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Hausangestellte nach Giftvorwurf in Haft

Hausangestellte nach Giftvorwurf in Haft
KhaoSod

BANGKOK, THAILAND – Eine 57-jährige Hausangestellte ist in Bangkok nach einem mutmaßlichen Vergiftungsversuch an einem Kleinkind in Untersuchungshaft genommen worden, weil sie die vom Gericht festgesetzte Kaution nicht aufbringen konnte.

Die Frau, in den Medien als Usanee „Ann“ und im Land inzwischen auch als „Aunty Dettol“ bekannt, war am Mittwoch dem Bangkok South Municipal Court vorgeführt worden und wurde anschließend in die Central Women’s Correctional Institution eingeliefert.

Vorwurf: Desinfektionsmittel in Milchflasche

Nach Gerichtsangaben soll die erst am 26. Dezember 2025 eingestellte Hausangestellte gegen 12.25 Uhr in der Wohnung ihrer Arbeitgeberfamilie ein Mehrzweck-Desinfektionsmittel der Marke Dettol in die Milchflasche eines 2 Jahre und 4 Monate alten Jungen gegossen haben. Der Junge trank die Milch, zeigte zunächst aber keine akuten Symptome.

Die Großmutter des Kindes, die im dritten Stock des Hauses lebt, bemerkte einen starken chemischen Geruch, der an Dettol erinnerte, und informierte die Mutter. Der Junge wirkte schlafend, wurde aber vorsorglich in das BNH Hospital gebracht. Dort behandelten ihn Ärzte und wiesen die Familie an, ihn zu Hause weiter zu beobachten. Eine stationäre Aufnahme war nach Klinikangaben nicht erforderlich, langfristige Schäden wurden nicht festgestellt.

CCTV-Aufnahmen als zentrales Beweismittel

Ermittler der Polizeistation Bang Phongphang verweisen besonders auf CCTV-Aufnahmen aus dem Inneren des Hauses. Sie sollen zeigen, wie Usanee das Desinfektionsmittel in die Milchflasche gießt und das Haus anschließend gegen 13.00 Uhr verlässt. Kurz danach erstattete die Mutter Anzeige bei der Polizei und leitete rechtliche Schritte ein.

Die Polizei nahm die Verdächtige am Dienstag in einem Studio des Senders Channel 3 in Bangkok fest. Die Festnahme wurde landesweit im Fernsehen übertragen. Parallel wurden Berichte früherer Arbeitgeber bekannt, die sie kleiner Diebstähle bezichtigten.

Anklagepunkte und Rechtslage

Gegen Usanee wurden mehrere Anklagepunkte erhoben, darunter vorsätzliche Körperverletzung mit möglicher körperlicher oder seelischer Schädigung, Verfälschung von Lebensmitteln oder Konsumgütern mit möglicher Gefährdung sowie weitere Delikte nach den Paragrafen 295, 296 und 236 des Strafgesetzbuchs. Juristen weisen darauf hin, dass in solchen Fällen mehrere Strafnormen parallel greifen können.

Vor Gericht bestritt die Beschuldigte sämtliche Vorwürfe. Sie gab an, sie habe nicht gewusst, dass es sich bei der Flüssigkeit um Dettol handle und sie für Milch gehalten. Ermittler verweisen dagegen auf Videoaufnahmen, die zeigten, dass sie Dettol zuvor im Haus als Reinigungs- und Desinfektionsmittel eingesetzt habe.

Rekrutierung über soziale Medien

Der Fall zeigt auf die Anstellung von Haushaltshilfen über soziale Netzwerke. Laut Gerichtsunterlagen hatte die Mutter des Kindes am 25. Dezember 2025 über Facebook eine Tageskraft gesucht. Usanee bewarb sich unter dem Namen „Sodsai Ann“ und gab ihr Alter mit 57 Jahren an.

Die Details – Tageslohn von 500 Baht, Arbeitszeit von 7.00 bis 18.00 Uhr sowie Erstattung der Motorradtaxi-Kosten – wurden über den Messenger-Dienst Line vereinbart und später in den Unterlagen dokumentiert. Tatsächlich arbeitete sie nur einen Tag, den 26. Dezember, und erhielt dafür 500 Baht.

Untersuchungshaft statt Kaution

Das Gericht setzte die Kaution auf 30.000 Baht fest. Da die Beschuldigte den Betrag nicht aufbringen konnte, ordnete das Gericht ihre Inhaftierung an. Sie wurde in die Central Women’s Correctional Institution überstellt, wo sie bis auf Weiteres verbleibt.

Auf Antrag der Ermittler der Polizeistation Bang Phongphang genehmigte das Bangkok South District Court eine erste Verschiebung der Anklageerhebung um sechs Tage – vom 31. Dezember 2025 auf den 5. Januar 2026. Die Staatsanwaltschaft soll in dieser Zeit die Anklageschrift weiter ausarbeiten.

Laufende Ermittlungen und nächste Gerichtssitzung

Polizei und Staatsanwaltschaft führen die Ermittlungen weiter. Sie sichern derzeit:

CCTV-Material aus dem Haus

Zeugenaussagen von Familienmitgliedern und früheren Arbeitgebern

Krankenhausunterlagen des BNH Hospital

Die Behörden bestätigen, dass der Junge nach wie vor zu Hause unter Beobachtung steht, medizinische Stellen derzeit aber keine anhaltenden Gesundheitsprobleme berichten.

Die nächste Gerichtsanhörung ist für den 5. Januar 2026 angesetzt. Bis dahin bleibt Usanee in Haft. Der Fall steht unter enger gerichtlicher und polizeilicher Aufsicht und findet landesweit Beachtung, weil hier ein gewöhnliches Haushaltsdesinfektionsmittel in Verbindung mit der Nahrung eines Kleinkinds stehen soll.

Ein Haushalt, ein Baby, ein einziger Arbeitstag – und ein Vorwurf, der das ganze Land schockiert.
Wie gut kann man Menschen prüfen, denen man Kinder anvertraut?

Reicht Videoevidence allein für die volle Härte des Gesetzes –
oder muss ein Gericht besonders vorsichtig sein, wenn Vorverurteilung bereits live im Fernsehen stattfand?

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Quelle: Thai Examiner

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