In Internet-Foren für Expats (Menschen, die langfristig in Thailand leben) wird gerade ein Fall besprochen, der zeigt, wie kompliziert der Papierkram im Land sein kann. Ein Mann mit einem „Non-Immigrant O“ Visum muss bald seinen Aufenthalt um ein Jahr verlängern und überlegt nun, wie er das am besten macht.
Eigentlich wollte er die Verlängerung beantragen, weil er mit einer Thailänderin verheiratet ist. Aber weil Dokumente fehlen und er dringend zu einem Arzt im Ausland muss, sucht er nach anderen Wegen, die das thailändische Gesetz erlaubt.
Kor Ror 2: Der aktuelle Eheregisterauszug als Voraussetzung
Wer sein Visum über die Ehe verlängern will, braucht ein ganz bestimmtes Papier vom Amt: den Eheregisterauszug (Kor Ror 2). Dieses Papier beweist, dass man zum Zeitpunkt des Antrags immer noch verheiratet ist. Ohne diesen Nachweis nehmen die Beamten der Einwanderungsbehörde (Immigration) den Antrag meistens gar nicht an.
Oft dauert es bei den thailändischen Bezirksämtern (Amphoe) aber sehr lange, bis man dieses Dokument bekommt. Wer sich nicht frühzeitig darum kümmert, bekommt Stress mit der Zeit. Wenn das Visum abläuft, bevor die Papiere da sind, hat man ein Problem. Eine gute Zeitplanung ist deshalb sehr wichtig.
Prüfungsphase von 30 bis 45 Tagen bei Ehe-Verlängerungen
Wenn man den Antrag wegen der Ehe abgibt, bekommt man die Erlaubnis meistens nicht sofort. Man erhält zuerst nur einen Stempel mit dem Text „Under Consideration“. Das bedeutet, dass der Antrag noch geprüft wird. Das dauert oft 30 bis 45 Tage.
In dieser Zeit darf man zwar im Land bleiben, kann aber nicht so einfach verreisen. Der Reisepass bleibt zwar bei einem selbst, aber man muss ihn nach ein paar Wochen wieder vorzeigen. Viele Beamte raten davon ab, in dieser Zeit das Land zu verlassen. Das kann selbst mit einer Wiedereinreise-Erlaubnis zu Problemen führen.
Medizinischer Termin im Ausland während der Prüfungsphase
In dem besprochenen Fall muss der Mann genau in dieser Wartezeit zu einem wichtigen Arzttermin ins Ausland. Das ist schwierig. Wenn man während der Prüfungsphase ausreist, kann es passieren, dass die Behörde den ganzen Antrag einfach löscht.
Selbst wenn man eine Erlaubnis zur Wiedereinreise (Re-Entry Permit) hat, ist das Risiko groß. Der Zeitdruck durch den Arzttermin und das fehlende Papier vom Amt zeigen deutlich, wie sehr die strengen Regeln die persönliche Planung stören können.
Wechsel der Verlängerungsgrundlage als mögliche Lösung
Der Mann überlegt nun, den Grund für seine Verlängerung zu ändern. Statt der Ehe will er den Ruhestand (Retirement) als Grund angeben. In Thailand ist das Visum (das man für die Einreise nutzt) und die Verlängerung (damit man bleiben darf) nämlich nicht dasselbe.
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Das „Non-Immigrant O“ Visum ist wie ein Generalschlüssel. Das „O“ steht für „Others“ (Andere Gründe). Es erlaubt sowohl die Verlängerung wegen der Familie als auch wegen des Ruhestands, solange man die Regeln für den jeweiligen Grund erfüllt.
Höhere finanzielle Anforderungen bei Ruhestandsverlängerung
Wer die Verlängerung für den Ruhestand wählt, braucht allerdings deutlich mehr Geld. Bei der Ehe-Option muss man nur 400.000 Baht auf einem thailändischen Bankkonto vorweisen. Beim Ruhestand sind es dagegen 800.000 Baht.
Man kann auch beweisen, dass man jeden Monat mindestens 65.000 Baht Rente bekommt. Oder man nutzt eine Mischung aus beidem, um auf die 800.000 Baht zu kommen. Die Nachweise dafür müssen genau so sein, wie die Behörde es vorschreibt.
Einlagefrist von 60 Tagen bei der ersten Ruhestandsverlängerung
Ganz wichtig: Bei der allerersten Verlängerung wegen Ruhestand muss das Geld schon seit mindestens 60 Tagen lückenlos auf dem thailändischen Konto liegen. Das wird ganz genau kontrolliert.
Wenn der Stempel im Pass ist, muss das Geld sogar noch drei Monate länger auf dem Konto bleiben. Wer später im nächsten Jahr erneut verlängert, muss das Geld sogar schon drei Monate vorher auf dem Konto haben. Ohne dieses Ersparte kann man diesen Weg nicht spontan wählen.
Flexibilität durch Kenntnis der Regelungen
Dieser Fall zeigt, dass es in Thailand oft mehrere Wege gibt, wenn man die Regeln kennt. Wer Alternativen weiß und genug Geld gespart hat, bleibt auch in schwierigen Situationen handlungsfähig.
Das System erlaubt es grundsätzlich, den Grund für die Verlängerung zu wechseln. Man muss aber wissen, dass die Anforderungen sehr unterschiedlich sind – vor allem, was das Geld auf der Bank und die Wartezeiten betrifft.
Potenziell kürzere Bearbeitungszeit bei Ruhestandsverlängerung
Ein großer Pluspunkt beim Ruhestand ist, dass es oft schneller geht. Wenn das Geld auf der Bank stimmt und alle Papiere da sind, bekommt man den Stempel manchmal sofort oder viel schneller als bei der Ehe-Option.
Es gibt beim Ruhestand meistens keine lange Prüfphase von 45 Tagen. Das gibt einem mehr Freiheit, wenn man zum Beispiel schnell verreisen muss, um einen Arzttermin im Ausland wahrzunehmen. Wie lange es genau dauert, ist aber von Büro zu Büro verschieden.
Wechsel des Verlängerungsgrundes ist rechtlich zulässig
Viele glauben fälschlicherweise, dass sie immer bei dem Grund bleiben müssen, den sie bei der allerersten Einreise angegeben haben. Wenn man also wegen der Familie gekommen ist, denken viele, man müsse immer dabei bleiben. Das stimmt nicht.
Die Beamten sind hier praktisch eingestellt: Solange man ein „Non-Immigrant O“ Visum hat, kann man den Grund für das Bleiben ändern. Der Wechsel von „verheiratet“ zu „Ruheständler“ ist rechtlich erlaubt und wird oft so gemacht.
Unterschiede zwischen Immigration-Büros beachten
Man muss wissen: Jedes Büro der Einwanderungsbehörde hat ein wenig Freiheit dabei, wie es die Regeln auslegt. Was in Bangkok klappt, kann in einem anderen Ort ganz anders sein.
Deshalb sollte man sich nicht blind auf das verlassen, was andere erzählen. Wer aber ordentliche Unterlagen und das nötige Geld auf der Bank vorzeigt, hat meistens keine Probleme. Der Ruhestand macht oft weniger Arbeit als die Ehe, weil dort manchmal sogar Beamte nach Hause kommen, um alles zu prüfen.
Thailändisches Bankkonto in eigenem Namen erforderlich
Ganz wichtig für den Ruhestand ist das eigene Bankkonto. Es muss ein thailändisches Konto sein und es muss allein auf Ihren Namen laufen. Viele Banken machen es einem heute schwer, ein neues Konto zu eröffnen.
Gemeinschaftskonten mit der Ehefrau werden für den Ruhestand meistens nicht akzeptiert. Die vollen 800.000 Baht müssen auf Ihrem eigenen Konto stehen. Das sollte man unbedingt frühzeitig regeln.
Voraussetzung: Vollendetes 50. Lebensjahr
Damit man die Ruhestands-Option nutzen kann, muss man mindestens 50 Jahre alt sein. In Thailand gilt man erst ab diesem Alter offiziell als „Ruheständler“. Wer jünger ist und eine Thailänderin heiratet, muss den Weg über die Ehe-Verlängerung gehen.
Da aber viele Expats über 50 sind, haben sie oft die Wahl. Man entscheidet sich dann zwischen: mehr Geld vorweisen (Ruhestand) oder mehr Papierkram und Wartezeit (Ehe).
Keine Vermischung unterschiedlicher Anforderungen möglich
Man darf die Regeln nicht durcheinanderbringen. Man kann nicht sagen: „Ich nehme das wenige Geld von der Ehe-Option, will aber die schnelle Bearbeitung vom Ruhestand.“ Das geht nicht.
Jeder Weg hat sein eigenes Paket an Regeln. Wenn man sich für den Ruhestand entscheidet, ist es der Behörde egal, ob man verheiratet ist. Die Ehefrau muss dann nicht einmal mit zum Amt kommen und ihre Papiere werden nicht gebraucht. Man wird im System einfach als Rentner geführt.
Re-Entry Permit vor der ersten Ausreise beantragen
Wenn man die Verlängerung für ein Jahr endlich im Pass hat, darf man einen Fehler niemals machen: Einfach ausreisen. Sobald man das Land verlässt, wird die mühsam erkämpfte Verlängerung ungültig – außer man hat ein „Re-Entry Permit“.
Diese Wiedereinreise-Erlaubnis muss man sich vorher bei der Behörde oder am Flughafen holen. Besonders für den Mann, der zum Arzt ins Ausland will, ist dieser Stempel lebenswichtig. Ohne ihn ist das Visum bei der Rückkehr weg.
Finanzielle Rücklagen als Handlungsspielraum
Dieser Fall zeigt, wie wichtig ein finanzielles Polster in Thailand ist. Wer nur gerade so viel Geld hat, wie das Gesetz verlangt, hat in Notfällen kaum Möglichkeiten.
Es ist ratsam, auch als verheirateter Mann immer 800.000 Baht zur Verfügung zu haben. Man muss sie nicht immer auf der Bank festfrieren, aber man sollte sie haben, um im Notfall schnell auf die Ruhestands-Option wechseln zu können, wenn es bei der Ehe-Option Probleme gibt.
Zusammenfassung der beiden Verlängerungswege
Man kann also von der Ehe-Option zum Ruhestand wechseln. Die Bedingungen sind: Man ist mindestens 50 Jahre alt, hat 800.000 Baht seit 60 Tagen auf einem eigenen thailändischen Konto und besitzt ein „Non-Immigrant O“ Visum.
Das spart oft Zeit und Ärger mit Dokumenten vom Bezirksamt. Man zahlt dafür mit der höheren Geldsumme, die man auf der Bank lassen muss. Für viele ist das aber ein fairer Tausch für mehr Sicherheit und weniger Stress.
Digitale Antragsverfahren und praktische Realität
Thailand versucht zwar, vieles über das Internet (E-Visa) zu machen, aber die Verlängerung vor Ort bleibt meistens „Handarbeit“. Man muss persönlich zum Amt, viele Papiere unterschreiben und bekommt echte Stempel in den Pass.
Gute Vorbereitung, ein Puffer auf dem Konto und Wissen über die Regeln sind das A und O. Wer seine Zeit gut plant und die Vorschriften kennt, spart sich viel Ärger bei der jährlichen Verlängerung.
Anmerkung der Redaktion
Dieser Text basiert auf dem Wissen von Anfang 2026. Regeln für Einwanderer können sich in Thailand jederzeit ändern. Jedes Amt kann die Regeln ein bisschen anders auslegen. Wirkliche Sicherheit gibt Ihnen nur das Gespräch direkt mit der thailändischen Einwanderungsbehörde.



Für den Erhalt des Eheregisterauszugs brauche ich im „Normalfall“ 10 Min., habe aber auch schon 30 Min. gebraucht. Sehr lange, was auch immer das bedeutet, habe ich noch nie gewartet.
Das wechseln zwischen Marriage und Retirement ist problemlos und immer wieder möglich, da kann ich zustimmen. Die vollständigen Papiere sind natürlich bei beiden Varianten Voraussetzung.
Zu obigem Fall kann ich feststellen, mit dem Überlegen hätte man schon bei der Wahl des Arzttermins anfangen können.