PHUKET, THAILAND – Die Polizei hat einen schwedischen Staatsbürger festgenommen, der per Interpol-„Red Notice“ gesucht wurde und in Schweden mit Mord, illegalen Waffen und Drogenhandel in Verbindung stehen soll. Der Zugriff ist Teil einer breiteren Offensive gegen ausländische Tatverdächtige, die Thailand als Rückzugsort oder Basis für grenzüberschreitende Kriminalität nutzen.
Festnahme in Phuket nach Interpol-Fahndung
Die Provinzpolizei Phuket nahm am 9. April einen schwedischen Staatsbürger fest, der unter einer Interpol-„Red Notice“ gesucht wurde. Ihm werden in Schweden unter anderem Mord, Verstöße gegen das Waffenrecht und Drogenhandel vorgeworfen.
Die Behörden ordneten den Einsatz einer größeren Kampagne zu, die sich gegen ausländische Kriminelle richtet, darunter Verdächtige, die aus ihren Heimatländern geflohen sein sollen. Thailand werde dabei auch als möglicher Standort für transnationale Straftaten betrachtet.
Zusammenarbeit mit nordischer Verbindungsstelle
Laut Polizei erfolgte die Identifizierung des Verdächtigen in Zusammenarbeit mit dem Nordic Police Liaison Office. Der Mann wurde als „Boran“ bezeichnet.
Er soll mit einer tödlichen Schussabgabe im Stockholmer Stadtteil Årsta in Verbindung stehen. Die Ermittler führten diese Spur bis nach Phuket.
Vorwürfe: Mafia-Strukturen, Waffen und Drogen
Der Festgenommene wurde als führendes Mitglied einer Mafia-Gruppe beschrieben, die mit mehreren Tötungsdelikten, illegalen Schusswaffen und Drogenhandel in Verbindung gebracht wird. Diese Angaben stammen aus den polizeilichen Ermittlungsinformationen.
Die Beamten lokalisierten ihn schließlich in einem Luxus-Condominium in Phuket. Dort erfolgte die Festnahme am Nachmittag.
Einreise, Visum und Overstay
Aus den Unterlagen geht hervor, dass der Mann am 4. Januar über die Provinz Satun nach Thailand einreiste und ein Touristenvisum nutzte. Die ursprüngliche Aufenthaltsgenehmigung galt demnach bis zum 4. März.
Später verlängerte er seinen Aufenthalt bis zum 3. April, überschritt diese Frist jedoch um sechs Tage. Bei der Festnahme lag damit ein Overstay vor.
Weiteres Vorgehen: Strafe in Thailand, dann Abschiebung
Nach Angaben der Behörden muss der Mann zunächst in Thailand mit den üblichen Konsequenzen wegen Overstay rechnen. Erst danach soll er nach Schweden abgeschoben werden.
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
Dort würden dann die weiteren rechtlichen Schritte zu den mutmaßlichen Straftaten erfolgen. Die thailändischen Behörden verwiesen in diesem Zusammenhang auf die internationale Zusammenarbeit.
Serie ähnlicher Fälle: Betrug und Drogen in den letzten Wochen
In den vergangenen Wochen wurden mehrere ähnliche Einsätze gemeldet: In Phuket wurde zuletzt ein chinesischer Betrugsverdächtiger festgenommen, der mehr als 30 Opfer getäuscht haben soll. Er soll Zahlungen für Waren angenommen haben, die nie geliefert wurden, wodurch ein Schaden von rund 4,7 Millionen Baht entstanden sei.
Ebenfalls in derselben Woche wurde in Pathum Thani ein Südkoreaner festgenommen, dem vorgeworfen wird, in einem Kreditbetrug mehr als 355 Millionen Baht von über 9.000 südkoreanischen Opfern erbeutet zu haben. Im März wurde zudem ein weiterer Chinese in Khon Kaen festgesetzt, der in einem Investmentbetrug mehr als 500 Millionen Baht ergaunert haben soll, sowie ein Australier in Bangkok, der wegen 11 drogenbezogener Vorwürfe gesucht wurde.



Wichtiger Hinweis für unsere Leser
Wir freuen uns auf Ihren Beitrag! Bitte beachten Sie für ein freundliches Miteinander unsere Regeln: