PATTAYA, THAILAND – In einer Luxusvilla im Bezirk Banglamung haben thailändische Ermittler eine mutmaßliche Produktionsstätte für chemische Vorstufen von synthetischen Drogen wie „Happy Water“ und „Pod K“ entdeckt.
Zwei chinesische Staatsbürger wurden festgenommen, nachdem sie bei einer Kontrolle wegen mutmaßlicher Chemieabfälle in einem nahegelegenen Bach versucht hatten zu fliehen.
Razzia in der Banglamung-Luxusresidenz
Die Inspektion wurde von der Region 2 des Office of the Narcotics Control Board (ONCB) gemeinsam mit Kriminaltechnik, Einwanderungsbehörde und Tourist Police am Freitagabend durchgeführt.
Die Beamten bestätigten vor Ort, dass die zuvor gefundenen Geräte und Chemikalien mit hoher Wahrscheinlichkeit als Vorstufen für die Herstellung illegaler Drogen dienten.
Fluchtversuch und Festnahmen
Ausgangspunkt des Einsatzes war ein erster Besuch von Polizisten der Banglamung Police Station und Vertretern der Nong Pla Lai Subdistrict Municipality nach Hinweisen auf das Einleiten von Chemieabfällen in einen Bach neben dem Grundstück.
Bei diesem Versuch, die Villa zu kontrollieren, wollten zwei chinesische Männer fliehen, einer stürzte beim Klettern über eine Mauer und brach sich das Bein, der andere wurde ebenfalls gestellt.
Funde im Haus und erste Tests
Im Inneren des Hauses stießen die Einsatzkräfte auf drei chemische Produktionsstationen sowie eine größere Menge unterschiedlichster Chemikalien.
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Zudem wurden drei 30-Liter-Kunststofffässer mit mutmaßlich fertigen Produkten sichergestellt, deren genauer Inhalt noch einer Laboranalyse bedarf.
Nachweis mehrerer Betäubungsmittel
Gegen 19.00 Uhr am 13. Februar 2026 leitete Suradej Latehsan, Direktor der ONCB Region 2 Law Enforcement Division, einen gemeinsamen Einsatz mit Kriminaltechnikern aus Region 2 Chonburi, um die Substanzen vor Ort zu testen.
Mit Schnelltests und speziellen Nachweisplatten wurden sechs Chemikalien untersucht, wobei sich Hinweise auf Methamphetamin, Ketamin und MDMA als kontrollierte Betäubungsmittel ergaben.
Mutmaßliche Produktion von „Happy Water“ und „Pod K“
Die Behörden gehen davon aus, dass die Ausstattung für die Herstellung von Vorstufen für „Pod K“, also ketaminhaltige E-Zigarettenflüssigkeiten, sowie für „Happy Water“, ein synthetischer Drogencocktail, genutzt wurde.
Diese Mischungen, die unter anderem Ketamin, Methamphetamin und MDMA in flüssiger Form enthalten können, gelten als besonders bei wohlhabenden chinesischen Partygängern in der regionalen Club- und Nightlife-Szene beliebt.
Weitere Laboruntersuchungen geplant
Trotz der belastenden Schnelltestergebnisse kündigten die Ermittler an, Proben in ein forensisches Labor zu schicken, um Zusammensetzung und Rolle der Substanzen in der mutmaßlichen Produktion eindeutig zu klären.
Erst auf Grundlage dieser detaillierten Untersuchung sollen die Funde endgültig rechtlich eingeordnet und die Anklagepunkte präzisiert werden.
Vorwürfe gegen die beiden Chinesen
Die Polizei in Banglamung bereitet Anklagen gegen Xu Yunlong, 42, und Xu Tianking, 32, wegen unerlaubter Herstellung und Besitzes von Betäubungsmitteln der Kategorie 1 (Methamphetamin) und Kategorie 2 (Ketamin) vor.
Beide gaben an, lediglich als Hausbetreuer angestellt zu sein, 40.000 Baht im Monat zu erhalten und von einem älteren, nicht näher bekannten Chemiker Anweisungen über eine Übersetzungs-App zu bekommen, ohne vom Drogenbezug zu wissen.
Medizinische Versorgung und Aufenthaltsstatus
Xu Yunlong wurde nach seinem Sturz in das Pattaya Padthomakun Hospital gebracht, wo ein Beinbruch per Röntgen bestätigt, jedoch keine längerfristige stationäre Behandlung für nötig befunden und er später zur weiteren Befragung an den Tatort zurückgebracht wurde.
Laut Einreiseregistern kam er am 11. Februar 2026 mit einem Touristenvisum ins Land, während Xu Tianking bereits am 8. Februar 2026 eingereist war.
Spurensicherung und weitere Ermittlungen
Polizei und Kriminaltechniker dokumentierten den Tatort detailliert, sicherten Beweise für die wissenschaftliche Auswertung und ließen die Verdächtigen relevante Bereiche der Villa zeigen, um die Ermittlungsakte zu ergänzen.
Parallel versuchen die Ermittler, Herkunft und Lieferketten der Chemikalien, mögliche Vertriebsnetze sowie weitere Beteiligte in Produktion oder Versorgung des mutmaßlichen Labors zu identifizieren.
🚨 Drogenproduktion im Luxusviertel – wie groß ist das Netzwerk?
Mitten in einer gehobenen Wohngegend stoßen Ermittler auf Chemikalien und Produktionsstationen für harte Drogen. Der Fund wirft Fragen auf: Ein isolierter Fall – oder Teil eines größeren internationalen Netzwerks?
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