SURIN, THAILAND – Sicherheitskräfte haben nahe dem Grenzübergang Chong Chom–O’Smach ein professionell organisiertes Betrugszentrum entdeckt, das mit nachgebauten Polizeiwachen und Behördenbüros Opfer täuschen sollte.
Razzia im Grenzgebiet zu Kambodscha
Ein gemeinsames Team aus Polizei und Militär durchsuchte im Distrikt Kap Choeng einen mutmaßlichen Stützpunkt für technologiebasierte Straftaten unweit des permanenten Grenzkontrollpunkts Chong Chom–O’Smach.
Angeführt wurde der Einsatz von Lt Gen Teeranan Nandhakwang, Direktor der Directorate of Intelligence, und Pol Maj Gen Wichaya Sriprasertphab, Kommandeur der Technology Crime Suppression Division. Das Gebiet fällt in den Verantwortungsbereich der Suranaree Task Force.
Räume wie Polizeiwachen und Amtsstuben
Vor Ort stießen die Einsatzkräfte auf eine große Menge an Beweismitteln. Besonders brisant: Mehrere Räume waren so umgebaut, dass sie Polizeidienststellen und Regierungsbüros verschiedener Länder nachahmten.
Nach Einschätzung der Ermittler sollten diese Kulissen genutzt werden, um Betroffene in Sicherheit zu wiegen oder unter Druck zu setzen – etwa durch vorgetäuschte Verhöre oder Scheinfestnahmen in scheinbar offiziellen Räumen.
Hinweise auf internationales Netzwerk
Die Behörden beschrieben die Struktur des Standorts als hochgradig organisiert. Abläufe seien erkennbar geplant, gemanagt und kontrolliert gewesen und deuteten auf Verbindungen zu einem größeren transnationalen kriminellen Netzwerk hin.
• professionelle Raumgestaltung mit Behördenoptik
• klare Organisations- und Prozessstrukturen
• umfangreich sichergestellte Beweise
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Nach Angaben der Ermittler zeigen Aufbau und Betrieb des Zentrums, dass Online-Betrüger zunehmend mit täuschend echten Kulissen und komplexen Strukturen arbeiten.
Bedrohung weit über die Grenze hinaus
Die zuständigen Stellen warnten, dass derartige Aktivitäten nicht nur die nationale Sicherheit gefährden. Im digitalen Zeitalter entwickle sich technologiebasierte Kriminalität zu einer breiteren Bedrohung für die Menschheit, da Online-Werkzeuge dazu genutzt werden, große Gruppen von Menschen gleichzeitig zu täuschen.
Lt Gen Teeranan veröffentlichte am Donnerstag Fotos der Razzia auf seinem Facebook-Konto. Er betonte, es sei eine „große Menge an Beweismitteln“ gefunden worden, die auf ein „gut organisiertes Management der Einrichtung und systematisch betriebene Betrugsoperationen“ hinwiesen, die als „Bedrohung für die Menschheit“ einzustufen seien.
Ermittlungen sollen ausgeweitet werden
Laut den beteiligten Behörden werden die Ermittlungen intensiviert, die Bekämpfung solcher Strukturen verstärkt und konsequent strafrechtliche Schritte eingeleitet.
Ziel sei es, die Öffentlichkeit besser zu schützen und die langfristige Sicherheit des Landes zu gewährleisten. Weitere Details zu Beteiligten oder möglichen Festnahmen wurden zunächst nicht bekanntgegeben.
🗣 Die neue Fabrik der Täuschung
Polizeischilder an den Wänden. Schreibtische wie in Behörden. Kulissen wie im Film – nur mit echten Opfern.
Wenn Kriminelle ganze „Staaten“ nachbauen, um Vertrauen zu simulieren, sind wir dann schon in einer Ära, in der Realität selbst zur Waffe wird?
Ist das noch Kriminalität – oder längst industrielle Menschenmanipulation? Und wie viele solcher Zentren existieren, ohne je entdeckt zu werden?
Wo würdest du die Grenze ziehen zwischen organisiertem Betrug und digitaler Bedrohung für die Gesellschaft?

