Sehr geehrte Redaktion, liebe Mitleser,
ich wende mich heute an Sie und die Leserschaft, um meine Erfahrungen bezüglich der Aktualisierung meines Antrags auf eine Visumsverlängerung zu teilen.
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Mein Fall bezieht sich spezifisch auf die Verlängerung der Aufenthaltsgenehmigung auf der Grundlage einer Ehe mit einer thailändischen Staatsbürgerin.
Ich hoffe, dass dieser Bericht für andere Auswanderer oder Langzeiturlauber in einer ähnlichen Situation von Nutzen sein kann, da sich die Vorgehensweisen der Behörden offenbar ändern oder zumindest regional sehr unterschiedlich gehandhabt werden.
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Alles begann am 22. Dezember, als ich voller Zuversicht die Einwanderungsbehörde in der Provinz Surin aufsuchte. Ich war der Meinung, bestens vorbereitet zu sein, und hatte alle standardmäßig geforderten Unterlagen dabei.
Meine Mappe war gefüllt mit dem ausgefüllten Antragsformular, aktuellen Kontoauszügen zum Nachweis der finanziellen Mittel sowie diversen Fotos unseres gemeinsamen Hauses und unserer ehelichen Lebenssituation.
Doch wie so oft bei Behördengängen in Thailand, fehlte ein Detail, das sich als entscheidend herausstellen sollte. Der zuständige Beamte wies uns darauf hin, dass wir zwingend einen Zeugen benötigten.
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Dies war mir neu, doch die Anweisung war klar: Wir sollten eine unterschriebene Kopie des Ausweises eines Bürgen oder einer Amtsperson vorlegen.
Wir ließen uns nicht entmutigen und kehrten bereits am nächsten Tag zur Behörde zurück. Diesmal hatten wir eine Kopie des Ausweises des Phu Yai Ban, also unseres Dorfvorstehers, dabei, die dieser ordnungsgemäß unterzeichnet hatte.
Mit diesem zusätzlichen Dokument wurde unser Antrag schließlich angenommen, und wir gingen davon aus, dass nun die übliche Wartezeit beginnen würde.
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Doch die eigentliche Prüfung unserer ehelichen Gemeinschaft stand uns noch bevor, und sie fiel gründlicher aus, als ich es erwartet hatte.
Drei Tage nach der Einreichung der Unterlagen erhielten wir einen Anruf von der Einwanderungsbehörde. Die Vorwarnzeit war extrem knapp bemessen, denn man kündigte uns an, dass wir innerhalb von nur drei Stunden für einen Hausbesuch bereitstehen müssten.
Die explizite Anforderung war, dass zwei Zeugen anwesend sein mussten, um Erklärungen abzugeben und zu bestätigen, dass sie den Antragsteller, also mich, persönlich kennen und die Echtheit der Ehe bezeugen können. Dieser kurzfristige Termin setzte uns etwas unter Druck, die entsprechenden Personen zu organisieren.
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Was dann geschah, war durchaus beeindruckend und zeigt, wie ernst die Behörden die Überprüfung mittlerweile nehmen. Ein Polizeiminibus fuhr bei uns zu Hause vor, und nicht weniger als fünf Beamte der Einwanderungsbehörde stiegen aus.
Ich verstehe durchaus die Hintergründe für ein solches Vorgehen. Die Behörden möchten sicherstellen, dass es sich nicht um eine Scheinehe handelt, die nur zum Zweck der Visumsbeschaffung geschlossen wurde. Daher ist es nachvollziehbar, dass sie den Besuch so kurzfristig ankündigen, um ein möglichst unverfälschtes Bild der Lebensumstände zu erhalten.
Interessant war dabei die Dynamik während des Besuchs. Die Beamten zeigten weit mehr Interesse daran, den anwesenden Zeugen Fragen zu meiner Person und unserem Zusammenleben zu stellen, als mich oder meine Frau direkt zu befragen.
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Es ging offensichtlich darum, durch die Aussagen Dritter die Glaubwürdigkeit unserer Angaben zu verifizieren. Da wir glücklicherweise schnell reagieren und Nachbarn sowie Freunde mobilisieren konnten, verlief dieser Teil der Prüfung reibungslos.
Nachdem die Beamten ihre Befragung abgeschlossen und sich von der Richtigkeit unserer Angaben überzeugt hatten, war das Verfahren im Grunde abgeschlossen. Ich konnte mein Visum schließlich in der vergangenen Woche abholen.
Mein Rat an alle, die diesen Prozess noch vor sich haben, lautet daher: Seien Sie vorbereitet. Es ist äußerst ratsam, ein paar Leute in der Nachbarschaft oder im Freundeskreis quasi in Bereitschaft zu haben, die im Falle eines solch kurzfristig angekündigten Besuchs Zeit haben, als Zeugen aufzutreten.
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Ohne diese Personen wäre der Termin sicherlich problematischer verlaufen. Abschließend bleibt mir nur noch der erste 90-Tage-Bericht, für den ich persönlich zur Einwanderungsbehörde gehen muss.
Ich hoffe sehr, dass ich danach die Option nutzen kann, diese Meldungen online zu erledigen, um mir den Weg zu sparen. Haben andere Leser ähnliche Erfahrungen mit solch einem großen Aufgebot bei Hausbesuchen gemacht?
Mit freundlichen Grüßen
Sportler
Anmerkung der Redaktion
Vielen Dank für diesen detaillierten Erfahrungsbericht aus Surin. Die Anforderungen der thailändischen Immigration können je nach Provinz und zuständigem Beamten stark variieren. Wir empfehlen unseren Lesern, sich stets vorab über die aktuellsten lokalen Bestimmungen zu informieren und, wie im Leserbrief geschildert, gute Kontakte zur Nachbarschaft zu pflegen.



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