SRI RACHA, THAILAND – Bei einem Kettenunfall auf der Schnellstraße 331 nahe Sri Racha sind am Donnerstagmorgen mehr als 40 Menschen verletzt worden, als ein Shuttlebus mit Fabrikarbeitern in einen Straßengraben stürzte.
Unfallserie vor Industriegebiet
Der Vorfall ereignete sich am 15. Januar 2026 gegen 8.45 Uhr auf der in Richtung Laem Chabang führenden Fahrbahn der Highway 331, unmittelbar vor dem Pinthong Industrial Estate 3 im Unterbezirk Nong Kham in der Provinz Chonburi.
Auslöser war zunächst ein Auffahrunfall: Ein Pickup prallte auf ein Angestellten‑Taxi (Van) und blockierte Teile der Fahrbahn. Einsatzkräfte der Pure Yeang Thai Sri Racha Rescue Unit sicherten die Stelle und regelten den Verkehr. Bei dieser ersten Kollision wurden nach ersten Angaben keine Schwerverletzten registriert.
Bremsversagen am Shuttlebus
Wenige Minuten später näherte sich ein großer Werks‑Shuttlebus mit rund 40 Beschäftigten, überwiegend Arbeitsmigranten aus Myanmar, dem Stau. Der Fahrer, Thiwat Sothan (31), schilderte den Ablauf später den Medien.
Er sei eine Steigung hinaufgefahren und habe plötzlich den stehenden Verkehr vor sich gesehen. Beim Bremsen habe die Anlage nicht wie erwartet reagiert. „Ich kam die Steigung hoch, sah den Stau und versuchte zu bremsen, aber die Bremsen reagierten nicht“, erklärte Sothan. In dieser Situation habe er sich entschieden, den Bus nach rechts von der Straße zu lenken.
Der Bus schoss von der Fahrbahn und stürzte etwa zwei Meter tief in einen seitlichen Entwässerungsgraben, wo das Fahrzeug teilweise auf der Seite liegen blieb. Im Inneren kam es zu heftigen Bewegungen, zahlreiche Fahrgäste wurden durch den Innenraum geschleudert.
Sothan begründete sein Manöver damit, eine Massenkarambolage vermeiden zu wollen: „Wenn ich das nicht getan hätte, wäre der Bus in viele stehende Fahrzeuge geprallt, was viel mehr Verletzte und Schäden verursacht hätte.“
Mehr als 30 Verletzte, keine Todesopfer
Rettungskräfte und Notärzte der „Lanthom“ Advanced Life Support Unit sowie Personal des Somdet Phra Borom Ratchathewi Na Si Racha Hospital trafen kurz darauf an der Unglücksstelle ein. Insgesamt wurden nach unterschiedlichen Angaben etwa 40 bis 42 Insassen verletzt und auf umliegende Kliniken verteilt.
Die Medizinteams berichteten von Kopfplatzwunden, Schürfungen, Schmerzen im Nackenbereich, Verdacht auf Knochenbrüche sowie leichteren Verletzungen wie Lippenplatzwunden. Todesopfer wurden nicht gemeldet.
Zwei Fahrgäste waren nach dem Sturz im Bus eingeklemmt. Sie mussten mit hydraulischem Rettungsgerät (Jaws of Life) aus dem deformierten Fahrzeug befreit werden. Die Bergung dauerte über eine Stunde. Beide Betroffenen wiesen Schnittverletzungen, Prellungen, starke Schmerzen und mögliche Knochenverletzungen auf und wurden umgehend in ein Krankenhaus gebracht.
Polizei prüft Verantwortung
Die meisten Verletzten arbeiten im nahegelegenen Sahapattan‑Industriegebiet und stammen aus Myanmar, einem der wichtigsten Herkunftsländer von Arbeitsmigranten in den Industriezentren entlang der Ostküste.
Die Polizei der Wache Nong Kham nahm die Ermittlungen an der Unfallstelle auf. Untersucht werden sowohl der erste Auffahrunfall zwischen Pickup und Van als auch das mutmaßliche Bremsversagen und das Ausweichmanöver des Busfahrers. Ziel ist es, die Unfallursache sowie mögliche Verantwortlichkeiten zu klären und das weitere Vorgehen nach den geltenden Rechtsvorschriften festzulegen.
Die Behörden wiesen im Zusammenhang mit dem Vorfall erneut auf die Bedeutung regelmäßiger Fahrzeugkontrollen sowie auf erhöhte Vorsicht bei Staubildung auf Schnellstraßen hin.
• Gefahr durch plötzliches Bremsversagen
• Erhöhtes Risiko bei Steigungen und unübersichtlichen Stausituationen
• Hoher Schutzbedarf für Pendelbusse mit vielen Insassen
🗣 Ein Lenkimpuls zwischen Leben und Tod
Ein Stau. Ein Moment. Bremsen, die nicht mehr greifen.
Der Fahrer lenkt weg – und der Bus stürzt in den Graben statt in eine Wand aus Fahrzeugen.
War das Heldentat, pures Glück oder das Ergebnis mangelhafter Wartung?
Wer trägt Verantwortung, wenn Arbeiter jeden Morgen in solche Risiken steigen müssen?
Schreib, was du denkst: Schicksal – oder Systemfehler?




Eine „Gefahr durch plötzliches Bremsversagen“ scheint so eine Spezialität hier zu sein …