Horror-Scam-Stadt an der Grenze: Thai Armee findet Folterzellen

500 Rai Betrugsfabrik an Thailands Grenze: Tausende Opfer, Tausende Arbeiter – und unter Zone E ein Geheimnis, das Ermittler schockiert.

Horror-Scam-Stadt an der Grenze: Thai Armee findet Folterzellen
ThaiEnquirer

O Smach, Kambodscha – Thailändische Behörden und internationale Journalisten haben das Ausmaß eines grenznahen Betrugskomplexes offengelegt, der tausende Opfer weltweit ins Visier nahm und bis zu zehntausende Arbeitskräfte unter strengen Bedingungen beherbergte. Nach Schäden durch einen Grenzzwischenfall im Dezember 2025 hat Thailand das Gelände inzwischen vollständig gesichert.

Ein Betrugs-Komplex in Grenznähe

Der Komplex liegt in der kambodschanischen Grenzstadt O Smach und erstreckt sich über rund 500 Rai mit mehr als 250 Gebäuden in mehreren Zonen. Als Zentrum der internationalen Scam-Operationen gilt eine „Zone E“.

Behörden schätzen, dass dort insgesamt bis zu 10.000 Menschen gearbeitet haben, überwiegend chinesische Staatsangehörige, daneben kleinere Gruppen aus anderen Ländern. Allein in Zone E sollen sich 2.000 bis 3.000 Beschäftigte auf zehn Gebäude verteilt haben.

So funktionierten die internationalen Scam-Teams

Ermittler fanden in den Büros Schreibtische, Computer, elektronische Geräte sowie Unterlagen mit vorformulierten Betrugsskripten. Die Arbeit lief demnach häufig nachts zwischen 21:00 und 03:00 Uhr, um die Zeitzonen der Opfer im Ausland zu treffen.

Als Zielländer wurden unter anderem die USA, Europa, Indien, Vietnam und China genannt. In den Räumen standen zudem rote Zeremonientrommeln mit Drachenmotiven, die offenbar „Erfolge“ markierten, begleitet von Motivationssprüchen zur Leistungssteigerung.

Unterirdische Zellen und Hinweise auf Bestrafung

Unter einem Büro in Zone E entdeckten Ermittler einen unterirdischen Haftbereich mit zwölf kleinen Zellen, kaum Licht, ohne Belüftung und mit 24-Stunden-Videoüberwachung. In jeder Zelle lag eine Plastikflasche für Urin, was auf extrem harte Bedingungen hindeutet.

Als Beweismittel wurden unter anderem Handschellen, Stöcke und weitere Gegenstände dokumentiert, die auf körperliche Disziplinierung bei Nichterreichen von Vorgaben schließen lassen. Thailändische Behörden erklärten, ein strenges Managementsystem sei innerhalb des Komplexes üblich gewesen.

„Stadt in der Stadt“: Krankenhaus, Casinos und Unterhaltung

Der Komplex war laut Behörden wie eine abgeschottete Kleinstadt organisiert, inklusive des „Zhong NAN Hospital“ mit chinesischen Ärzten, Pflegekräften und Apothekern. Dort gab es Behandlungsräume, Zahnmedizin, Röntgen- und OP-Einrichtungen, die offenbar vor allem für chinesisches Personal vorgesehen waren.

Zusätzlich wurden Entertainment-Bereiche wie Casinos, Karaoke, Hotels und mindestens zwei Massage-Etablissements dokumentiert. Ermittler berichteten von aufgefundenen Kondomen, Sexspielzeug und Zubehör sowie weiteren Gegenständen in diesen Bereichen.

Materialien für Täuschung: Skripte, Handbücher und Fake-Behörden

Auf dem Gelände stellten Ermittler umfangreiche Arbeitsmaterialien sicher, darunter SIM-Karten, Kontaktlisten und Betrugsskripte in mehreren Sprachen wie Chinesisch, Vietnamesisch, Japanisch, Myanmar und Englisch. Dazu kamen Trainingsunterlagen und Anleitungen, wie Opfer gezielt manipuliert werden.

Besonders brisant: Es wurden nachgebaute „Polizei-“ und „Ermittlungs“-Kulissen gefunden, die Länder wie Australien, Brasilien, Indien, Indonesien und europäische Staaten darstellen sollten. Genannt wurden Methoden wie falsche Militär-Identitäten, Romance-Scams, fingierte Geschäftsangebote und Online-Verkaufsbetrug.

Grenzkonflikt im Dezember 2025 und die Folgen

Während des Grenzzwischenfalls im Dezember 2025 meldeten thailändische Streitkräfte, dass kambodschanische Drohnen vom Gelände aus gestartet seien und Scharfschützen den Standort genutzt hätten. Thailändische Luftangriffe verursachten laut Berichten erhebliche Schäden an Gebäuden, darunter zerstörte Fenster sowie große Löcher in Wänden und Dächern.

In der Folge sollen Arbeiter in Bussen und Vans geflohen sein und Mahlzeiten sowie persönliche Gegenstände zurückgelassen haben. Heute ist das Gelände nach Angaben der Behörden von thailändischem Militär besetzt und mit bewaffnetem Personal, Stacheldraht und Überwachung gesichert.

Thailändische Einschätzung: Globale Cybercrime-Bedrohung

Air Chief Marshal Prapas Sonjaidee, Direktor des Joint Information Center zur Thailand–Kambodscha-Lage (JIC), führte Medien aus Thailand und dem Ausland bei einer dritten Inspektion über das Gelände. Gezeigt wurden unter anderem Zellen, Büros, Krankenhausbereiche und Entertainment-Komplexe.

Er betonte, es handle sich um eine Cybercrime-Bedrohung auf globalem Niveau, die kein Land allein bekämpfen könne, weshalb internationale Zusammenarbeit nötig sei. Thailändische Stellen erklärten zudem, das Gelände habe vor allem internationale Opfer ins Visier genommen; Finanzoperationen mit Thailand-Bezug seien demnach eher an anderen Orten, insbesondere in Poipet, abgewickelt worden.

Ursprung als Casino und Umnutzung nach COVID-19

Nach Darstellung thailändischer Behörden war der Standort ursprünglich ein Casino, das nach dem Rückgang des regulären Geschäfts infolge der COVID-19-Pandemie umfunktioniert wurde. Danach seien die Scam-Aktivitäten stark professionalisiert und in Zonen organisiert worden.

Die Abläufe seien hochgradig strukturiert gewesen, inklusive Ausbildern, die Beschäftigte darin trainierten, Menschen weltweit zu täuschen. Die Funde von Skripten, Handbüchern und Kulissen stützen diese Einschätzung.

Internationale Zusammenarbeit – und Scam-Netzwerke bleiben aktiv

Thailand koordiniert nach eigenen Angaben mit Organisationen wie Amnesty International und dokumentiert Beweise zur internationalen Weitergabe. Gleichzeitig warnen Behörden, dass Scam-Operationen trotz der Sicherung dieses Komplexes andernorts in Kambodscha weiterlaufen.

Berichte von Polizei und Militär beschreiben eine Arbeitsteilung: In Kambodscha befänden sich technologiegetriebene Scam- und Callcenter-Strukturen, während in Thailand vor allem Mule-Konten, Bargeldabhebungen, Geldwechsel und Goldtransaktionen eine Rolle spielten. Beide Seiten stünden weiterhin über formelle Kanäle im Austausch und betonten die Einhaltung internationalen Rechts.

Deine Meinung

Wie sollte Thailand deiner Ansicht nach gegen solche grenzüberschreitenden Scam-Netzwerke vorgehen, wenn die Strukturen offenbar schnell an andere Orte ausweichen? Reichen militärische Sicherung und Razzien aus, oder braucht es vor allem Finanzermittlungen und internationale Strafverfolgung?

Und welche Verantwortung tragen Plattformen, Banken und Telekom-Anbieter, wenn Betrugsskripte, SIM-Karten und Zahlungswege so systematisch genutzt werden? Schreib uns deine Einschätzung in die Kommentare.

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Quelle: Thaienquirer

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