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Debatte um „Rente mit 45“ in Thailand

Debatte um „Rente mit 45“ in Thailand
Bangkok Post

KBank führt bahnbrechendes Programm ein 
Experten warnen vor Dominoeffekt 

Bangkok – Thailands Arbeitsmarkt steht vor einem historischen Wendepunkt: Die Kasikornbank (KBank) hat als erstes Unternehmen des Landes ein Frührentenprogramm für 45-Jährige eingeführt. Dieser radikale Schritt spiegelt den rasanten technologischen Wandel und den wachsenden Druck auf Arbeitgeber und Arbeitnehmer wider. Während traditionell das Rentenalter in Thailand deutlich höher lag, könnte diese Entscheidung einen Präzedenzfall für andere Branchen schaffen.

Digitale Transformation treibt Veränderungen voran

Laut Tanit Sorat, Vizepräsident des Arbeitgeberverbands der thailändischen Industrie, sind insbesondere große Organisationen in Banken und Logistik von der Digitalisierung betroffen. „Mitarbeiter in der Bankenbranche, die Frührentenprogramme beantragen, leiden oft an Burnout, während Arbeitgeber diese Programme nutzen könnten, um Personal loszuwerden“, so Tanit gegenüber der Bangkok Post. Der Aufstieg des Virtual Banking habe zudem generationenübergreifende Spaltungen vertieft und den Personalbedarf verringert.

Kleinunternehmen unter Druck 
4,5 Millionen Jobs gefährdet

Während Großunternehmen mit technologischem Wandel kämpfen, stehen Klein- und Mittelständische Unternehmen (KMUs) vor anderen Herausforderungen. Die US-Zollpolitik könnte die Exporteinnahmen im vierten Quartal erheblich belasten, was 4,5 Millionen der 12,9 Millionen KMU-Beschäftigten direkt gefährdet. Immer häufiger ersetzen befristete Verträge unbefristete Stellen, da Unternehmen Kosten senken und sich neuen Technologien anpassen.

Experten fordern bessere Absicherung und Umschulung

Supant Mongkolsuthree, ehemaliger Vorsitzender der Federation of Thai Industries, betont, die Wirtschaftskrise 2025 unterscheide sich von früheren Krisen durch die beschleunigte Jobverlagerung durch Technologie. Er fordert politische Entscheidungsträger auf, die Arbeitslosenunterstützung an die steigenden Lebenshaltungskosten anzupassen. Einige finanziell stabile Unternehmen böten bereits Umschulungen in digitalen Fähigkeiten an, um den Ruhestand zu verzögern.

Gleichzeitig bleiben bestimmte Branchen wie Handwerk, Gesundheitswesen und kreative Bereiche widerstandsfähig. Frührentner könnten sich auch in der Digitalwirtschaft engagieren oder Dienstleistungen für Thailands wachsende ältere Bevölkerung anbieten.

Betroffene Mitarbeiter äußern Besorgnis

Chalothorn Kaewkuea, eine 55-jährige Angestellte einer staatlichen Bildungseinrichtung, zeigt sich besorgt: „Mit 45 Jahren bauen die meisten Arbeitnehmer erst ihre finanzielle Sicherheit auf. Viele finden vielleicht keinen neuen Job mehr.“ Sie warnt davor, dass ein zu früher Ausstieg das Vertrauen in Arbeitgeber untergraben und den Druck auf den Sozialversicherungsfonds erhöhen könnte.

Thanes Nunman, ein 51-jähriger Freiberufler, betont die Rolle der künstlichen Intelligenz (KI) als treibende Kraft hinter diesen Veränderungen. „Die Herausforderung besteht darin, eine Synergie zwischen menschlicher Expertise und KI zu schaffen. Es gibt keine sicheren Karrieren mehr – nur Anpassungsfähigkeit sichert das Überleben.“

Sozialversicherungsamt noch unvorbereitet

Niyada Seneemanomai, Sprecherin des Sozialversicherungsamts (SSO), räumt ein, dass die Behörde die Implikationen der Frührente mit 45 noch nicht geprüft hat. „Das Konzept ist neu und erfordert detaillierte Studien.“ Allerdings sei die SSO bereit, Arbeitnehmern, die unfreiwillig ihren Job verlieren, bis zu 90 Tage unter die Arme zu greifen. Wer aus dem Arbeitsmarkt ausscheide, könne weiter Beiträge nach Artikel 39 oder 40 zahlen, wenn er freiberuflich tätig werde.

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