubens betroffen sind, erscheint es mir ziemlich unwahrscheinlich, dass die Thailänder mit Malaysia ähnliches verhandeln könnten wie seinerzeit die Italiener und Österreicher in Europa. Leider!