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Extrem niedrige Renten: Diese Jahrgänge trifft es besonders hart

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Fotostand / K. Schmitt/imago-images-bilder

In Deutschland reicht die gesetzliche Rente für viele Menschen im Ruhestand kaum noch zum Leben. Besonders betroffen sind bestimmte Jahrgänge, deren Renten im Verhältnis zum Durchschnittseinkommen besonders niedrig ausfallen. Ein genauer Blick auf die Rentenstatistik zeigt: Wer Ende der 1940er- und Anfang der 1950er-Jahre geboren wurde, muss mit besonders geringen Rentenzahlungen auskommen – oft so knapp, dass es kaum zur Existenzsicherung reicht.

Warum sind bestimmte Jahrgänge besonders betroffen?

Die Höhe der gesetzlichen Rente ist in Deutschland an viele Faktoren geknüpft: an die Dauer und Höhe der Einzahlungen, an Unterbrechungen im Erwerbsleben – etwa durch Arbeitslosigkeit oder Kindererziehung – sowie an das allgemeine Rentenniveau im Jahr des Renteneintritts.

Das Rentenniveau ist dabei ein besonders aufschlussreicher Maßstab: Es beschreibt das Verhältnis zwischen einer Standardrente (nach 45 Jahren Einzahlung bei durchschnittlichem Einkommen) und dem durchschnittlichen Arbeitnehmereinkommen im jeweiligen Jahr. Je niedriger dieses Verhältnis, desto weniger wert ist die gesetzliche Rente im Vergleich zum allgemeinen Lebensstandard.

Tiefpunkt beim Rentenniveau: Die Jahre 2014 bis 2018

Besonders niedrig war das Rentenniveau in den Jahren:

  • 2014: 48,1 %
  • 2015: 47,7 %
  • 2016: 48,1 %
  • 2018: 48,1 %

In diesen Jahren bekamen neue Rentnerinnen und Rentner so wenig gesetzliche Rente im Verhältnis zum durchschnittlichen Einkommen wie kaum eine Generation zuvor. Besonders problematisch daran: Diese niedrigen Rentenniveaus galten dauerhaft für jene, die in diesen Jahren in Rente gingen.

Welche Jahrgänge traf es?

Um zu erkennen, welche Geburtsjahrgänge betroffen sind, hilft ein Blick auf die Regelaltersgrenze, also das gesetzlich festgelegte Alter für den Renteneintritt ohne Abschläge.

Die Regelaltersgrenze liegt für die meisten Geburtsjahrgänge zwischen 65 und 67 Jahren. Für die kritischen Jahre mit besonders niedrigem Rentenniveau ergibt sich daraus folgende Zuordnung:

  • Geburtsjahrgang 1948: Renteneintritt regulär von März 2013 bis Februar 2014 – betroffen vom Rentenniveau 2014
  • Geburtsjahrgang 1949: Renteneintritt April 2014 bis März 2015 – betroffen vom Tiefpunkt 2015
  • Geburtsjahrgang 1950: Renteneintritt Mai 2015 bis April 2016 – betroffen vom Rentenniveau 2016
  • Geburtsjahrgang 1952: Renteneintritt Juli 2017 bis Juni 2018 – betroffen vom Rentenniveau 2018

Besonders geringe Renten für die Jahrgänge 1948 bis 1952

Wer also zwischen 1948 und 1952 geboren wurde, gehört statistisch gesehen zu den Jahrgängen mit den niedrigsten gesetzlichen Renten in Deutschland. Diese Generation erreichte das Rentenalter in einer Phase, in der das Rentenniveau historisch besonders tief lag – mit spürbaren Folgen:

  • Die Standardrente reichte im Vergleich zum Durchschnittseinkommen kaum noch zur Aufrechterhaltung des Lebensstandards.
  • Hinzu kamen wirtschaftliche Umbrüche, gebrochene Erwerbsbiografien und – in vielen Fällen – auch längere Phasen mit niedrigen Löhnen oder Teilzeitarbeit.

Warum absolute Rentenbeträge wenig aussagen

Interessanterweise sind die absoluten Rentenbeträge allein nicht aussagekräftig. Denn eine durchschnittliche Rente von etwa 1.500 Euro im Jahr 2015 hatte eine ganz andere Kaufkraft als eine gleich hohe Rente heute. Entscheidend ist daher das Verhältnis zum allgemeinen Einkommen – und genau dieses Verhältnis war in den oben genannten Jahren auf einem besonders niedrigen Stand.

Kein Einzelschicksal, sondern systemisches Problem

Die Rentenhöhe ist zwar individuell und abhängig von vielen persönlichen Faktoren – doch die Einordnung in geburtenjahrgangsbezogene Trends zeigt: Es gibt strukturelle Benachteiligungen. Besonders die Rentnerinnen und Rentner der Jahrgänge 1948 bis 1952 starten mit einer deutlich schwächeren Basis in ihren Ruhestand.

Das bedeutet für viele: Ergänzende Einkünfte sind unerlässlich – etwa durch private Vorsorge, Vermietung oder sogar Nebenjobs im Alter. Wer sich darauf nicht vorbereiten konnte, ist heute häufig auf Grundsicherung im Alter angewiesen.

Die Rentner-Generationen der späten 1940er- und frühen 1950er-Jahre gehören zu den Verlierern der Rentenentwicklung in Deutschland. Ihre Renteneintrittszeit fiel in eine Phase mit historisch niedrigem Rentenniveau. Damit verfügen sie – unabhängig von ihrer individuellen Erwerbsbiografie – über eine deutlich geringere gesetzliche Rente als andere Jahrgänge. Ein Umstand, der soziale und politische Sprengkraft birgt, denn die Zahl dieser Betroffenen ist hoch – und die Schere zwischen Rentenanspruch und Lebenshaltungskosten klafft immer weiter auseinander.

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