BANGKOK – Ein spektakulärer Kriminalfall ist aufgeklärt. Zwei Männer täuschten einen Polizeieinsatz vor, um einen chinesischen Staatsbürger zu entführen. Mit täuschend echtem Equipment forderten sie ein Lösegeld von über 60.000 Dollar.
Verbrecher-Masche mit täuschend echtem Equipment
Die Täter, Watcharapon Pimpila (24) und Japhing Sae-Liu (23), schlugen am Sonntagabend zu. Vor der Wohnung des 25-jährigen Mr. Chenglong in Samut Prakan gaben sie sich als Elite-Beamte des Central Investigation Bureau (CIB) aus.
Sie behaupteten, im Rahmen einer Anti-Betrugs-Operation zu handeln. Mit einer realistischen BB-Gas-Pistole, Handschellen und einem Elektroschocker verschleppten sie das verängstigte Opfer in eine Villa im Bezirk Huai Khwang.
„Das Equipment war so täuschend echt, dass das Opfer keine Chance zur Gegenwehr sah“, berichtet ein Ermittler.
So lief das Lösegeld-Geschäft ab
In dem gefangen gehaltenen Raum in der Pracha Rat Bamphen Villa zwangen die Entführer Chenglong, seinen Bruder in China anzurufen. Die Forderung: 63.300 US-Dollar (umgerechnet etwa 2,3 Millionen Baht).
In seiner Panik überwies der Bruder zunächst 12.400 Dollar (ca. 450.000 Baht). Doch dann schaltete er einen thailändischen Geschäftspartner ein, der sofort die Polizei alarmierte.
Polizei findet Opfer per CCTV-Spur
Die Ermittler der Polizeistation Huai Khwang werteten akribisch Überwachungskameras aus. Die Spur führte sie direkt zum Eingang der Villa, den Chenglong am frühen Montagmorgen betreten hatte.
Noch am selben Tag stürmte ein Spezialteam das Anwesen. Sie befreiten den unverletzten Chinesen und nahmen Japhing fest, der bei ihm Wache hielt.
„Der Einsatz war schnell und präzise. Das Opfer war erleichtert, aber sichtlich mitgenommen“, so ein Augenzeuge.
Geständnisse und mögliche Komplizen
Bei der Vernehmung gestand Japhing, der fließend Thai spricht und aus den Bergen Chiang Mais stammt, seine Tat. Er nannte auch seinen Komplizen Watcharapon, der in einem Nebenraum der Villa übernachtete.
Auch Watcharapon gestand seine Beteiligung. Ihm werden Entführung zu Lösegeldzwecken, Freiheitsberaubung und Amtsanmaßung vorgeworfen.
Die Ermittlungen dauern an, um herauszufinden, ob weitere Komplizen im Hintergrund stecken. Beide Haupttäter sitzen in der Huai Khwang Polizeistation in Untersuchungshaft.
Thailand will Sicherheit für Ausländer garantieren
Der Fall sendet ein fatales Signal an die internationale Gemeinschaft. Thailand wirbt um ausländische Investoren und Touristen, muss aber deren Sicherheit garantieren.
Die Polizei betont, dass es sich um einen einzelnen kriminellen Akt handelt und kein systematisches Problem. Die schnelle Aufklärung soll Vertrauen zurückgeben.
Dennoch bleibt die Frage, wie die Täter an die täuschend echte Polizei-Ausrüstung kamen. Diese Ermittlungslinie verfolgen die Beamten nun mit Hochdruck.
🗣 Wenn Uniformen missbraucht werden – Wem vertraut man noch?
Eine Uniform soll schützen, nicht täuschen.
Doch was passiert, wenn Kriminelle genau dieses Vertrauen ausnutzen?
Reichen harte Strafen aus, um solche Maschen zu stoppen –
oder braucht es bessere Aufklärung für Ausländer, die echte Beamte kaum erkennen können?
Was meint ihr: Ein Einzelfall – oder ein gefährlicher Trend?



