Pattaya, Thailand – Sieben mutmaßliche Täter sollen sich in Nong Prue als Drogenfahnder ausgegeben und ein Paar mit Schusswaffe und Messer bedroht haben. Anschließend flüchteten sie mit einem grünen Yamaha-Forza-Motorrad.
Überfall in Nong Prue am späten Abend
Der Vorfall ereignete sich am 4. April gegen 22.46 Uhr im Unterbezirk Nong Prue in Pattaya. Eine Gruppe von sieben Personen stürmte demnach ein Wohnhaus und gab sich als Beamte aus.
Die Täter behaupteten, zur thailändischen Drogenbekämpfungsbehörde Office of the Narcotics Control Board (ONCB) zu gehören. Laut Anzeige bedrohten sie die Bewohner mit Waffen und setzten sie unter Druck.
Beute: Yamaha Forza mit Chon-Buri-Kennzeichen
Nach Angaben der Polizei nahmen die Verdächtigen ein grünes Yamaha-Forza-Motorrad mit. Das Fahrzeug trug ein Kennzeichen aus Chon Buri mit der Nummer 5 กค 4177.
Die Gruppe soll sich nach der Drohung die Schlüssel beschafft und das Motorrad vom Grundstück weggebracht haben. Weitere Gegenstände wurden in den bisherigen Angaben nicht als Beute genannt.
Opfer berichten bei der Polizei
Die Betroffenen, ein 30-jähriger Tätowierer und Motorradmechaniker („Ek“, Pseudonym) sowie seine 29-jährige Freundin („B“, Pseudonym), gaben später bei der Polizei in Nong Prue eine Aussage zu Protokoll. Beide schilderten, dass die Täter bewaffnet auftraten.
Ek erklärte, seit dem Vorfall in Angst zu leben. Er habe den Eindruck, die Gruppe nutze angebliche Verbindungen zu Drogennetzwerken, um Menschen in der Umgebung einzuschüchtern.
Streit um Reparatur als möglicher Auslöser
Der Vorgeschichte zufolge hatte Ek zuvor einen Reparaturauftrag für ein Paar aus Jomtien übernommen. Unstimmigkeiten über den Austausch einer Batterie und eines Auspuffteils sollen die Kunden verärgert haben.
Ek vermutet, dass dieser Konflikt eine Rolle für das spätere Geschehen gespielt haben könnte. Belegt ist bislang nur, dass er selbst einen Zusammenhang für möglich hält.
Der Mann „Ex“ und ein verdächtiges Motorrad
Später brachte ein Mann namens „Ex“, der sich als ONCB-Beamter ausgab, ein weiteres Motorrad zur Reparatur. Ek fand das Fahrzeug verdächtig, weil es Motorrädern ähnelte, die typischerweise in Drogendelikten beschlagnahmt werden.
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Trotz seiner Zweifel nahm er den Auftrag an, auch weil er befürchtete, „Ex“ könne tatsächlich ein Beamter sein. Zudem verwies er auf finanziellen Druck, da er zwei Kinder im Alter von acht und sechs Jahren versorge.
Verschwundene Gegenstände und Forderung nach „Rückgabe“
Rund einen Monat vor dem Überfall sollen das Motorrad von „Ex“ sowie eine CCTV-Kamera aus Eks Obhut verschwunden sein. Ek räumte ein, dafür verantwortlich zu sein, und bot eine Entschädigung an.
Am Abend des 4. April sei die siebenköpfige Gruppe dann erschienen und habe erklärt, die fehlenden Gegenstände zurückholen zu wollen. Stattdessen sollen sie Ek und B bedroht und anschließend mit der Yamaha Forza das Weite gesucht haben.
Kontaktversuch nach der Tat und plötzliche Funkstille
Nach dem Vorfall versuchte Ek nach eigenen Angaben, „Ex“ zu erreichen. Zunächst habe dieser zugesagt, das Motorrad zurückzugeben.
Später habe „Ex“ jedoch nicht mehr reagiert. Diese Darstellung ist Teil der Anzeige und wird nun von den Ermittlern geprüft.
Ermittlungen wegen Amtsanmaßung und bewaffneten Raubs
Ek erstattete nach dem Vorfall Anzeige bei der Polizeiwache Nong Prue. Er gab dabei auch an, früher in drogenbezogene Aktivitäten verwickelt gewesen zu sein, wolle dieses Leben aber um seiner Kinder willen hinter sich lassen.
Die Polizei in Nong Prue ermittelt wegen mutmaßlicher Amtsanmaßung und bewaffneten Raubs. Festnahmen gab es bislang nicht, die Verdächtigen wurden öffentlich noch nicht identifiziert.



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