Disneyland für Thailand? Mega-Projekt geprüft

Disneyland für Thailand? Mega-Projekt geprüft
Photo by Brandi Alexandra on Unsplash

BANGKOK – Die thailändische Regierung hat einen spektakulären Plan: Sie will den weltberühmten Freizeitpark Disneyland in den Eastern Economic Corridor (EEC) locken. Das Projekt soll Touristenmagnet und Triebfeder für Infrastrukturprojekte zugleich sein.

So soll der Traum wahr werden

Verkehrsminister und EEC-Chef Phiphat Ratchakitprakarn brachte die Idee auf den Tisch. Ein Disneyland wäre das Flaggschiff-Projekt, um den Tourismus zu befeuern.

Dabei geht es um mehr als nur Märchenschlösser. Der Park soll die Auslastung des geplanten Hochgeschwindigkeitszuges zwischen den Flughäfen Don Mueang, Suvarnabhumi und U-tapao sichern.

Auch der langersehnte Ausbau des U-tapao Airports und der umliegenden „Aviation City“ würden dadurch einen gewaltigen Schub erhalten.

Warum ausgerechnet ein Thema-Park?

Die Idee entstand aus einer Notwendigkeit. Zuvor wurden Pläne für ein Weltklasse-Fußballstadion (80.000 Plätze), eine Arena (30.000 Plätze) und ein Olympia-Schwimmbecken diskutiert.

Diese Sportstätten allein würden aber keine täglichen Besucherströme generieren. Ein großer Themenpark wie Disneyland würde das ganzjährig und täglich tun.

„Südostasien hat derzeit kein Disneyland, also kann Thailand der Erste in der Region sein“, so der optimistische Minister Phiphat.

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Drei mögliche Größen für den Traumpark

Die Planungen sehen unterschiedliche Varianten vor. Ein kleiner Park würde etwa 960 Rai (ca. 154 Hektar) benötigen, ein großer bis zu 3.000 Rai (480 Hektar).

Insgesamt wäre für das gesamte Entwicklungsgebiet, inklusive der Sportstätten, eine Fläche von etwa 5.000 Rai (800 Hektar) vorgesehen.

Das entspräche der Größe einer mittleren Stadt und unterstreicht die Dimension dieses Vorhabens.

So könnte die Finanzierung aussehen

Phiphat skizzierte zwei Wege. Der Königsweg: Disney investiert direkt und betreibt den Park selbst. Dies wäre die prestigeträchtigste Lösung.

Alternative: Ein thailändischer Investor kauft eine Lizenz von Disney und betreibt den Park in eigener Regie. An thailändischem Investor-Interesse mangele es nicht, so der Minister.

Klar ist: Disney’s strenge Regeln verbieten Casinos in der Nähe. Ein reines Familien- und Tourismusprojekt ist also garantiert.

Welche Hürden gibt es für das Mega-Projekt?

Die größte Herausforderung wird sein, das Interesse des Disney-Konzerns zu wecken. Bisher gibt es in Südostasien keinen Standort.

Die Konkurrenz in Asien ist groß mit Parks in Tokio, Shanghai und Hongkong. Thailand müsste mit einem einzigartigen Angebot und exzellenter Anbindung punkten.

Zudem sind die Investitionskosten für einen Park dieser Größenordnung immens und liegen sicher im mehrstelligen Milliarden-Baht-Bereich.

Was ein Disneyland für Thailand bedeuten würde

Ein Erfolg wäre ein Game-Changer. Der EEC würde vom Industriestandort zum Top-Freizeitziel in Asien aufsteigen.

Hunderttausende zusätzliche Touristen pro Jahr wären die Folge. Die gesamte Infrastruktur – Flughäfen, Bahnen, Straßen – würde einen Sinn jenseits des Güterverkehrs erhalten.

Für die thailändische Regierung ist es eine Vision, die Wirtschaft, Tourismus und Image in einem Schlag voranbringen soll. Jetzt muss nur noch Disney zustimmen.

🗣 Wenn Träume zur Wirtschaftspolitik werden

Ein Disneyland ist kein Riesenrad. Es ist ein globales Symbol, ein Milliardenmotor, ein politisches Signal.
Doch was passiert, wenn Fantasie auf Realität trifft: Landfragen, Umwelt, Verkehr, soziale Folgen?

Wird ein Disney-Park Thailand tatsächlich zum Freizeit-Knotenpunkt Asiens machen –
oder bindet man sich hier an ein Prestigeprojekt, das mehr kostet als es nützt?

Sag offen: Jahrhundertchance für Thailand – oder teure Illusion?

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Quelle: Bangkok Post

Ein Kommentar zu „Disneyland für Thailand? Mega-Projekt geprüft

  1. Da hat mal wieder der Verkehrsminister so eine Idee, einen Konzern wie Disney zu überreden einen Haufen Geld in Thailand zu investieren. Und schon nennt sich das einen „Plan“. Gerade hat dieser gleiche Verkehrsminister Phiphat Ratchakitprakarn die Straßenbahn von Phuket gecancelt und die Landbridge so gut wie beerdigt, da musste ja noch irgendwas kommen das positiver klingt.

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