BANGKOK – Seit dem 28. Februar 2026 sind die Flugverbindungen zwischen Thailand und Europa erheblich eingeschränkt. Die großen Golfairlines fliegen kaum noch, die verbliebenen Direktflüge sind teuer und oft ausgebucht. Wer in Thailand feststeckt oder nach Thailand reisen wollte, findet hier alle wichtigen Antworten zu Rechten, Visum und Alternativen.
Warum Rückflüge derzeit knapp und teuer sind
Emirates, Qatar Airways und Etihad haben bislang den Großteil der günstigen Verbindungen zwischen Thailand und Europa abgedeckt. Seit dem 28. Februar gibt es von diesen Airlines keine Flüge mehr nach Thailand – auch wenn einzelne Strecken in andere Regionen inzwischen wieder aufgenommen wurden.
Die verbliebenen Direktanbieter wie Thai Airways haben die Nachfrage aufgefangen – aber zu stark gestiegenen Preisen. One-Way-Tickets Bangkok–Frankfurt kosten derzeit über 64.000 Baht pro Person in der Economy, viele Flüge bis Ende März sind ausgebucht.
Mein Flug wurde gestrichen – was steht mir zu
Wer einen Flug bei einer Golfairline gebucht hatte und dieser wurde gestrichen, hat Anspruch auf Umbuchung oder vollständige Rückerstattung. Grundlage ist die EU-Verordnung (EG) Nr. 261/2004, gültig für EU-Airlines und alle Flüge ab europäischen Flughäfen.
Eine pauschale Entschädigung bis 600 Euro entfällt – kriegsbedingte Sperrungen gelten als außergewöhnlicher Umstand. Die Betreuungspflicht bleibt jedoch bestehen: Hotel, Mahlzeiten und Transfer muss die Airline übernehmen, solange man wartet.
So kommuniziert man richtig mit der Airline
Alle Kommunikation mit der Airline schriftlich per E-Mail führen – telefonische Zusagen sind schwer nachzuweisen. Die Annullierung schriftlich bestätigen lassen und alle Ausgaben mit Quittungen belegen.
Keinen Gutschein unterschreiben, ohne die Bedingungen genau gelesen zu haben. Wer einen Gutschein annimmt, verliert unter Umständen den Anspruch auf Barauszahlung. Immer auf Rückerstattung oder Umbuchung bestehen.
Umbuchung und Rückerstattung bei den Golfairlines
Etihad Airways erlaubt für Tickets ausgestellt bis 28. Februar mit Reisedaten bis 10. März eine kostenlose Umbuchung auf Etihad-Flüge bis 31. März oder vollständige Rückerstattung über etihad.com. Emirates bietet Umbuchungen bis 31. März oder Rückerstattung für Buchungen bis 30. April an.
Qatar Airways hat den Betrieb noch nicht wieder aufgenommen. Passagiere können eine vollständige Rückerstattung beantragen. Wer über ein Reisebüro gebucht hat, wendet sich direkt dorthin – nicht an die Airline.
Das Visum läuft ab – was jetzt zu tun ist
Deutsche, Österreicher und Schweizer dürfen 60 Tage visumfrei in Thailand bleiben, einmalig verlängerbar um 30 Tage beim zuständigen Einwanderungsbüro – macht zusammen maximal 90 Tage. Wer diese Frist wegen gestrichener Flüge oder unbezahlbarer Tickets nicht einhalten kann, muss aktiv werden – und zwar vor Ablauf der Frist, nicht danach. Wer wartet und den Ablauf ignoriert, riskiert Strafgebühren und im schlimmsten Fall ein Einreiseverbot.
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
Thailand hat auf die Situation reagiert: Das Einwanderungsbüro erließ die Overstay-Gebühr von 500 Baht pro Tag für alle Ausländer, deren Aufenthaltserlaubnis am 28. Februar 2026 oder danach ablief – sofern sie tatsächlich ausreisen, sobald ein Flug verfügbar ist. Wer noch länger bleiben muss, kann eine Verlängerung von bis zu 30 Tagen beantragen. Ein Overstay kostet ohne Erlass 500 Baht pro Tag, maximal 20.000 Baht.
Was man beim Einwanderungsbüro mitbringen muss
Für eine Verlängerung werden folgende Unterlagen benötigt: Antragsformular TM.7, eine Kopie des Reisepasses sowie ein Schreiben der eigenen Botschaft, das die Notlage durch das Flugchaos bestätigt. Wer dieses Botschaftsschreiben wegen der Krise nicht rechtzeitig beschaffen kann, gibt stattdessen eine formelle schriftliche Erklärung zur Notlage ab.
Die Einwanderungsbeamten akzeptieren diese Erklärung als gleichwertigen Nachweis. Wer ruhig vorspricht, seine Situation mit der schriftlichen Annullierungsbestätigung der Airline dokumentiert und glaubhaft darlegt, dass er nicht schuld an der Verzögerung ist, hat gute Chancen auf eine pragmatische Lösung. Proaktiv zur Behörde zu gehen ist immer besser als zu warten.
Adressen der Einwanderungsbüros
Die Büros sind montags bis freitags von 08:30 bis 16:30 Uhr geöffnet. Bangkok: Chaeng Watthana Government Complex, Building B, Tel. +66 2 141 9889. Pattaya: Tel. +66 38 252 750. Phuket: Tel. +66 76 221 905.
Chiang Mai: Promenada Resort Mall, Tel. +66 53 201 755. Krabi: Tel. +66 75 665 099. Rund um die Uhr erreichbar ist die Tourist Police Hotline unter 1155 – mehrsprachig und kostenlos.
Soforthilfe: 2.000 Baht täglich für Gestrandete
Das thailändische Tourismusministerium hat nach einem Treffen am Montag, 2. März 2026, eine Soforthilfe von 2.000 Baht pro Tag beschlossen – für jeden Tag, an dem eine Ausreise nachweislich nicht möglich ist. Staatssekretärin Natthriya Thaweewong bestätigte, dass dieser Betrag grundsätzlich genehmigt sei. Die genauen Antragsmodalitäten werden noch bekannt gegeben.
Wer glaubt, Anspruch auf diese Zahlung zu haben, wendet sich an das nächste TAT-Büro oder direkt ans Tourismusministerium. Dort wird die Lage vor Ort erfasst und Unterstützung koordiniert. TAT-Hotline: 1672, täglich 08:00–20:00 Uhr. Ministerium: Tel. +66 2 283 1500, www.mots.go.th.
Vergünstigte Hotels für gestrandete Reisende
Die Thai Hotels Association hat ihre Mitglieder gebeten, gestrandeten Gästen vergünstigte Zimmerpreise anzubieten. Gleichzeitig sollen Reiseveranstalter spezielle Pakete zusammenstellen, damit Urlauber die Wartezeit sinnvoll überbrücken können. Wer von seinem Hotel noch kein Angebot erhalten hat, fragt direkt an der Rezeption nach und verweist auf die offizielle Bitte der Behörden.
Die Tourism Authority of Thailand hat ein eigenes Krisenüberwachungszentrum eingerichtet und lokale Büros in die betroffenen Hotels geschickt, um den Bedarf vor Ort zu erfassen. Besonders betroffen sind Bangkok, Phuket, Krabi, Phang Nga und Chiang Mai. Wer Unterstützung braucht, wendet sich direkt an das nächste TAT-Büro vor Ort.
Günstigere Alternativen für den Heimflug
Wer nicht auf die Wiederaufnahme der Golfairlines warten kann, findet über Umwege günstigere Verbindungen. Turkish Airlines fliegt über Istanbul nach Deutschland, Österreich und die Schweiz und hat derzeit noch verfügbare Plätze.
Verbindungen über Indien – etwa über Delhi mit Air India – oder über Ostasien via Seoul und Tokio sind weitere Optionen. Die Reisezeit verlängert sich, der Preis liegt jedoch deutlich unter den aktuellen Tarifen für Direktverbindungen.
Abflüge von anderen Flughäfen prüfen
Wer flexibel ist, prüft auch Abflüge von Chiang Mai oder Phuket. Die Nachfrage ist dort teils geringer als in Bangkok – und damit gelegentlich bessere Verfügbarkeit und günstigere Preise möglich.
Ein Vergleich über mehrere Buchungsplattformen lohnt sich, da die Preise derzeit täglich schwanken. Nicht zu lange warten – verfügbare Plätze auf günstigen Alternativrouten sind begrenzt.
Wer nach Thailand fliegen wollte
Wer einen Hinflug nach Thailand über Dubai, Doha oder Abu Dhabi gebucht hatte und dieser wurde gestrichen, gelten dieselben Rechte wie beim Rückflug: Umbuchung oder vollständige Rückerstattung.
Direktflüge mit Thai Airways oder Lufthansa nach Bangkok sind weiterhin möglich, aber derzeit teurer als üblich. Wer noch nicht gebucht hat, prüft Verbindungen über Istanbul oder Delhi als günstigere Alternative.
Botschaften in Thailand
Die Botschaften können ein Unterstützungsschreiben für die Einwanderungsbehörde ausstellen und in Notfällen weiterhelfen.
Deutsche Botschaft Bangkok – 9 South Sathorn Road, Bangkok
📞 +66 (0)2 287 9000 – rund um die Uhr erreichbar
Österreichische Botschaft Bangkok – Notfalldienst
📞 +66 (0)81 903 6516
Schweizer Botschaft Bangkok
📞 +66 (0)2 674 6900
Airlines – direkte Kontakte
Vor dem Gang zum Flughafen immer zuerst den aktuellen Flugstatus online prüfen. Am Schalter vor Ort lassen sich Umbuchungen oft schneller klären als per Telefon.
Thai Airways
📞 +66 (0)2 356 1111 (Bangkok, 24 Std.)
🌐 www.thaiairways.com
Emirates
📞 +66 (0)2 787 3387 (Bangkok, 24 Std.)
📞 +971 600 555 555 (Dubai)
🌐 www.emirates.com
Etihad Airways
📞 +66 (0)2 253 0088 (Bangkok, Mo–Fr 09:00–17:00)
📞 +971 600 555 666 (Abu Dhabi)
🌐 www.etihad.com
Qatar Airways
📞 +66 (0)2 459 0032 (Bangkok, Mo–Fr 09:00–17:00)
📞 +974 4023 0000 (Doha)
🌐 www.qatarairways.com
Lufthansa
📞 +49 69 86 799 799 (Deutschland)
🌐 www.lufthansa.com
Turkish Airlines
📞 +90 212 444 0849
🌐 www.turkishairlines.com
Behörden und Hilfsangebote in Thailand
Bei Fragen zu Visum, Overstay oder allgemeiner Unterstützung sind diese Stellen zuständig.
Tourist Police Hotline – rund um die Uhr, mehrsprachig
📞 1155
Tourism Authority of Thailand (TAT)
📞 1672 – täglich 08:00–20:00 Uhr
🌐 www.tourismthailand.org
Tourismusministerium Thailand
📞 +66 2 283 1500
🌐 www.mots.go.th
Auswärtiges Amt – Reise- und Sicherheitshinweise
🌐 www.auswaertiges-amt.de
Wie lange dauert die Situation noch
Etihad hat ab dem 6. März einen eingeschränkten Betrieb wieder aufgenommen und fliegt über 70 Ziele ab Abu Dhabi – Bangkok steht dabei jedoch nicht auf dem Flugplan. Emirates fliegt mit reduziertem Angebot rund 82 Ziele an, ebenfalls ohne Thailand-Verbindungen. Qatar Airways bleibt wegen der weiterhin vollständigen Sperrung des katarischen Luftraums komplett am Boden. Wann reguläre Verbindungen nach Thailand wieder aufgenommen werden, ist offen.
Die Sonderregelungen der Einwanderungsbehörde für Overstay und Visum bleiben so lange in Kraft, bis sich die Lage im Nahen Osten stabilisiert hat. Es gibt keinen festen Enddatum. Die verlässlichste Quelle für aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise ist das Auswärtige Amt unter www.auswaertiges-amt.de – dort werden Warnungen und Einschränkungen täglich aktualisiert.
Sitzen Sie selbst in Thailand fest oder haben Sie Fragen zu Ihrer Buchung? Schreiben Sie uns in den Kommentaren – wir aktualisieren diesen Ratgeber laufend.



Wichtiger Hinweis für unsere Leser
Wir freuen uns auf Ihren Beitrag! Bitte beachten Sie für ein freundliches Miteinander unsere Regeln: