PATTAYA, THAILAND – Eine 35-jährige chinesische Immobilienmaklerin ist in der Nacht zum Montag in Pattaya von einem angeblichen Hauskäufer überfallen und ausgeraubt worden. Die Polizei hat mittlerweile einen Haftbefehl gegen einen 30-jährigen chinesischen Touristen erlassen, der sich als Immobilieninteressent ausgegeben hatte.
Haftbefehl nach nächtlichem Überfall
Das Provinzgericht Pattaya erließ am 12. Januar 2026 den Haftbefehl Nr. 15/2569 gegen den Verdächtigen Gong Gaopeng. Ihm werden Raub unter Anwendung von Gewalt oder Drohung, Waffenbenutzung bei Nacht sowie rechtswidrige Freiheitsberaubung zur Last gelegt. Der mutmaßliche Überfall ereignete sich in der Nacht des 11. Januar 2026 auf der Phatthanakan 4 Road im Unterbezirk Nongprue.
Vorgebliches Immobilieninteresse als Köder
Die Frau, Miss Yang Wang, arbeitet nach Polizeiangaben seit 2024 mit gültiger Arbeitsgenehmigung legal als Immobilienverkäuferin in Pattaya. Nach Angaben der Ermittler reiste Gong am 23. Dezember 2025 mit einem 60-Tage-Touristenvisum ein und gab als Aufenthaltsort ein Quartier im Bangkoker Distrikt Sathon, Stadtteil Yannawa, an. Er soll sich als ernsthafter Interessent für ein Haus im Wert von 3 Millionen Baht ausgegeben haben.
Über die App der Immobilienagentur nahm der Mann am 8. Januar 2026 Kontakt zu der 35-jährigen Maklerin auf. Am 10. Januar trafen sich beide zunächst bei einem großen Einkaufszentrum an der Pattaya Second Road, um Wunschobjekte und Lagen zu besprechen. Laut Zeugenaussagen zeigte der Verdächtige während dieses ersten Treffens keinerlei Auffälligkeiten und verhielt sich professionell.
Erste Warnzeichen vor dem Überfall
Eine enge Kollegin des Opfers, die aus Sicherheitsgründen unter dem Pseudonym Miss Dear, 32, auftritt, berichtete, dass ihre Kollegin zunächst arglos gewesen sei. Misstrauen sei erst aufgekommen, als der Mann mehrere Tagesbesichtigungen mit Verweis auf angebliche Touristenaktivitäten ablehnte und auf einen Abendtermin drängte. Diese Verhaltensweise erschien der Maklerin im Nachhinein ungewöhnlich, da seriöse Kaufinteressenten normalerweise Besichtigungen bei Tageslicht bevorzugen.
Tatablauf nach der Hausbesichtigung
Am Tatabend des 11. Januar ließ sich der Mann von Yang Wang zu einem konkreten Objekt in einer Wohnanlage fahren. Nach der Besichtigung, auf dem Weg aus dem Projekt heraus, änderte sich die Situation abrupt. Nach Angaben der Frau zog der Mann eine Schere und bedrohte sie damit. Er befahl ihr, weiterzufahren und zu einem abgelegenen Bereich im hinteren Teil eines Wohnprojekts zu fahren.
Dort zwang er sie, anzuhalten und auf den Rücksitz zu wechseln. Der Täter fixierte die Frau mit Klebeband, sodass sie ihre Bewegungsfreiheit verlor. Der Übergriff habe unmittelbar nach Verlassen des Grundstücks begonnen, noch bevor das Sicherheitstor der Anlage passiert worden sei.
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Raub von Smartphone und WeChat-Guthaben
Der Täter nahm ihr Huawei-Smartphone im Wert von rund 20.000 Baht ab. Anschließend zwang er sie, das Passwort für ihre WeChat-Zahlungsfunktion preiszugeben. Über die App übertrug er dann 6.996 chinesische Yuan, umgerechnet etwa 31.482 Baht, von ihrem Konto. Nach bisherigen Erkenntnissen soll der Verdächtige das Opfer zur Herausgabe von Geld und Mobiltelefon genötigt haben. Der Gesamtwert der Beute lag damit nach Polizeiangaben bei über 50.000 Baht.
Fluchtversuch und Verkehrsunfall
Nach dem Raub versuchte der Mann, mit dem Auto der Frau zu fliehen. In diesem Moment sprach ein vorbeikommender Anwohner das Fahrzeug an und wies darauf hin, dass dort Parkverbot herrsche. Der Fremde erschrak offenbar und fuhr hastig los. Im Inneren des Wagens versuchte die weiter gefesselte Frau, den Täter zu stören und ihn am Wegfahren zu hindern. Dabei geriet das Auto außer Kontrolle und kollidierte mit einer Betonmauer.
In dem Durcheinander gelang es der Frau, sich aus dem stark beschädigten Auto zu befreien. Sie floh und rief in der Nähe um Hilfe. Der Täter erkannte, dass das Fahrzeug nicht mehr fahrbereit war, sprang aus dem Wagen und rannte zu Fuß in die Dunkelheit davon.
Polizei ermittelt mit mehreren Einheiten
Gegen 00.06 Uhr am 12. Januar 2026 erschien die Frau auf der Polizeiwache Nongprue, um Anzeige zu erstatten. Die Aussage wurde laut Ermittlern über einen Dolmetscher aufgenommen und von Pol Lt Thanakrit Burapha Jaihan, stellvertretender Ermittlungsinspektor, protokolliert. Die Polizei erhielt von der Frau detaillierte Angaben zu Aussehen, Namen und Abholort des Mannes, wie er sie zuvor für die Immobilienanfrage angegeben hatte.
Polizeioberst Natthaphon Phongsuk Sakun, Leiter der Wache Nong Prue, koordinierte am Mittag des 12. Januar eine Lagebesprechung mit Ermittlern der Provinzpolizei Chonburi und der Einwanderungspolizei Chonburi. Dabei wurden unter anderem CCTV-Aufnahmen ausgewertet, um die Fluchtroute des Verdächtigen zu rekonstruieren. Die Beamten leiteten ein Verfahren wegen Raubüberfalls unter Einsatz einer gefährlichen Waffe ein.
Intensive Fahndung läuft
Die Fahnder haben das Foto des Beschuldigten öffentlich gemacht und die Suche intensiviert. Nach Angaben der Ermittler wurde ein 30-jähriger chinesischer Tatverdächtiger identifiziert. Die Behörden warnen vor dem flüchtigen Mann und bitten dringend um Hinweise aus der Bevölkerung. Wir haben die Person identifiziert und verfolgen ihre Spur. Eine Festnahme wird in Kürze erwartet, erklärten die Ermittler nach ersten Auswertungen.
Opfer schwer traumatisiert
Miss Dear berichtete, Yang sei weiterhin schwer traumatisiert und leide unter dauerhafter Angst. Sie ist noch immer im Schockzustand, sagte sie. Das Opfer fordert eine schnelle Festnahme des Verdächtigen. Die psychische Belastung nach dem Überfall sei erheblich, und die Frau benötige professionelle Unterstützung zur Verarbeitung des Erlebten.
Aufruf an mögliche Zeugen
Die Polizei in Nongprue setzt auf Hinweise aus der Bevölkerung, um den flüchtigen Verdächtigen zu fassen. Personen, die den Aufenthaltsort von Gong Gaopeng kennen, sollen sich umgehend an die Polizeistation Nong Prue wenden. Zeugen des Vorfalls oder Personen mit relevanten Informationen sollen sich nach Behördenangaben direkt an die Polizeistation Nongprue wenden. Die Polizei betont, dass mehrere Einheiten eng zusammenarbeiten, um den mutmaßlichen Täter zu finden und vor Gericht zu bringen.
Zu den wesentlichen Aspekten des Falls gehören erstens der bewaffnete Raubüberfall mit einer Schere im Fahrzeugraum, zweitens die Nutzung von WeChat-Payment zur raschen Geldübertragung, drittens die Flucht des Verdächtigen zu Fuß nach einem Verkehrsunfall und viertens die gezielte Fahndung nach einem 30-jährigen chinesischen Mann durch mehrere Polizeieinheiten.
Wenn Arbeit plötzlich zur Gefahr wird
Ein Termin. Ein angeblicher Kunde. Ein normales Geschäft. Und dann eine Bedrohungssituation, die alles verändert. Wie sicher sind Selbstständige, Maklerinnen, Fahrerinnen, wenn Geschäft und Privatleben im selben Auto stattfinden? Sollten Besichtigungen nur noch mit Begleitpersonen stattfinden? Oder braucht es neue Sicherheitsregeln für alle, die mit Fremden arbeiten?
Die Frage stellt sich: Wie schützt man sich vor Tätern, die Vertrauen als Waffe benutzen? Experten für Arbeitssicherheit empfehlen, bei Terminen mit unbekannten Personen grundsätzlich Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Dazu gehören etwa die Information von Kollegen über Termine und Standorte, das Mitführen von Notfallkontakten und im Zweifelsfall die Absage verdächtiger Termine. Besonders bei Abendterminen oder ungewöhnlichen Terminwünschen sollte erhöhte Vorsicht gelten.



