Grenz-Drama in Sa Kaeo:
Neun Kambodschaner illegal eingereist
Die Folgen des Grenzkonflikts zwischen Thailand und Kambodscha werden immer deutlicher: Neun kambodschanische Arbeitsmigranten wurden jetzt bei der illegalen Einreise in die Provinz Sa Kaeo erwischt – darunter vier Kinder! Ein thailändischer Schlepper nahm dafür 300 Baht pro Person.
Verzweifelte Rückkehrer an der Grenze
Die thailändische Armee meldete am Dienstag die Festnahme von insgesamt neun Kambodschanern, die in zwei separaten Gruppen am Montag illegal die Grenze bei Aranyaprathet überquert hatten. Unter den Festgenommenen befanden sich vier Minderjährige: ein 15-jähriger Junge und ein siebenjähriges Mädchen sowie zwei junge Erwachsene (19 und 20 Jahre).
Die Gruppe gab an, bereits früher im Indochina-Markt in Aranyaprathet gearbeitet zu haben. „Nach unserer Rückkehr nach Kambodscha letzten Monat hatten wir keine Arbeit mehr“, erklärte einer der Festgenommenen. Für die illegale Rückkehr nach Thailand zahlten sie insgesamt 13.000 Baht (ca. 330 Euro).

Schleuser verhaftet
300 Baht pro Kopf
Bei der ersten Gruppe wurde auch der thailändische Schlepper Thongchai Maenpuen (37) gefasst. Der Mann gestand, von einem Verwandten beauftragt worden zu sein, die Migranten gegen eine Gebühr von 300 Baht pro Person abzuholen. Die Verhaftung erfolgte nahe der Autobahn 3383, wo Thongchai die Gruppe in seinem Fahrzeug erwartet hatte.
Familie mit Kindern auf gefährlichem Weg
In einem zweiten Vorfall wurde eine vierköpfige kambodschanische Familie (Eltern mit 13 und 8 Jahre alten Kindern) zusammen mit einem 22-Jährigen festgenommen. Sie hatten die Grenze bei Ban Phu Nam Liang im Dunkeln überquert.
„Wir haben früher Schuhe im Rong Kluea Markt sortiert“, erklärte der Familienvater. „Seit unserer Rückkehr im Juni haben wir keine Arbeit mehr.“ Der 22-Jährige war der Familie zufällig bei der Grenzüberquerung begegnet und hatte sich ihnen angeschlossen.
Humanitäre Krise an der Grenze
Die Fälle zeigen das Ausmaß der wirtschaftlichen Not unter kambodschanischen Arbeitsmigranten seit dem Grenzkonflikt. Viele hatten jahrelang legal in Thailand gearbeitet, wurden aber durch die jüngsten Spannungen zur Rückkehr gezwungen.
Ein Grenzbeamter erklärte: „Wir verstehen die Notlage, aber illegale Einreisen können wir nicht dulden.“ Die Festgenommenen wurden zur weiteren Bearbeitung an die Einwanderungsbehörden übergeben.
Für die neun Festgenommenen beginnt nun ein ungewisses Warten – zwischen Abschiebung und der Hoffnung auf legale Arbeitsmöglichkeiten. Ihre Schicksale zeigen die menschliche Seite eines politischen Konflikts, der immer mehr Familien in existenzielle Nöte treibt.


