Chinesische Touristen kehren zurück

Chinesische Touristen kehren zurück
The Nation

BANGKOK, THAILAND – Zum chinesischen Neujahrsfest 2026 rechnet die Tourismusbehörde mit einem kräftigen Schub für Reisen und Konsum im ganzen Land.

Reiseboom zum Fest der Familie

Das chinesische Neujahr gilt in ganz Ostasien als Zeit der Familienzusammenkünfte, des Reisens und der hohen Ausgaben. In Thailand, mit seiner großen thai-chinesischen Gemeinschaft, ist diese Phase traditionell eine Hochsaison für Handel, Dienstleister und Tourismus.

Für das Fest vom 13. bis 22. Februar 2026 prognostizierte die Tourism Authority of Thailand (TAT) Gesamteinnahmen von 42,23 Milliarden Baht, rund 13 Prozent mehr als im Vorjahr.

Mehr Ausländer, leicht mehr Inländer

TAT-Gouverneurin Thapanee Kiatphaibool bezifferte die erwartete Zahl ausländischer Gäste in diesem Zeitraum auf 1,25 Millionen, ein Plus von 10 Prozent gegenüber 2025. Dieses Segment soll 35,48 Milliarden Baht bringen, ein Umsatzanstieg von 14 Prozent im Vergleich zu 31,16 Milliarden Baht im Vorjahr.

Im Binnenmarkt rechnete die Behörde mit 2,3 Millionen inländischen Reisen, 3 Prozent mehr als 2025. Daraus sollen 6,75 Milliarden Baht entstehen, ein Plus von 4 Prozent nach 6,255 Milliarden Baht im Vorjahr.

Hoffnungsträger chinesische Reisende

Nach Worten von Thapanee war die Dynamik im In- und Ausland zum Neujahrsfest ein positives Signal für die Erholung der Branche. „Die TAT ist bereit, 2026 mit Maßnahmen und Promotionen zusätzliche Einnahmen zu generieren und Geld in die Regionen zu tragen“, erklärte sie.

Gemeinsam mit der Association of Thai Travel Agents (ATTA) meldete die Behörde sehr gute Vorausbuchungen für den Festzeitraum. Treiber seien Trends rund um Stars und Künstler, gemeinsame Aktionen mit Fluggesellschaften sowie die Kampagne „Thailand Summer Blast“, die Charterflüge aus chinesischen Tier‑2- und Tier‑3‑Städten nach Thailand unterstützt.

Japan-Krise als Chance für Bangkok & Co.

Zusätzliche Impulse sieht die TAT in der Lage zwischen China und Japan. Chinesische Behörden ließen 49 Linienflugverbindungen nach Japan streichen und warnten ihre Bürger, Reisen dorthin – besonders über das Neujahrsfest – zu vermeiden.

Daten der Plattform Flight Master zeigen, dass die Stornorate auf der Luftstrecke China–Japan im Januar auf 47,2 Prozent stieg. Bis 26. Januar waren Flüge auf 49 Routen im Februar bereits gestrichen, darunter 113 Verbindungen zwischen dem Flughafen Peking Daxing und Kansai (Osaka) sowie 13 Flüge zwischen Shenzhen Bao’an und New Chitose (Hokkaido).

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Mehrere große chinesische Airlines wie Air China, China Eastern und China Southern verlängerten Kulanzregeln für Umbuchungen und Erstattungen bei Japan-Reisen bis 24. Oktober 2026 – ursprünglich galten diese nur bis 28. März 2026. Für Thailand entsteht damit zusätzlicher Spielraum, chinesische Gäste zu gewinnen.

Rückschlag für Japan, aber noch hohes Niveau

Laut der Japan National Tourism Organisation (JNTO) sank die Zahl chinesischer Besucher in Japan im Dezember 2025 auf 330.000, ein Rückgang von 45 Prozent gegenüber Dezember 2024.

Im Gesamtjahr 2025 kamen jedoch 9,09 Millionen chinesische Touristen nach Japan, 30,3 Prozent mehr als im Vorjahr. China war damit der zweitgrößte Quellmarkt, hinter Südkorea mit 9,46 Millionen Gästen. Es folgten Taiwan (6,76 Mio.), die USA (3,3 Mio.), Hongkong (2,51 Mio.) und Thailand (1,23 Mio.).

Thailands Bilanz 2025 und Ziel 2026

Das Tourismusministerium meldete für den Zeitraum 1.–25. Januar 2026 insgesamt 2,63 Millionen ausländische Besucher – 9 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Wichtigste Herkunftsmärkte waren China (301.000), Malaysia (236.000), Russland (223.000), Indien (189.000) und Südkorea (136.000).

Im Jahr 2025 verzeichnete Thailand 32,97 Millionen internationale Ankünfte, 7,23 Prozent weniger als 2024. Die Einnahmen aus dem Auslandstourismus erreichten 1.530 Milliarden Baht, ein Minus von 4,71 Prozent.

Größter Markt war Malaysia mit 4,52 Millionen Besuchern, gefolgt von China mit 4,47 Millionen. Dahinter lagen Indien (2,48 Mio.), Russland (1,89 Mio.) und Südkorea (1,55 Mio.).

Ehrgeizige Ziele

Für 2026 setzt die TAT ehrgeizige Ziele: 3.000 Milliarden Baht Gesamterlöse aus dem Tourismus, 11 Prozent mehr als 2025. Vorgesehen sind 36,7 Millionen Ausländer (+11 Prozent), die 2.000 Milliarden Baht beitragen sollen.

Die Inlandsreisen sollen auf 210 Millionen steigen, mit Einnahmen von 1.000 Milliarden Baht. 2025 lag die Gesamtbilanz bei 2.700 Milliarden Baht, 32,97 Millionen Auslandsbesuchern und 202 Millionen inländischen Reisen.

Großer Neujahrsauftritt der Handelsriesen

Auch der Einzelhandel rüstete für das Fest auf. Central Pattana, Betreiber der Central‑Einkaufszentren, und Central Retail legten ein gemeinsames Budget von 600 Millionen Baht für die Kampagne „The Great Chinese New Year 2026“ (#LuckyFireHorseAtCentral) auf.

Die Aktion läuft vom 30. Januar bis 1. März in mehr als 3.000 Filialen von Central Retail sowie im Esplanade Ratchada. Ziel sind Events und Promotionen für verschiedene Generationen, um Konsum und Tourismus im ersten Quartal zu stimulieren. Die Betreiber erwarten ein Besucherplus von 25 bis 30 Prozent.

Die Einkaufszentren werden als „Complete Destinations“ inszeniert, die Einkaufen, Gebete, Essen und Reisen an einem Ort verbinden. Zentrale „Tourist Malls“ für chinesische Gäste sind unter anderem CentralWorld, Central Park, Central Village Outlet, Rama 9, Phuket, Pattaya, Chiang Mai und Chiang Mai Airport.

Online-Strategie und „Power of Ecosystem“

Central kooperiert mit BEAUTRIUM, um Kampagnen auf der Lifestyle-Plattform Xiaohongshu und mit verschiedenen E‑Wallets zu fahren. Piyawan Leelasompop, Senior Executive Vice President Marketing bei Central Retail, hob die Bedeutung des Festes für die Wirtschaftsleistung im ersten Quartal hervor.

Daten der University of the Thai Chamber of Commerce (UTCC) zeigten 2025 während des Neujahrszeitraums über 51 Milliarden Baht an umlaufenden Mitteln, ein Zuwachs von 4,5 Prozent und der höchste Wert seit fünf Jahren. „Im Einklang mit den positiven Signalen, bei denen die TAT 6,7 Millionen chinesische Touristen anstrebt, sind wir überzeugt, dass das chinesische Neujahr ein zentraler Motor für ein starkes BIP-Wachstum im ersten Quartal ist“, sagte Piyawan.

Central und Central Pattana setzen auf die „Power of Ecosystem“, um Offline- und Online-Angebote über 3.000 Standorte in 62 Provinzen zu verknüpfen – von Kaufhäusern über Sport- und Elektronikmärkte bis zu Großhandels- und Baumärkten. Grundlage ist das „3C“-Modell: CELEBRATE – CHANGE – CHANCE.

Jahr des Feuerpferds als Bühnenbild

Ravisra Chirathivat, Managing Director Marketing der Central Department Store Group, beschrieb das Fest als kulturell und wirtschaftlich besonders bedeutsam. Die Erlebniswelten in den Häusern wurden am Motiv des „Jahr des Feuerpferds“ ausgerichtet.

„Das Highlight ist in diesem Jahr der Check‑in‑Landmark rund um das Feuerpferd im Central Chidlom. Er steht für Stärke, Freiheit, Entschlossenheit und Eleganz und schafft eine Atmosphäre, die Gäste dazu einlädt, besondere Momente festzuhalten und zu teilen“, sagte Ravisra.

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Quelle: The Nation

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