BANGKOK, THAILAND – Eines der größten Militärmanöver Südostasiens geht Ende Februar in eine neue Runde: Mehr als 8.000 Soldaten aus 30 Ländern nehmen an der Übung Cobra Gold 2026 teil.
Die königlich-thailändischen Streitkräfte bestätigten, dass das Manöver vom 24. Februar bis 6. März auf thailändischem Boden ausgetragen wird. Die Übung findet bereits zum 45. Mal statt und ist für dieses Jahr als sogenanntes „Heavy Year“ ausgewiesen, also mit besonders umfangreichen Aktivitäten.
Gastgeber Thailand und USA im Mittelpunkt
Cobra Gold 2026 wird gemeinsam von der thailändischen Armee und dem US Indo-Pacific Command in Thailand ausgerichtet. Die Übung gilt als zentrales Instrument militärischer Zusammenarbeit in der Region.
Sieben Staaten treten als Kernmitglieder auf: Thailand, die Vereinigten Staaten, Singapur, Indonesien, Japan, Südkorea und Malaysia. Diese Länder stellen den größten Teil der Truppen und führen den überwiegenden Teil der Kernoperationen durch.
„Die Übung zielt darauf ab, die militärische Zusammenarbeit zu stärken und gemeinsame All-Domain-Operationen weiterzuentwickeln“, erklärten die königlich-thailändischen Streitkräfte.
Breite internationale Beteiligung
Neben den Kernnationen beteiligen sich weitere Länder in abgestuften Formaten. China, Indien und Australien schließen sich ausgewählten zusätzlichen Trainingsaktivitäten an.
Unter dem Rahmen des Multinational Planning Augmentation Team (MPAT) nehmen zehn weitere Staaten teil: Bangladesch, Kanada, Fidschi, Frankreich, das Vereinigte Königreich, Italien, Mongolei, Nepal, Neuseeland und die Philippinen.
Weitere zehn Länder entsenden Teams als Beobachter im Rahmen des Combined Observer Liaison Team (COLT): Brunei, Deutschland, Jordanien, Laos, die Niederlande, Pakistan, Saudi-Arabien, Schweden, Timor-Leste und Vietnam.
Übung für Krisen, Abschreckung und Zusammenarbeit
Das Manöver ist auf sogenannte Combined Joint All-Domain Operations ausgerichtet – also Abstimmung und Einsatz in allen Dimensionen: Land, See, Luft, Weltraum und Cyberraum.
Kernbausteine der Übung sind:
• ein Führungs- und Kontrollmanöver (Command and Control Exercise)
• humanitäre Hilfe und Katastrophenhilfseinsätze
• ein groß angelegtes Gefechtsfeldtraining (Field Training Exercise)
Gefechtsübungen von Landungsoperation bis Cyberabwehr
Das Gefechtsfeldtraining umfasst eine Reihe komplexer Szenarien. Geplant sind unter anderem amphibische Landungsübungen, Evakuierungen Nichtkombattanter, Scharfschussübungen sowie weitreichende Feuerunterstützung und maritime Schläge.
Hinzu kommen Luft- und Raketenabwehr, Abwehr von Drohnen, Gegenlandungsübungen sowie Ausbildung in Signalerfassung und -aufklärung (Signals Intelligence).
Die jährliche Ausrichtung in Thailand hat Cobra Gold zu einer der am längsten laufenden multinationalen Militärübungen in Südostasien gemacht. Für die teilnehmenden Staaten dient das Manöver als Plattform, Verfahren zu standardisieren und die Interoperabilität ihrer Streitkräfte zu erhöhen.
🗣 Übung für den Frieden – oder Generalprobe für den Ernstfall?
Amphibische Landungen. Raketenabwehr. Cyberkrieg. Evakuierungen. Cobra Gold ist längst mehr als Symbolik – es ist eine Simulation moderner Konflikte.
Stärkt dieses Mega-Manöver wirklich die Stabilität in Asien? Oder zeigt es vor allem, wie nah die Welt militärisch längst an neuen Frontlinien operiert?
Was denkst du: Abschreckung – oder schleichende Normalisierung des Ausnahmezustands?


