BANGKOK, THAILAND – Ein Parlamentskandidat hat sich im Wahlkampf mit einer Mischung aus Science-Fiction- und Sozialprogrammen zur schillerndsten Figur vor der Abstimmung am 8. Februar entwickelt.
Weltraumtruppe, Raumstationen und Einkaufszentren auf dem Mond
Der Politiker Mongkolkit Suksintharanon präsentierte ein Programm, das eher an einen Blockbuster erinnert als an klassische Wahlversprechen. Er kündigte an, eine thailändische „Space Force“ mit 3.000 Angehörigen aufbauen zu wollen.
Geplant seien außerdem Weltraumbasen, Flüge für thailändische Bürger ins All und der Bau von Central-Einkaufszentren auf Mars, Jupiter und dem Mond. Als Berater des Premierministers für Raumfahrttechnologie wolle er Elon Musk gewinnen.
Dinosaurier wie in „Jurassic Park“
Parallel dazu versprach Mongkolkit, Dinosaurier wiederzubeleben – inklusive Plänen zur Zucht von Tyrannosaurus rex. Diese Ankündigung verbreitete sich rasch in sozialen Netzwerken und löste Vergleiche mit dem Film „Jurassic Park“ aus.
Wissenschaftler und Online-Kommentatoren reagierten überwiegend skeptisch. Viele stellten öffentlich infrage, ob diese Vorhaben überhaupt eine realistische Grundlage haben.
Atomwaffen, Rüstungsbudget und Supermacht-Vision
In der Sicherheitspolitik schlägt Mongkolkit einen massiven Ausbau der Militärausgaben vor. Er fordert, das Land mit 10 Atomwaffen auszustatten.
Unter seiner Führung, so behauptet er, könnte das Land innerhalb von zehn Jahren sowohl über eine starke Armee als auch über die Nummer-eins-Volkswirtschaft der Welt verfügen.
Nationalistische Töne und harte Migrationspolitik
Seine nationalistischen Vorschläge sehen eine „First“-Politik vor. Dazu gehört die sofortige Abschiebung von 200.000 kambodschanischen Staatsangehörigen.
Zudem kündigte er an, sich im Falle eines Wahlsiegs mit provokanten Äußerungen über ausländische Staats- und Regierungschefs zu profilieren.
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Geld für Schwangerschaften und Push-ups für Lohnerhöhungen
Im Inland setzt Mongkolkit auf ungewöhnliche Sozial- und Familienprogramme. Eine Lohnerhöhung um 10 Prozent für Erwerbstätige soll daran geknüpft werden, 40 bis 100 Liegestütze täglich zu absolvieren.
Frauen mit positivem Schwangerschaftstest sollen 10.000 Baht erhalten, danach monatlich 10.000 Baht für Schwangerschaftsvorsorge. Eltern könnten zusätzlich Steuerbefreiungen bei der Einkommensteuer geltend machen.
Zur Steigerung der Geburtenrate plant er kostenlose Tonik-Getränke und bis zu sieben Jahre Steuererleichterungen für Personen mit Kindern.
Vier Ehemänner und staatliche Partnervermittlung
Ein weiterer Punkt sieht vor, dass Frauen bis zu vier Ehemänner haben dürfen. Der Staat soll Partner für alleinstehende Bürger aller Geschlechterkombinationen vermitteln – männlich–weiblich, männlich–männlich und weiblich–weiblich.
Unzufriedene sollen ihre Partner wechseln können.
Liberalisierung von Erotik und Sexarbeit
Nicht alle Vorschläge bewegen sich im Bereich der Fantasie. Mongkolkit fordert die vollständige Legalisierung von Pornografie, Sexarbeit und Sexspielzeug.
Solche Ansätze werden in anderen Ländern als Möglichkeit diskutiert, eine ohnehin weit verbreitete Branche besser zu regulieren.
Mehr Geld für Senioren, Beauty-OPs und Familienförderung
Zum sozialen Programm gehört eine Erhöhung der Alterszulagen auf 3.000 Baht pro Monat für 13,8 Millionen ältere Menschen. Zudem sollen kosmetische „Verjüngungs“-Eingriffe, darunter Facelift-Operationen, in die allgemeine Gesundheitsversorgung aufgenommen werden – einmal alle zehn Jahre plus ein zusätzlicher Korrektureingriff.
Frauen im Alter von 36 bis 50 Jahren sollen Anspruch auf kostenfreie kosmetische Eingriffe im Genitalbereich und fruchtbarkeitssteigernde Nahrungsergänzungsmittel haben.
Milliardenfonds für Film, Haustiere und Bargeld für Hausbesitzer
Die finanzintensiven Versprechen setzen sich im Kulturbereich fort: Ein revolvierender Fonds von 5 Milliarden Baht pro Jahr soll Film-, Drama- und Fernsehproduktionen unterstützen.
Registrierte Hausbesitzer sollen 36.000 Baht in bar erhalten. Für die Versorgung von zwei Millionen streunenden Hunden und Katzen ist ein jährliches Budget von 3 Milliarden Baht vorgesehen.
Gleichzeitig will Mongkolkit den Verkauf überteuerter Lotterielose scharf ahnden: Wer Tickets über 80 Baht anbietet, soll mit fünf Jahren Haft pro Ticket bestraft werden.
Aufmerksamkeit statt Realisierungschancen
Beobachter rechnen kaum damit, dass diese Vorschläge tatsächlich Regierungspolitik werden. Dennoch veröffentlicht Mongkolkit nahezu täglich neue Ideen – vom Weltraumstützpunkt bis zum Dinosaurierklon.
So hat er sich im Vorfeld der Wahl am 8. Februar als einer der auffälligsten Akteure im laufenden Wahlkampf positioniert.


