CHON BURI, THAILAND – In Chon Buri hat die Polizei einen russischen Staatsbürger festgenommen, der Bargeld abheben wollte, das Ermittler einem Callcenter-Betrugsnetz zuordnen. 198 Abhebungen in Na Jomtien summierten sich laut Behörden auf mehr als 4,6 Millionen Baht.
Auffällige Abhebungen brachten Ermittler auf die Spur
Die Provinzpolizei Chon Buri erklärte, man habe nach auffälligen Bewegungen ausländischer Personen an mehreren Geldautomaten im Raum Na Jomtien eine Razzia gegen eine mutmaßliche Callcenter-Gruppe gestartet.
Dabei registrierten die Beamten 198 ATM-Transaktionen mit einem Gesamtwert von über 4,6 Millionen Baht, die in kurzer Folge über mehrere Automaten gelaufen sein sollen.
Zwei Hotspots: Supermarkt und Convenience-Store
Nach Angaben der Polizei entfielen 93 Abhebungen mit rund 2,1 Millionen Baht auf einen Automaten vor einem Supermarkt am Eingang der Soi Na Jomtien 4.
Weitere 105 Transaktionen über etwa 2,5 Millionen Baht seien an einem Automaten vor einem Convenience-Store in derselben Gegend erfolgt.
Festnahme in Huai Yai: Verdächtiger am Automaten gestellt
Am 19. März nahmen Polizisten den 20-jährigen Russen Mark Zhambalov fest, als er an einem Geldautomaten vor einem Supermarkt im Unterbezirk Huai Yai im Distrikt Bang Lamung Bargeld abhob.
Als Beweismittel stellte die Polizei nach eigenen Angaben 96.000 Baht in bar, ein iPhone 13 sowie ein blaues Yamaha-NMAX-Motorrad sicher.
Welche Masche dahintersteckt – Polizei hält sich bedeckt
Die Ermittler teilten mit, das Geld stehe im Zusammenhang mit einem Betrugsdelikt, machten aber keine weiteren Angaben zu möglichen Opfern, Kommunikationswegen oder Hintermännern.
Gerade bei Callcenter-Scams spielen in der Praxis häufig sogenannte Mule-Accounts und schnelle Bargeldabhebungen eine zentrale Rolle, weil sich digitale Spuren so schneller verwischen lassen.
Anklagen und Strafrahmen nach thailändischem Recht
Laut Chalarm News wird dem Verdächtigen ein Verstoß gegen Section 269/5 des Strafrechts vorgeworfen, also die Nutzung der elektronischen Karte einer anderen Person in einer Weise, die dem Karteninhaber oder der Öffentlichkeit schaden kann.
Für diesen Vorwurf nennt der Bericht eine Höchststrafe von bis zu fünf Jahren Haft, bis zu 100.000 Baht Geldstrafe oder beides, zudem werde wegen Betrugs ermittelt, der mit bis zu drei Jahren Haft und bis zu 60.000 Baht Geldstrafe oder beidem geahndet werden kann.
Parallelen zu Pattaya – Schon im Februar gab es einen ähnlichen Fall
Erst im Februar war laut Berichten eine russische Frau in Pattaya zusammen mit einer thailändischen Frau festgenommen worden, nachdem beide beim Abheben von Bargeld aus mehreren Mule-Konten erwischt worden sein sollen.
Die jüngste Festnahme in Chon Buri zeigt, dass die Behörden bei verdächtigen Abhebungsmustern inzwischen gezielter hinschauen, während die Netzwerke hinter den Konten oft schwer greifbar bleiben.



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