PHUKET – An einem Neujahrs-Kontrollpunkt ist die Polizei auf einen ungewöhnlichen Drogenhändler gestoßen. Ein kasachischer Tourist hatte nicht nur Kokain am Körper versteckt, sondern auch Werbe-Sticker mit QR-Codes für den Drogenkauf dabei.
Verdächtiger fiel durch nervöses Verhalten auf
Während einer routinemäßigen Verkehrskontrolle am 31. Dezember in Karon fiel der 33-jährige Mr. Kartashev Kirill den Beamten sofort auf. Er wirkte extrem nervös und verdächtig.
Er saß als Sozius eines Motorrad-Taxis, das von Patong nach Karon unterwegs war. Die Polizisten der Karon Polizeistation hielten das Fahrzeug an und durchsuchten den Passagier.
Was sie fanden, übertraf ihre Erwartungen bei weitem und zeigte eine neue, digitale Vertriebsmasche für Rauschgift.
Kokain in Unterwäsche und QR-Codes in der Tasche
Bei der Leibesvisitation entdeckten die Beamten einen kleinen Beutel mit 1,10 Gramm Kokain, versteckt in der Unterwäsche des Mannes. Kokain fällt in Thailand unter Kategorie-2-Betäubungsmittel.
Noch brisanter war der Fund in seiner schwarzen Umhängetasche: 60 bunte QR-Code-Aufkleber mit der Aufschrift „KOKC MEF“. Zudem beschlagnahmten sie ein Smartphone.
Laut Polizei führten die QR-Codes zu einem Gruppenchat, in dem Interessenten direkt Drogen bestellen konnten. Eine perfide und leicht zu verbreitende Werbemethode.

Geständnis: Auftrag aus einem WhatsApp-Jobchat
Bei der Vernehmung gestand der Kasache. Er gab an, über eine russischsprachige WhatsApp-Gruppe für Gelegenheitsjobs angeworben worden zu sein.
Ein Unbekannter habe ihm einen Ort in Patong mitgeteilt. Dort fand er eine Box mit dem Kokain, den Stickern und 500 Baht (ca. 12,50 Euro) Vorschuss.
Sein Auftrag: Die Aufkleber in beliebten Touristengebieten an Strommasten und entlang von Straßen zu plakatieren, um Kunden zu aquirieren. Der Mann behauptete, nicht über den genauen Inhalt der Gruppe informiert gewesen zu sein.
Moderne Vertriebswege beunruhigen die Behörden
Der Fall zeigt eine beunruhigende Entwicklung. Internationale Drogenringe nutzen moderne Kommunikation und locken ahnungslose Touristen oder arme Ausländer als billige Vertriebshelfer.
Die QR-Code-Methode ist schwer zu verfolgen und einfach zu verbreiten. Sie zielt gezielt auf die junges, technikaffine Urlauber in Partystädten wie Patong ab.
„Dies ist eine neue Taktik, die wir sehr ernst nehmen“, kommentierte ein Polizeisprecher die Ermittlungen.
Phuket bleibt im Fokus der Drogenfahnder
Die Festnahme erfolgte im Rahmen verschärfter Sicherheitsmaßnahmen zum Jahreswechsel. Die Polizei will verhindern, dass Drogenhändler die hohen Besucherzahlen ausnutzen.
Der kasachische Verdächtige wurde wegen Besitzes einer illegalen Droge der Kategorie 2 angeklagt und an die Untersuchungsbeamten überstellt.
Während er in U-Haft sitzt, suchen die Fahnder nach den Drahtziehern hinter dem WhatsApp-Kanal. Der Kampf gegen die internationale Drogenmafia auf Thailands Urlaubsinseln geht weiter.
🗣 Hightech-Dealer – Neue Gefahr für Urlaubsorte?
QR-Codes an Strommasten statt dunkler Hinterhöfe: Drogenhandel wird digitaler und schwerer zu erkennen.
Reichen klassische Kontrollen noch aus, um solche Netze zu stoppen?
Oder braucht es völlig neue Strategien, um Touristenorte vor dieser Entwicklung zu schützen?
Was meint ihr: cleverer Trick – oder schnell entlarvte Masche?



