In sozialen Medien kursiert aktuell die Behauptung, Rentner müssten unbedingt schriftlich nachweisen, dass sie noch leben – sonst würden sie keine Rente mehr erhalten. Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) widerspricht dieser Falschmeldung entschieden und stellt klar: So ist es nicht.
Lebensnachweis nur für einige Rentner mit Auslandswohnsitz
Ein Lebensnachweis ist nur für Rentner verpflichtend, die ihren Wohnsitz im Ausland haben. Diese erhalten im Sommer eine Aufforderung, ihre Lebendigkeit schriftlich zu bestätigen. Für Rentner, die in Deutschland leben, besteht diese Pflicht grundsätzlich nicht. Die Rentenversicherung bekommt Todesmeldungen automatisch von den Meldeämtern.
Es gibt jedoch Ausnahmen, beispielsweise wenn Rentner in Deutschland eine Bankverbindung im Ausland nutzen. In solchen Fällen kann ein Nachweis erforderlich sein, doch das betrifft nur eine kleine Minderheit.
Meldeabkommen mit mehreren Ländern erleichtern den Nachweis
Die Pflicht zum Lebensnachweis entfällt auch für Rentner, die in Ländern leben, mit denen die DRV Datenaustauschabkommen hat. Dazu gehören Länder wie Österreich, Spanien, Italien oder Australien.
Auch hier bestehen Ausnahmen, etwa wenn besondere Bankverbindungen bestehen oder bestimmte Daten fehlen. Grundsätzlich ist aber für viele deutsche Rentner im Ausland keine Nachweispflicht vorgesehen.
Nur eine kleine Minderheit ist betroffen
Von etwa 26 Millionen monatlich ausgezahlten Renten müssen weniger als zwei Prozent einen Lebensnachweis erbringen. Die große Mehrheit der Rentner muss sich laut DRV um dieses Thema nicht kümmern.
Die Rentenversicherung warnt ausdrücklich vor Fehlinformationen, die unter anderem von einigen Finanz-Influencern auf Social Media verbreitet werden.
Wie man Fake-News erkennt und wo verlässliche Informationen zu finden sind
Im digitalen Zeitalter verbreiten sich Falschinformationen besonders schnell – oft durch soziale Medien oder unseriöse Quellen. Um Fake-News zu erkennen, ist es wichtig, die Herkunft der Information zu überprüfen und bei offiziellen Stellen nachzufragen. Bei Rentenfragen beispielsweise bieten die Webseiten der Deutschen Rentenversicherung verlässliche und aktuelle Auskünfte. Auch öffentliche Medien und offizielle Bekanntmachungen sind vertrauenswürdig. Wer unsicher ist, sollte zudem mehrere Quellen vergleichen und skeptisch sein bei reißerischen Überschriften oder unbestätigten Behauptungen. So kann man verhindern, Fehlinformationen zu glauben oder weiterzuverbreiten.



