PATTAYA, THAILAND – Cyber-Ermittler haben in einem Luxus-Condominium in Pattaya zwei chinesische Staatsbürger festgenommen, die im Verdacht stehen, ein professionelles Online-Betrugsnetzwerk mit „Callcenter“-Struktur betrieben zu haben. Die Razzia am Abend des 30. Januar richtete sich gegen eine mutmaßliche Schaltzentrale für Kommunikationsabfang und Online-Betrug, die in einer sechsten Etage eines Wohnkomplexes eingerichtet worden war.
Zugriff im Luxus-Condo
Die Operation wurde von Pol Col Suphakorn Thanyakam, stellvertretender Kommandeur der CCIB Region 4, unter Anleitung von Pol Lt Gen Surapol Prembutr, dem Chef des Cyber Crime Investigation Bureau, koordiniert.
Beamte der CCIB, der Polizeistation Nongprue und der Immigration Police Region 3 vollstreckten mit einem richterlichen Durchsuchungsbeschluss die Razzia in einer Einheit in Moo 12.
Festnahme und Technikfund
In der Wohnung nahmen die Einsatzkräfte zwei chinesische Männer fest, identifiziert als Liu Meng, 39 Jahre, und Shao Zhong, 49 Jahre.
Der Raum war mit zahlreichen Mobiltelefonen übersät, auf deren Displays ununterbrochen chinesischsprachige Benachrichtigungen über die App Telegram eingingen, was die Ermittler in ihrem Verdacht eines laufenden Betrugsbetriebs bestärkte.
Beschlagnahmte Beweismittel
Die Beamten stellten nach eigenen Angaben 26 Mobiltelefone verschiedener Marken, zwei Huawei-Laptops, einen Internet-Router, vier Notizbücher mit Aufzeichnungen sowie 103.400 Baht Bargeld sicher.
Das gesamte Material wurde zur forensischen Auswertung durch spezialisierte Cyber-Ermittler an die zuständigen Fachabteilungen übergeben.
Schweigen zu Passwörtern
Bei der Befragung zu Passwörtern und Zugängen zu den Geräten verweigerten beide Beschuldigten konkrete Angaben und behaupteten, die Telefone würden ihnen nicht gehören.
Sie gaben an, die Zugangscodes nicht zu kennen, was aus Sicht der Ermittler den Verdacht erhärtete, dass sensible Daten und Kommunikationsspuren verschleiert werden sollten.
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Aussage der Verdächtigen
In ersten Vernehmungen bestritten die Männer, thailändische Opfer ins Visier genommen zu haben, und erklärten, die Technik sei genutzt worden, um chinesische Staatsbürger über gefälschte Investmentangebote und Romance-Scams zu betrügen.
Die mutmaßlichen Erlöse seien nach ihren Angaben direkt an einen unbekannten „Boss“ weitergeleitet worden, dessen Identität sie nach eigener Darstellung nicht kennen.
Zweifel der Ermittler
Die Ermittler der Cyber Crime Investigation Bureau zeigten sich angesichts von Widersprüchen zwischen Beweislage und Aussagen skeptisch gegenüber der Darstellung der beiden Festgenommenen.
Sie prüfen, ob die sichergestellte Infrastruktur auch für das Abfangen von Einmalpasswörtern (OTP) und andere Formen von Online-Betrug in einem größeren Netzwerk genutzt wurde.
Erste Anklagen nach Einwanderungsrecht
Zunächst leiteten die Behörden Verfahren nach dem Immigration Act ein, da sich bei der Überprüfung Unregelmäßigkeiten beim Aufenthaltsstatus ergaben.
Liu Meng wird vorgeworfen, sein Visum um mehr als 260 Tage überzogen zu haben, während Shao Zhong beschuldigt wird, entgegen Section 37 seine Adressänderung als Ausländer nicht angezeigt zu haben.
Weitere Ermittlungen gegen Netzwerk
Beide Beschuldigten sitzen in Haft und warten auf weitere rechtliche Schritte, während parallel die digitale Auswertung der Beweismittel läuft.
Die Cyber Crime Investigation Bureau versucht, mögliche Komplizen zu identifizieren, Verbindungen zu anderen Betrugsgruppen aufzudecken und Geldflüsse nachzuvollziehen, um Vermögenswerte aus mutmaßlichen Cyberdelikten zu sichern.
Teil einer größeren Offensive
Der Zugriff in Pattaya ist Teil einer anhaltenden Strategie der Strafverfolgungsbehörden, grenzüberschreitende Betrugsnetzwerke ins Visier zu nehmen.
Immer wieder nutzen solche Gruppen nach Angaben der Ermittler Condominiums und Villen in touristischen Hotspots wie Pattaya als unauffällige Basis, um Opfer weltweit digital zu schädigen.
💻 Betrug per Smartphone – wächst die Cybergefahr unaufhaltsam?
Dutzende Geräte, verdächtige Nachrichten und der Verdacht auf organisierte Online-Scams. Ermittler gehen davon aus, dass hinter solchen Operationen oft internationale Netzwerke stehen.
Sollten Behörden härter gegen Cybercrime vorgehen – oder brauchen potenzielle Opfer vor allem mehr Aufklärung?
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