BANGKOK, THAILAND – Thailands Umweltbehörde warnt zum chinesischen Neujahrsfest vor zusätzlicher Luftbelastung durch Räucherstäbchen, Feuerwerk und das Verbrennen von Opferpapier und ruft zu angepassten Traditionen auf.
Behörde warnt vor zusätzlicher Feinstaubbelastung
Der Generaldirektor der Pollution Control Department (PCD), Surin Wongkitthamrong, erklärte, dass die Verbrennungsrituale rund um das chinesische Neujahr häufig auf unvollständiger Verbrennung beruhten und dadurch besonders viele Schadstoffe freisetzten.
Dabei entstünden neben PM2.5 auch krebserregende Substanzen und weitere giftige Gase, die sich an Rauchpartikel anlagern und über die Atemluft in den Körper gelangen könnten.
Gesundheitsrisiken für gefährdete Gruppen
Surin warnte, das Einatmen großer Rauchmengen über längere Zeiträume könne die Atemwege deutlich belasten und die Atemwegsgesundheit beeinträchtigen.
Besonders gefährdet seien Kinder, ältere Menschen sowie Personen mit bestehenden Atemwegserkrankungen, die rund um die Feiertage einer zusätzlichen gesundheitlichen Belastung ausgesetzt seien.
Erwarteter Anstieg von PM2.5 in mehreren Regionen
Nach Einschätzung der Behörde dürften die Werte von PM2.5 zwischen 16. und 17. Februar steigen, also mitten im Zeitraum der chinesischen Neujahrsfeierlichkeiten.
Betroffen seien vor allem Bangkok, die umliegenden Provinzen, die zentrale Region sowie der südliche Teil der Nordregion, die bereits regelmäßig mit Luftqualitätsproblemen zu kämpfen haben.
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Wetterlage verschärft die Luftqualität
Surin führte den erwarteten Anstieg der Feinstaubbelastung auch auf nahezu stagnierende Luftschichten in Bodennähe zurück, die eine Durchmischung der Luft und damit die Verdünnung von Schadstoffen erschwerten.
Diese Wetterlage könne dazu führen, dass sich die feinen Partikel über Stunden oder Tage in Bodennähe anreicherten und so für Menschen leichter einzuatmen seien.
Kampagne „Weniger Verschmutzung, mehr Glück“
Um gegenzusteuern, wirbt die PCD unter dem Motto „Reduce pollution, increase good fortune“ für ein bewusstes Reduzieren von Rauchquellen während der Feiertage und verbindet Gesundheits- mit Umweltaspekten.
Die Behörde rief die Bevölkerung dazu auf, traditionelle Rituale behutsam anzupassen, ohne deren symbolische Bedeutung aufzugeben, und dadurch die Belastung für Mensch und Umwelt zu mindern.
Empfehlungen für angepasste Rituale
Zu den Vorschlägen gehört der Wechsel von klassischen Räucherstäbchen hin zu kurzen Stäbchen oder elektrischen Räucheralternativen, um die Menge an entstehendem Feinstaub zu verringern.
Zudem empfiehlt die PCD, die Menge verbrannten Opferpapiers zu reduzieren und die Dauer des Abbrennens von Räucherstäbchen zu verkürzen, um die Rauchentwicklung so gering wie möglich zu halten.
Sicheres Verbrennen und stille Gebete
Falls das Verbrennen rituell notwendig sei, solle dies möglichst im Freien oder in gut belüfteten Bereichen erfolgen, betonte Surin mit Verweis auf einfache, aber wirksame Schutzmaßnahmen.
Laut einem Bericht der Zeitung KhaoSod regt die Behörde zudem an, vermehrt auf stille Wünsche oder Gebete ohne zusätzliches Feuer und Rauch auszuweichen.
Sauberere Luft als glücksbringendes Ziel
Surin betonte, dass diese Verhaltensänderungen nicht nur die eigene Gesundheit und die von Mitmenschen schützen, sondern auch die Luftverschmutzung an der Quelle verringern würden.
Die Anpassungen könnten dazu beitragen, dass das chinesische Neujahrsfest als glücksbringende Zeit mit saubererer Luft gefeiert werde und damit für alle sicherer und angenehmer verlaufe.
Parallelkampagne gegen Waldbrände in Mae Hong Son
Bereits zu Monatsbeginn hatten Behörden in der nördlichen Provinz Mae Hong Son eine gemeinsame Kampagne gestartet, um Waldbrände zu verhindern und die Luftverschmutzung in der Region zu senken.
Mehrere führende Vertreter nahmen an einer Auftaktveranstaltung vor dem Rathaus teil, die die Bedeutung koordinierter Maßnahmen gegen Rauch und Feinstaub unterstrich.
🎆 Tradition vs. Gesundheit – muss sich das Neujahrsfest ändern?
Jahrhundertealte Rituale treffen auf ein modernes Problem: schlechte Luft. Während viele an Bräuchen festhalten wollen, wächst gleichzeitig die Sorge um Gesundheit und Umwelt. Wie viel Veränderung ist zumutbar, ohne die kulturelle Bedeutung zu verlieren?
👉 Sollten Rauch- und Feuertraditionen eingeschränkt werden – oder gehört genau das untrennbar zum Fest? Schreib deine Meinung in die Kommentare.



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