Facebook-Falle kostet Abt 120.000 Baht:
Mönch gesteht Fehltritt nach Erpressung
Fromme Fassade, bittere Wahrheit
In einem beispiellosen Fall von Cyber-Erpressung ist der angesehene Abt Prakhru Pratheep Watcharaporn aus Ayutthaya Opfer einer Callcenter-Bande geworden. Wie sich jetzt herausstellte, lockten ihn Betrüger über ein gefälschtes Facebook-Profil einer angeblichen Donut-Verkäuferin in eine Falle – mit schwerwiegenden Folgen.
So lief der Betrug ab
• 10-tägige Chats mit der falschen Verkäuferin
• Kompromittierende Aufnahmen wurden heimlich gemacht
• Erpressung: 120.000 Baht (~3.000 €) Lösegeld
• Täter flüchtig im Ausland, Polizei machtlos
„Ich bereue zutiefst, auf diesen Trick hereingefallen zu sein“, gestand der Abt unter Tränen vor dem Mönchsrat. Das kompromittierende Material entstand bereits im März 2024, kurz nach seiner Ernennung zum Distrikt-Obermönch von Ban Klueng.
Disziplinarverfahren läuft
Gemeinde gespalten
Während der Mönchsrat den Fall als „bereits gesühnt“ betrachtet (dreimalige pavāraṇa-Reinigungszeremonie), fordert ein Teil der Gemeinde seinen Rücktritt. „Sein Verhalten entehrt den Orden“, empört sich ein Anwohner. Doch die Klosterführung stellt klar: Ein freiwilliger Austritt sei die einzige Option – ein Ausschlussverfahren sei nicht vorgesehen.
Polizei im Zwiespalt
Obwohl der Abt Anzeige erstattete, gestaltet sich die Fahndung schwierig: Die Täter operieren mutmaßlich von Kambodscha aus. Dies unterstreicht erneut das transnationale Problem der Callcenter-Kriminalität in Südostasien.
Lehren aus dem Skandal
Der Vorfall löste eine Sensibilisierungswelle in thailändischen Klöstern aus:
✔ Strengere Social-Media-Richtlinien für Mönche
✔ Regelmäßige Warnungen vor Betrugsmaschen
✔ Medienkompetenz-Schulungen in Tempeln
Ein Fall, der die Verletzlichkeit selbst hoher Geistlicher im Digitalzeitalter zeigt – und die Dreistigkeit moderner Betrügerbanden.



