BANGKOK, THAILAND – Thailands Energieminister Eknat Promphan kündigt eine Senkung des Raffinerie-Abgabepreises für Diesel B7 und B20 um 2 Baht pro Liter an. Erstmals wird dafür eine Notstandsverordnung genutzt, um die Preisbildung direkt auf Raffinerieebene zu steuern – eine mögliche Senkung an der Zapfsäule soll erst nach Veröffentlichung im Amtsblatt folgen.
Beschluss nach Gesprächen mit Raffinerien
Am 7. April 2026 um 15.06 Uhr erklärte Energieminister Eknat Promphan nach Gesprächen mit Raffinerien und einer Sitzung des Energiepolitik-Verwaltungsausschusses (Koborng./กบง.) die zentralen Ergebnisse.
Es wurde beschlossen, die Dieselpreise für B7 und B2 stabil zu halten, wobei die Ölfondsentschädigung auf 18,54 Baht pro Liter erhöht wurde, sodass der Verkaufspreis bei 50,54 Baht bleibt. Auslöser war eine klare Weisung des Premierministers in der ersten Kabinettssitzung am 6. April, nachdem Studien des Kraftstofffonds-Gremiums in die Beratung eingebracht worden waren.
Ölpreis, Nahost-Krise und die Belastung der Verbraucher
Eknat betonte, ein Teil der Preissteigerungen sei durch die Krise im Nahen Osten erklärbar und damit grundsätzlich nachvollziehbar.
Gleichzeitig würden hohe Endpreise durch Steuern und Marketingmargen zusätzlich verstärkt, während der Staat bislang über den Öl-Kraftstofffonds gegensteuere.
Ölfonds tief im Minus: Subventionen in Milliardenhöhe
Nach Angaben des Ministers ist der Öl-Kraftstofffonds derzeit mit rund 50 Milliarden Baht im Minus.
Trotzdem werde insbesondere Diesel weiterhin täglich subventioniert – insgesamt in einer Größenordnung von „Milliarden Baht pro Tag“.
Ungewöhnlich hohe Raffineriemargen als Begründung
Die Regierung verweist auf erhobene und bestätigte Daten aus dem März, wonach die Raffineriemarge (als Bestandteil des Raffinerie-Abgabepreises, orientiert an Referenzen aus Singapur) im März und April „ungewöhnlich“ stark gestiegen sei.
In einer globalen Krisensituation funktioniere der Preisbildungsmechanismus nicht mehr normal, weshalb auch Raffinerien in Thailand einen Teil der Last mittragen müssten, so die Argumentation.
Erstmals Notstandsverordnung: Preissteuerung ab Raffinerie
Um 13.00 Uhr am 7. April wurde laut Eknat erstmals die Notstandsverordnung zur Änderung und Verhinderung von Kraftstoffknappheit (B.E. 2516/1973) herangezogen, um dem Ausschuss die Befugnis zur Festlegung von Raffineriepreisen zu geben.
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Damit soll ein neuer Mechanismus greifen: Statt die Endpreise über den Fonds zu stützen, wird ein „Discount“ direkt auf Raffinerieebene angesetzt, um die Belastung des Fonds zu reduzieren.
2 Baht weniger für Diesel B7 und B20 – weitere Schritte möglich
Der Beschluss sieht zunächst vor, den Raffinerie-Abgabepreis für Diesel B7 und B20 um 2 Baht zu senken.
Da die Raffineriemargen im April laut Minister sogar höher als im März ausfallen, sollen die Zahlen der ersten Aprilwoche in der nächsten Runde geprüft werden – mit der Option, den Abschlag auszuweiten.
Wann sinken die Preise an der Zapfsäule?
Eine unmittelbare Preissenkung an Tankstellen ist noch nicht garantiert: Zunächst muss der Beschluss als Bekanntmachung ausgearbeitet und im Amtsblatt (Royal Gazette) veröffentlicht werden.
Das könne bis zum 8. April dauern; danach soll der Kraftstofffonds-Ausschuss (กบน.) erneut tagen, um zu entscheiden, wie der 2-Baht-Abschlag auf Raffinerieebene in Zapfsäulenpreise für B7 und B20 übertragen wird.
Mehr B20 als Strategie gegen Importabhängigkeit
Eknat kündigte an, Thailand müsse die Abhängigkeit von importiertem Rohöl und ausländischen Vorprodukten senken, da Krisen die Verwundbarkeit deutlich machten.
Die Regierung setze daher auf Biokraftstoffe, die im Land produziert werden können, und koordiniere mit Tankstellen den schnelleren Ausbau von Zapfpistolen für B20 – insbesondere für Lkw und den Transportsektor.
Ausbauplan: B20-Zapfsäulen bis 20. April entlang Hauptachsen
Bis zum 20. April 2026 sollen entlang wichtiger Hauptstraßen in Abständen von etwa 100 Kilometern ausreichend B20-Zapfstellen verfügbar sein; genannt wird eine Größenordnung von rund 100 Tankstellen.
Anschließend sollen auch weitere Hauptstrecken mit ausreichender Versorgung im 100-Kilometer-Raster folgen, während B20 zusätzlich stärker als B7 aus dem Fonds gestützt werden soll, um Transportkosten und damit Verbraucherpreise zu dämpfen.
Option: Abschlag später auf 4–6 Baht erhöhen
Für die kommenden ein bis zwei Wochen stellte der Minister in Aussicht, dass eine Überprüfung der Zahlen zu einem höheren Raffinerie-Abschlag führen könnte – etwa auf 4 bis 6 Baht.
Ein größerer Abschlag könnte entweder stärker an die Verbraucher weitergegeben werden oder dazu dienen, die finanzielle Lage des Öl-Kraftstofffonds zu stabilisieren.
Deine Meinung
Sollte Thailand Raffineriepreise in Krisenzeiten stärker regulieren, um Verbraucher zu entlasten – oder gefährdet das langfristig Investitionen und Versorgungssicherheit?
Wie siehst du die B20-Strategie: sinnvoller Schritt gegen Importabhängigkeit oder nur eine kurzfristige Maßnahme mit begrenzter Wirkung? Diskutiere unten in den Kommentaren mit.



Werden Treibstoffe mit staatlichen Mitteln subventioniert, so bezahlt es der Bürger über andere Kanäle. Das Geld wird immer fehlen und so ändert sich das Verhalten der Fahrer kaum.