SURAT THANI, THAILAND – Ein 35-jähriger Däne ist nach dem Diebstahl eines Safes mit Unterlagen zu Immobilien im Wert von rund 100 Millionen Baht festgenommen worden.
Festnahme auf der Flucht
Der Verdächtige, der als Nicklas Yunus Verlis identifiziert wurde, war am Montag am Kongka-Pier im Bezirk Muang in Krabi festgenommen worden. Nach Angaben der Polizei soll er dort versucht haben, das Land zu verlassen.
Zuvor hatte ein chinesischer Geschäftsmann auf Koh Samui Anzeige bei der Polizei von Bo Phut erstattet. Er meldete, dass aus seinem Haus ein Safe gestohlen worden sei.
Wertvolle Dokumente im Fokus
Bei der Festnahme stellten die Beamten sämtliche Unterlagen sicher, die aus dem Safe verschwunden waren. Nach Polizeiangaben handelte es sich unter anderem um:
• 11 originale Landtitelurkunden
• 7 originale Hausregistrierungsbescheinigungen
• 7 Villen-Genehmigungen
Die dazugehörigen Grundstücke und Bauprojekte auf Koh Samui sollen zusammen einen Wert von etwa 100 Millionen Baht haben.
Tatablauf auf Koh Samui rekonstruiert
Verlis wurde zur Polizeistation Bo Phut auf Koh Samui gebracht, dort verhört und wegen Diebstahls sowie Hehlerei angeklagt. Nach dem Verhör legte er laut Ermittlern ein Geständnis ab.
Er soll am Sonntag in das Wohnhaus des chinesischen Geschäftsmanns in Soi Khao Phra im Unterbezirk Bo Phut eingebrochen sein. Den gesamten Safe habe er aus dem Gebäude entfernt, auf ein gemietetes Motorrad geladen und zu einem Hotel im Unterbezirk Ang Thong gebracht.
Dort öffnete er nach Angaben der Polizei den Safe, behielt die Dokumente und warf den leeren Tresor anschließend unter Kiefern an einer Straße nahe dem Strand in der Nähe des Hotels weg. „Der Safe wurde später von Beamten an der beschriebenen Stelle aufgefunden“, erklärte Pol Lt Col Panumas Chookua, Ermittlungsbeamter der Station Bo Phut.
Zweifel an Aussage und unklare Motive
Die Ermittlungen ergaben, dass der Däne einen Flug vom Flughafen Krabi nach Bali gebucht hatte. Er soll zudem versucht haben, seinen Reisepass am Flughafen aufzugeben und in jüngerer Zeit bei Reisen auf Samui und Koh Phangan nur mit einer Passkopie unterwegs gewesen sein.
Die Ermittler äußerten jedoch Zweifel an seiner ersten Aussage. „Der Verdächtige hat widersprüchliche Angaben gemacht“, so Pol Lt Col Panumas. Die Polizei prüft weiterhin das Motiv, da bislang keine Verbindung zwischen dem Dänen und dem chinesischen Geschäftsmann bekannt ist.
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
Einreise und Reiseroute des Verdächtigen
Laut den vorliegenden Grenzunterlagen war Verlis am 30. Dezember über den Flughafen Krabi mit einem Touristenvisum eingereist, das bis 27. Februar gültig ist. Nach seiner Ankunft reiste er zunächst über die Inseln Samui, Koh Tao und Koh Phangan, bevor es zu dem Diebstahl kam.
Die Ermittlungen zu Hintergründen und möglichen weiteren Beteiligten dauern an.



Das wird nochmal ein interessanter Fall. Wie kommt ein Chinese unter anderen an
• 11 originale Landtitelurkunden
• 7 originale Hausregistrierungsbescheinigungen
• 7 Villen-Genehmigungen
Was soll der Polizeivorwurf der Hehlerei – nirgendwo ist etwas von – Verkaufen zu lesen. Erst einmal bleibt es folglich bei einem Einbruch mit anschließendem Diebstahl, soweit die korrekte Sachlage
@Jörg Lohkamp, falls Sie deutsches Strafrecht – ja, wir sind in Thailand – zu Grunde legen, haben Sie nur auf den ersten, flüchtigen Blick recht.
Allerdings werfen Sie auch mal einen Blick auf die Paragrafen §25 Abs. 2 StGB, §26 StGB, §27 StGB. Eine Hehlerei kann noch durch weitere Personen im Raum stehen und würde durch die Ermittlungen bestätigt oder verworfen. Auch sollte bei keiner Straftat §22 StGB im Zusammenhang mit §12 StGB ganz vernachlässigt werden. Wobei in diesem konkretem Falle auch ohne diese beiden Paragraphen §259 Abs.3 StGB deutlich genug ist.
Somit könnte auch in Deutschland der Vorwurf der Hehlerei bestehen. Der Rest ist Ermittlungsarbeit, der man niemals vorgreifen sollte.
Nein, das thailändische Strafrecht kenne ich nicht genau genug, um mir privat ein Urteil zu erlauben. Doch ich bin überzeugt, das auch die thailändische Polizei ihren Job versteht.
Herr Finke, soweit ihre Sicht der Dinge – auch nachvollziehbar – was ich mich nur frage: Zitieren sie in “ diesem Fall “ deutsche ODER thailändische Paragraphen ? Wie sie vollkommen zu Recht anmerkten – Deutsche Paragraphen – werden in Thailand NICHT zur ANWENDUNG kommen. Abschließend darf ich anmerken – wir beide – sollten froh darüber sein wenn “ kriminelle Personen “ schnellstmöglich gefaßt, verurteilt + anschließend abgeschoben werden.
Herr Lohkamp, ich habe deutsche StGB zitiert.
Das thailändische Recht ist zwar teilweise vom deutschen Rechtssystem inspiriert, aber eben doch anderes. Denken Sie daran, das in Thailand das Begehen eine Straftat nachts oder die Benutzung eines Kraftfahrzeuges dabei Quantifizierungsmerkmale sind.
Ich wollte eigentlich auf drei Dinge raus.
1)
Ermittlung abwarten.
2)
Auch die Thai Polizei versteht ihren Job.
3)
Was von den Vorwürfen letztendlich Bestand hat, bestimmt auch in Thailand ein Richter.
i.O.😎