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Für die Liebe nach Thailand – und bitter enttäuscht

Für die Liebe nach Thailand – und bitter enttäuscht
Gemini AI

Volker W., 58, war kein Träumer. Kein Spinner. Kein Phantast. Er war Maschinenschlosser aus Hamburg-Wilhelmsburg. Ein Malocher, wie man im Norden sagt. Zwei Kinder aus erster Ehe, geschieden, Eigenheim abbezahlt, Passat Variant vor der Tür. Das Leben war geregelt, aber auch irgendwie grau geworden. Bis zu diesem Thailand-Urlaub.

Von Hamburg nach Phuket: Volkers Traum zerplatzt im Gogo-Licht

Es war Februar, die Luft in Hamburg feuchtkalt, und Volker buchte spontan einen Flug nach Phuket. „Einfach mal raus“, sagte er zu seinem Kollegen. Sonne, Meer, Chang-Bier – und vielleicht ein bisschen Abenteuer. Was er fand, war mehr als das. Und am Ende weniger.

May – die große Liebe in der Bar

In der Bangla Road in Patong lernte er sie kennen: May, 28 Jahre alt, zierlich, mit dunklen, blitzenden Augen. Sie arbeitete in einer Gogo-Bar, tanzte, flirtete – wie es viele dort tun. Aber Volker war sofort hin und weg. „Bei ihr war das anders“, sagt er heute. „Sie war klug, herzlich, nicht so wie die anderen.“

Nach zwei Tagen nahm er sie mit ins Hotel. Nach einer Woche redeten sie von Zukunft. Nach drei Wochen versprach sie ihm: „Wenn du willst, höre ich mit dem Arbeiten auf. Aber ich muss meiner Familie helfen.“

Vom deutschen Traum zum thailändischen Bankautomaten

Zurück in Hamburg war Volker wie verwandelt. Er kündigte seinen Job. Nach 35 Jahren. Er verkaufte sein Haus für 270.000 Euro – und sein Auto gleich mit. Den Großteil überwies er auf ein thailändisches Konto, tauschte 133.000 Euro zu einem Kurs von 38 Baht pro Euro. Er flog wieder nach Thailand, mietete eine Wohnung in Phuket und zahlte May monatlich 20.000 Baht – rund 525 Euro – damit sie nicht mehr in der Bar arbeiten müsse.

Doch schnell kam mehr. Die Mutter sei krank. Der Bruder habe ein kaputtes Motorrad. Die kleine Schwester brauche Schulgeld. May weinte oft. Volker gab.

Liebe im Schatten von Lügen

Volker dachte, er hätte eine Familie gefunden. May nannte ihn „Teerak“ – Schatz. Sie kochte für ihn, schickte süße Nachrichten, rief ihn „mein Mann“. Doch etwas stimmte nicht. Immer öfter war sie „bei der Familie“ in Korat. Dann war ihr Handy aus. Und wenn sie zurückkam, wirkte sie müde, gereizt.

Hans, ein anderer Deutscher in Phuket, war ein Saufkumpel von Volker geworden. Und Hans hatte eine Freundin namens Jung. May konnte Jung nicht leiden – warum, wusste niemand. Bis Jung eines Tages ausgepackt hat.

Der angebliche Bruder – in Wahrheit ihr Mann

In einem Streit zwischen May und Jung hatte sich May verplappert. Wutentbrannt hatte Jung Hans erzählt, dass May nicht nur einen Mann habe – sondern mindestens vier. Darunter Volker. Und der „Bruder“, für den May so oft Geld brauchte, sei in Wahrheit ihr gesetzlich verheirateter Ehemann in Thailand.

Hans erzählte das alles Volker – beim dritten Chang. „Er saß da wie versteinert“, erinnert sich Hans später. „Ich dachte, der kippt mir vom Hocker.“

Das Kartenhaus fällt zusammen

Volker konfrontierte May. Zunächst log sie weiter. Weinte. Beteuerte ihre Liebe. Doch dann, als er die Zahlungen einstellte, war es schnell vorbei. May zog aus. Sagte nur: „Du bist geizig geworden.“ Danach blockierte sie ihn auf allen Kanälen.

Nach und nach bekam Volker heraus, was wirklich lief: May hatte drei andere Farangs, die ihr monatlich Geld überwiesen. Einer aus Australien, einer aus Schweden, einer aus der Schweiz. Jeder dachte, er sei der einzige. Und wenn einer nach Thailand kam, war May „gerade bei Mama in Korat“. In Wahrheit verbrachte sie das Wochenende mit dem jeweiligen Zahler in einem Hotel auf Koh Phi Phi oder Khao Lak.

Vom Aussteiger zum Gescheiterten

Volker blieb allein zurück – in der Mietwohnung, mit leeren Taschen. Ein Jahr war vergangen. Und sein Erspartes war fast vollständig aufgebraucht. Was geblieben war: Scham, Enttäuschung – und eine wertvolle Lektion.

Im März flog er zurück nach Hamburg. Jetzt lebt er zur Untermiete bei einem alten Kollegen. Sein neues Ziel: Noch ein paar Jahre arbeiten, bis zur Rente. Und nie wieder alles auf eine Karte setzen. „Ich bin selbst schuld“, sagt er heute. „Ich habe geglaubt, was ich glauben wollte. Ich war blind.“

May lebt weiter gut – auf Kosten anderer

May hat die Geschichte überstanden – ohne sichtbare Kratzer. Sie postet auf Facebook Selfies mit Louis-Vuitton-Taschen und teurem Sushi. Ihre Farangs zahlen noch immer. Und wer fragt, bekommt dieselbe Geschichte: Die Familie ist arm, die Bar ist böse, aber der Farang ist die Rettung.

Fazit: Eine teure Lektion in Sachen Liebe

Volkers Geschichte ist kein Einzelfall. Immer wieder geraten ältere westliche Männer in Thailand an Frauen, die ihre Zuneigung gegen Geld verkaufen – mit dem Versprechen auf Liebe. Oft verschwimmen dabei die Grenzen zwischen Echtheit und Berechnung.

Wenn sie einen Schatz nennt, zahlt man bald wie ein Schatzmeister“, sagt Volker heute bitter. Doch er ist nicht verbittert. Nur realistischer.

Ich bin gefallen, aber ich steh wieder auf. Und ich hab was gelernt, was kein Buch mir beigebracht hätte.“

Tipp für Auswanderer und Thailand-Liebhaber:
Nicht jede Liebeserklärung ist ehrlich. Nicht jede Notlage ist real. Wer hilft, soll helfen dürfen – aber mit offenem Blick, klaren Vereinbarungen und einem Mindestmaß an Misstrauen. Besonders, wenn Gefühle und Geld so eng miteinander verwoben sind.

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