Handy-Müll außer Kontrolle: Neues Gesetz geplant

📱 Hunderttausende Tonnen alter Geräte verschwinden jedes Jahr still in Schubladen, Hinterhöfen und Grauzonen. Jetzt will Thailand die Spielregeln ändern – und greift ein mächtiges System an. Was bedeutet dieses Gesetz wirklich für Verbraucher und Konzerne?

Handy-Müll außer Kontrolle: Neues Gesetz geplant
The Nation
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BANGKOK – In thailändischen Schubladen schlummert ein vergessener Schatz: Millionen alter Handys. Ein neues Gesetz soll ihn jetzt heben – und die Hersteller zur Kasse bitten.

Die erschreckende Zahl: 400.000 Tonnen Elektroschrott

Das thailändische Pollution Control Department (PCD) schlägt Alarm. 2023 fielen über 400.000 Tonnen Elektroschrott an – ein Berg aus alten Smartphones, Tablets und Kühlschränken.

Das Problem: Es gibt kein funktionierendes Sammelsystem. Der Müll bleibt zu Hause oder landet bei informellen Sammlern.

Diese zerlegen die Geräte oft unter gefährlichen Bedingungen. Giftige Rückstände vergiften Boden und Grundwasser. Die Zeit zum Handeln ist überfällig.

Der Plan: Ein Gesetz mit dem Namen WEEE

Die Rettung soll das „Electrical and Electronic Equipment Waste Management Act (WEEE)“ bringen. Kern ist das „Extended Producer Responsibility“-Prinzip (EPR).

Auf Deutsch: „Erweiterte Herstellerverantwortung“. Das bedeutet: Wer ein Handy verkauft, muss sich auch um seine fachgerechte Entsorgung kümmern.

Hersteller und Importeure müssen Altgeräte zurücknehmen und recyceln. Die Kosten tragen sie. Eine Revolution für Thailands Abfallwirtschaft.

Das schlummernde Gold in unseren Schubladen

Das Gesetz ist nicht nur Müllbeseitigung, es ist Rohstoff-Rettung. In alten Elektrogeräten stecken wahre Schätze.

Aus einer Million recycelter Handys lassen sich gewinnen: über 15 Kilo Gold, 350 Kilo Silber und 15.000 Kilo Kupfer.

Im Vergleich zum umweltschädlichen Bergbau spart das Recycling zudem riesige Mengen an Treibhausgasen. Aus Müll wird Geld und Klimaschutz.

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Vorbilder aus aller Welt zeigen den Weg

Thailand schaut auf erfolgreiche Beispiele. Das australische Programm „MobileMuster“ sammelte 2024 109 Tonnen alter Handys.

Die zurückgewonnenen Materialien hatten einen Wert von umgerechnet 85-90 Millionen Baht (ca. 2,1-2,3 Mio. Euro). Ein Beweis: Umweltschutz kann sich rechnen.

Ein Bericht des World Economic Forum betont die Bedeutung seltener Erden in alten Smartphones. Diese Rohstoffe sind zu wertvoll für die Deponie.

Die großen Herausforderungen auf dem Weg

Die Umsetzung wird schwer. Ein flächendeckendes Rücknahmesystem muss erst aufgebaut werden. Die Verbraucher müssen mitmachen.

Kleine informelle Sammler, die von dem Müll leben, dürfen nicht ins soziale Abseits gedrängt werden. Sie müssen in das System integriert werden.

Die Hersteller werden den Kostendruck an die Kunden weitergeben. Elektronik könnte minimal teurer werden – der Preis für eine saubere Zukunft.

Was bedeutet das für dich?

Das neue Gesetz wird deinen Alltag verändern. Alte Geräte kannst du nicht mehr einfach wegwerfen. Dafür entstehen zentrale Sammelstellen.

Beim Kauf eines neuen Handys fließt vielleicht eine kleine Recycling-Gebühr in den Preis. Dafür wird dein altes Gerät sicher und wertstoffreich verwertet.

Thailand macht einen großen Schritt weg von der Wegwerfgesellschaft. Der Schatz in der Schublade kann endlich geborgen werden.

🗣 Müllhalde – oder Rohstofflager?

Hunderttausende Tonnen alter Handys, Tablets und Geräte liegen in Schubladen, Hinterhöfen und auf illegalen Müllplätzen.
Giftig für die Umwelt. Wertvoll für Konzerne. Gefährlich für die Zukunft.

Sollten Hersteller gezwungen werden, ihren Müll zurückzunehmen?
Ist Elektroschrott Umweltproblem – oder verpasste wirtschaftliche Chance?

Und ganz ehrlich:
Wie viele alte Handys liegen bei dir herum?

Schreib offen:
Strengere Gesetze – oder Eigenverantwortung?

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Quelle: The Nation

Ein Kommentar zu „Handy-Müll außer Kontrolle: Neues Gesetz geplant

  1. In Thailand ist es doch so: Der Eselskarren (normale Müllentsorgung) funktioniert nicht, aber es muss der Mercedes her (Recycling von Elektronik)….
    Das Thema ist wichtig und muss angegangen werden. Nur mit möglichen Umsätzen/Gewinnen zu argumentieren ist absurd. Die 2,1 Mio Euro Materialwert in Australien erfordern wesentlich höhere Investitionen, um diese zu „generieren“. Es darf ja nicht einfach die „Technologie“ informeller Betriebe in großem Maßstab angewendet werden, sonst gibt es eine Umweltkatastrophe.
    Recycling mit umwelttechnisch einwandfreien Verfahren ist sehr teuer, da bin ich mal gespannt, wie das umgesetzt werden soll….oder ob wieder mal nur schöner Anschein produziert wird. Meine Prognose, die meisten hier werden das alles nicht mehr erleben..

Kommentare sind geschlossen.

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