BANGKOK, THAILAND – Thailands Senat will die Verpflegung an Sitzungstagen künftig vom Sekretariat organisieren lassen, die Kosten aber von den Senatoren selbst tragen lassen, um öffentliche Ausgaben zu senken. Die Entscheidung fällt in eine Phase wirtschaftlicher Belastung und soll ein Signal für Sparsamkeit setzen.
Senat beschließt Selbstzahlung für Mittagessen
Bei einer Sitzung der Senats-Whips unter Vorsitz von Senatspräsident Mongkol Surasajja wurde die Verpflegung während der ersten ordentlichen Parlamentssitzungsperiode 2026 beraten.
Das Ergebnis: Das Sekretariat organisiert das Mittagessen, die 200 Senatoren übernehmen die Kosten jedoch selbst.
Übergangsphase mit Lunchboxen und fester Umlage
Nach Angaben aus Senatskreisen soll das Sekretariat zunächst Lunchboxen bereitstellen, bis die neue Regelung vollständig eingespielt ist.
Jeder Senator soll 10.000 Baht beisteuern, insgesamt also zwei Millionen Baht für die laufende Sitzungsperiode bis zum 11. Juli mit 23 Sitzungstagen.
Staatlicher Ansatz im Budget 2026 deutlich höher
Im Haushaltsgesetz 2026 sind für das Senatssekretariat 14,28 Millionen Baht für Mahlzeiten und Erfrischungen an Sitzungstagen für Senatoren und Personal über das gesamte Jahr vorgesehen.
Der kalkulierte Durchschnitt liegt bei rund 950 Baht pro Person und Tag und umfasst Snacks und Getränke am Vor- und Nachmittag sowie Mittag- und Abendessen.
Rechnung pro Sitzung: Beitrag der Senatoren halbiert Kosten
Umgerechnet entspricht der einmalige Beitrag der Senatoren etwa 435 Baht pro Sitzungstag und liegt damit bei weniger als der Hälfte des staatlichen Ansatzes.
Senatsbeamte erwarten, dass dadurch die Abhängigkeit von öffentlichen Mitteln spürbar sinkt.
Bereits 15 Sitzungen: Spielraum für Umwidmung von Mitteln
Laut Budgetkalender hat der Senat in diesem Jahr bereits 15 Sitzungen abgehalten.
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Bei den vorgesehenen Verpflegungssätzen wären dafür etwa zwei Millionen Baht angefallen, wodurch rund 12 Millionen Baht für andere Senatsbedarfe umgeschichtet werden könnten – vorbehaltlich der Entscheidung des Senatspräsidenten.
Mongkol: Abgeordnete sollen in „nationaler Krise“ Vorbild sein
Senatspräsident Mongkol betonte, Senatoren müssten mit gutem Beispiel vorangehen und öffentliche Gelder konsequent schonen.
Ausgaben sollten strikt nach Notwendigkeit erfolgen, und Gesetzgeber müssten in einer von ihm als nationale Krise bezeichneten Lage zu Opfern bereit sein.
Auch das Repräsentantenhaus reagiert auf Kritik an Essensausgaben
Parlamentspräsident Sophon Zarum sagte, Kritik an den Mittagessenkosten der Abgeordneten beruhe auf einem Missverständnis.
Das Repräsentantenhaus zahle nicht mehr pauschal für alle 500 Abgeordneten, sondern nur für die tatsächliche Zahl der Essenden, derzeit im Schnitt 250 bis 300 pro Tag.
Übergangssystem im Unterhaus soll binnen einer Woche enden
Sophon ergänzte, Abgeordnete könnten Essen auch selbst kaufen, und nicht genutzte Mittel würden an das Sekretariat des Repräsentantenhauses zurückgegeben.
Das derzeitige Übergangssystem für das Mittagessen werde vollständig innerhalb einer Woche abgeschafft.
Sparpaket: Keine Gratis-Mahlzeiten, weniger Reisen, geringere Verwaltungskosten
Die Senatsentscheidung folgt auf Mongkols Aussagen vom 30. März, als er Unterstützung für ein Ende kostenloser Mahlzeiten im Sinne des Repräsentantenhauses signalisierte.
Dies ist Teil breiterer Sparmaßnahmen, zu denen auch das Aussetzen nicht notwendiger Auslandsreisen und das Kürzen administrativer Ausgaben zählen.
Deine Meinung
Ist es richtig, dass Senatoren und Abgeordnete ihre Verpflegung an Sitzungstagen stärker selbst finanzieren, um den Staatshaushalt zu entlasten?
Oder sollte der Staat solche Kosten weiterhin übernehmen, weil es sich um Arbeitsbedingungen im Parlament handelt – wie siehst du das in Thailand?



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