Jomtien: Endstation für Online-Meldungen

Jomtien: Endstation für Online-Meldungen
Gemini AI

Viele Deutsche verbringen ihren Lebensabend in Thailand. Das warme Klima, die niedrigen Lebenshaltungskosten und die freundlichen Menschen machen das Land attraktiv. Doch wer dort dauerhaft lebt, muss sich an bestimmte Regeln halten. Eine davon ist die sogenannte 90-Tage-Meldung. Dabei handelt es sich um eine Pflicht, alle drei Monate seinen Aufenthaltsort bei der thailändischen Einwanderungsbehörde anzugeben. Normalerweise lässt sich das bequem online erledigen. Doch wenn man einen neuen Reisepass bekommt, beginnen oft die Probleme. Dieser Artikel erklärt Ihnen verständlich, warum das System dann nicht mehr funktioniert und was Sie tun können.

Der digitale Frust beginnt

Eigentlich sollte alles ganz einfach sein. Man setzt sich an den Computer, gibt seine Daten in das Online-Portal der thailändischen Einwanderungsbehörde ein und erhält wenige Minuten später die Bestätigung. So läuft es normalerweise bei der 90-Tage-Meldung, die für alle Ausländer mit Langzeitvisum verpflichtend ist.

Doch wenn man gerade einen neuen Reisepass von der deutschen Botschaft bekommen hat, funktioniert plötzlich nichts mehr. Das Computersystem erkennt die neuen Passdaten nicht an und verweigert die Bearbeitung. Statt der gewohnten digitalen Bestätigung bleibt nur der mühsame Weg zur Behörde.

Wartezeit in Jomtien

Ein deutscher Rentner erlebte genau diese Situation im Dezember 2025 in Jomtien, einem bekannten Küstenort bei Pattaya. Nach dem erfolglosen Versuch, sich online zu melden, musste er persönlich zur Einwanderungsbehörde fahren.

Dort angekommen, erwartete ihn eine überfüllte Wartehalle, was aber im Dezember ganz normal ist, wenn viele Expats und Touristen im Land sind. Über 30 Minuten musste er warten für etwas, das online in zwei Minuten erledigt gewesen wäre. Solche Situationen erleben derzeit viele Auswanderer nach einem Passwechsel.

Warum die Meldung Pflicht ist

Thailand möchte wissen, wo sich Ausländer mit Langzeitvisum aufhalten. Deshalb muss jeder alle 90 Tage seinen aktuellen Wohnsitz bestätigen. Diese Regelung gilt für alle, die nicht als Touristen im Land sind.

Bei dieser Meldung geht es nicht um einen neuen Visumsantrag. Man informiert die Behörde lediglich darüber, dass man noch an derselben Adresse wohnt. Seit einigen Jahren gibt es dafür ein Online-System, das den Gang zum Amt eigentlich überflüssig machen sollte. Leider funktioniert dieses System nicht immer zuverlässig.

Das System vergisst alles

Das Hauptproblem liegt in der Art, wie die thailändische Einwanderungsbehörde ihre Daten speichert. Das Computersystem verknüpft alle bisherigen Meldungen hauptsächlich mit der Reisepassnummer.

Wenn Sie nun einen neuen Reisepass bekommen, ändert sich auch diese Nummer. Für das Online-System sind Sie dann wie ein völlig neuer Mensch. Es findet keine Ihrer früheren Meldungen und blockiert deshalb den Vorgang. Die Verbindung zwischen Ihrer Person und Ihrer Meldehistorie ist unterbrochen.

Die Datenbank-Lücke erklärt

Technisch gesehen fehlt eine automatische Verbindung zwischen dem alten und dem neuen Pass. Zwar übertragen die Beamten Ihr Visum in den neuen Pass, aber diese Information erreicht nicht immer das Online-System für die 90-Tage-Meldung.

Das liegt daran, dass verschiedene Computersysteme im Einsatz sind, die nicht miteinander kommunizieren. Die Datenbank für die 90-Tage-Meldung läuft oft auf einem separaten Server. Ein automatischer Abgleich zwischen diesen Systemen findet selten statt. Das Ergebnis ist eine Fehlermeldung, mit der Sie nichts anfangen können.

Der Zwang zum persönlichen Erscheinen

Es gibt eine feste Regel für alle Auswanderer: Die erste 90-Tage-Meldung nach einem Passwechsel muss persönlich erfolgen. An dieser Vorschrift führt kein Weg vorbei.

Nur wenn ein Beamter am Schalter Ihre Unterlagen persönlich bearbeitet, kann er die Verbindung zwischen Ihrem alten und neuen Pass im System herstellen. Erst nach diesem manuellen Eingriff funktioniert das Online-System beim nächsten Mal wieder. Der Computer muss quasi neu lernen, wer Sie sind.

Der Trick mit der alten Nummer

In Internetforen berichten einige Auswanderer von einem interessanten Lösungsansatz. Sie haben sich mit ihrer alten Passnummer im Online-System angemeldet.

Das System fand dann ihre bisherige Meldehistorie. Anschließend änderten sie im Formular die Passnummer manuell auf den neuen Pass. Ob dieser Trick auch in Jomtien funktioniert, ist allerdings ungewiss. Es hängt stark davon ab, welcher Beamte später die Unterlagen prüft und ob er diese Vorgehensweise akzeptiert.

Risiko beim eigenständigen Austricksen

Wer versucht, das System auf eigene Faust zu überlisten, geht ein erhebliches Risiko ein. Wenn die manuelle Änderung der Passnummer nicht richtig im System gespeichert wird, zählt die Meldung möglicherweise als nicht erfolgt.

Im schlimmsten Fall denken Sie, alles sei in Ordnung, während das System Sie gar nicht registriert hat. Nach 90 Tagen stehen Sie dann ohne gültigen Nachweis da und müssen die volle Strafe zahlen. Der sichere Weg bleibt deshalb immer der persönliche Besuch bei der Behörde.

Gesundheitsgefahr im Wartezimmer

Ein Aspekt, den viele nicht bedenken, ist das Gesundheitsrisiko in den überfüllten Behörden. In Jomtien sitzen oft mehrere hundert Menschen gleichzeitig in der Wartehalle.

Gerade für ältere Menschen, die vielleicht gesundheitlich nicht mehr so robust sind, kann das problematisch werden. In der Erkältungssaison oder während Grippewellen ist das Ansteckungsrisiko erheblich. Viele ärgern sich doppelt: erst über die nicht funktionierende Technik und dann über die eingefangene Erkältung.

Jomtien: Ein besonderes Pflaster

Das Einwanderungsbüro in Jomtien hat einen besonderen Ruf. Es ist chronisch überlastet, weil in der Region sehr viele Ausländer leben und auch zahlreiche Touristen ihre Visa verlängern.

Die Beamten stehen unter ständigem Zeitdruck und haben wenig Geduld für lange Erklärungen. Wer dort diskutieren möchte, zieht meist den Kürzeren. Die Mitarbeiter sind darauf trainiert, möglichst viele Fälle pro Tag abzuarbeiten. Für individuelle IT-Probleme bleibt da wenig Verständnis.

Die Launen der Beamten

Ein Faktor, der in keinem Regelwerk steht, ist die Tagesform der Beamten. Der eine Mitarbeiter zeigt sich vielleicht kulant und hilft bei der Datenkorrektur, während der nächste Sie streng nach Vorschrift abweist.

Diese Unberechenbarkeit erfordert viel Geduld und Gelassenheit. Diskussionen führen meist nur dazu, dass sich alles noch mehr verzögert. Am besten stellt man sich auf eine strikte Auslegung der Regeln ein und bleibt dabei freundlich und höflich, auch wenn es schwerfällt.

Dokumente, die nicht fehlen dürfen

Wenn Sie persönlich zur Behörde gehen, müssen Sie perfekt vorbereitet sein. Es reicht nicht aus, nur den neuen Reisepass dabei zu haben.

Sie benötigen den Originalpass, eine Kopie der Seite mit Ihrem Foto, eine Kopie Ihres aktuellen Visums und eine Kopie des letzten Einreisestempels. Fehlt auch nur eine einzige dieser Kopien, werden Sie gnadenlos zum nächsten Kopierladen geschickt. Dabei verlieren Sie dann Ihren Platz in der Warteschlange und müssen von vorne anfangen.

Die Kostenfalle vermeiden

Das Zeitfenster für die 90-Tage-Meldung ist streng geregelt. Sie können sich frühestens 15 Tage vor dem Stichtag melden und spätestens sieben Tage danach.

Wer zu lange auf das Online-System hofft und dann feststellt, dass es nicht funktioniert, läuft Gefahr, diese Frist zu verpassen. Das gilt dann als illegaler Aufenthalt, und Sie müssen eine Strafe von 2.000 Thai Baht zahlen. Dieses Geld können Sie sich sparen, wenn Sie rechtzeitig persönlich zur Behörde gehen.

Wechselkurs schmerzt Rentner

Für deutsche Rentner, die ihre Pension in Euro erhalten, sind Geldstrafen besonders ärgerlich. Bei einem Wechselkurs von etwa 37 Baht für einen Euro entsprechen 2.000 Baht ungefähr 54 Euro.

Für diesen Betrag kann man in Thailand mehrmals gut essen gehen oder andere schöne Dinge erleben. Die finanzielle Motivation, das System richtig zu verstehen und rechtzeitig zu handeln, ist für viele Rentner deshalb sehr hoch. Niemand verschenkt gerne Geld für vermeidbare Strafen.

Hausbuch-Meldung nicht vergessen

Neben der 90-Tage-Meldung gibt es noch eine weitere Pflicht: die sogenannte TM.30-Wohnsitzmeldung. Ihr Vermieter oder Sie selbst müssen jede Übernachtung an einer thailändischen Adresse melden.

Wenn diese Meldung nicht aktuell ist, wird auch Ihre 90-Tage-Meldung verweigert. Manchmal müssen Sie dann zuerst eine Strafe für die versäumte Hausmeldung zahlen, bevor die Beamten Ihren 90-Tage-Report überhaupt bearbeiten. Achten Sie deshalb immer darauf, dass beide Meldungen in Ordnung sind.

Die Ausreise als Alternative

Es gibt tatsächlich einen Weg, die Behörde in Jomtien komplett zu umgehen: eine Ausreise aus Thailand. Wenn Sie das Land verlassen und mit Ihrem neuen Pass wieder einreisen, beginnt die 90-Tage-Frist von vorne.

Die erste Meldung ist dann erst 90 Tage nach Ihrer Wiedereinreise fällig. Für viele Menschen ist ein Kurzurlaub in einem Nachbarland angenehmer als stundenlanges Warten im Amt. Gleichzeitig lernen Sie noch ein anderes Land kennen.

App oder Webseite nutzen?

Die thailändische Einwanderungsbehörde bietet auch eine Smartphone-App für die 90-Tage-Meldung an. Die Erfahrungen vieler Nutzer zeigen allerdings, dass diese App oft noch fehleranfälliger ist als die normale Webseite.

Besonders bei komplexen Vorgängen wie einem Passwechsel bietet die normale Webseite am Computer mehr Stabilität. Wenn Sie die Wahl haben, nutzen Sie lieber einen Desktop-Computer oder Laptop als Ihr Smartphone. Die Erfolgschancen sind dort meist höher.

Der Status „Pending“ nervt

Viele Auswanderer berichten von Online-Anträgen, die wochenlang auf dem Status „in Bearbeitung“ stehen bleiben. Das ist eine gefährliche Situation für den Antragsteller.

Solange der Status nicht auf „genehmigt“ wechselt, gilt die Meldung offiziell als nicht gemacht. Sie müssen also im Zweifelsfall trotzdem persönlich zur Behörde gehen. Verlassen Sie sich niemals blind darauf, dass die Online-Bearbeitung schon irgendwann funktionieren wird. Prüfen Sie regelmäßig den Status.

Der heilige Papierabschnitt

Nach dem erfolgreichen Gang zum Schalter erhalten Sie einen kleinen Zettel. Dieser unscheinbare Papierabschnitt ist Ihr wichtigster Beweis für Ihren legalen Aufenthaltsstatus in Thailand.

Auf diesem Zettel steht auch das Datum, bis wann Sie die nächste 90-Tage-Meldung machen müssen. Bewahren Sie diesen Zettel sorgfältig auf. Wenn Sie ihn verlieren, haben Sie beim nächsten Mal große Schwierigkeiten, gegenüber den Beamten nachzuweisen, wann Ihre letzte Meldung war.

Hoffnung auf Besserung 2026?

Die thailändische Regierung arbeitet kontinuierlich an der Verbesserung ihrer digitalen Systeme. Für die Zukunft sind Updates geplant, die den Abgleich zwischen alten und neuen Reisepässen automatisch durchführen sollen.

Bis diese Verbesserungen tatsächlich funktionieren, braucht es allerdings noch Geduld. Wer in Jomtien oder anderen Orten in Thailand lebt, muss vorerst damit rechnen, dass die Technik manchmal durch persönliche Präsenz ergänzt werden muss. Eine vollständig automatisierte Lösung ist noch Zukunftsmusik.

Einmal leiden reicht

Die gute Nachricht zum Schluss: Der mühsame Gang zur Behörde ist normalerweise nur einmal pro neuem Reisepass nötig. Nachdem ein Beamter Ihre Daten persönlich im System aktualisiert hat, funktioniert es danach meist wieder problemlos online.

Der manuelle Eingriff des Beamten repariert Ihren Datensatz nachhaltig. Das Online-System erkennt Sie dann bei den folgenden Meldungen wieder. Der Schmerz ist also einmalig pro Passlaufzeit, danach haben Sie wieder mehrere Jahre Ruhe und können bequem von zu Hause aus melden.


Anmerkung der Redaktion:

Dieser Artikel basiert auf dem Informationsstand von Januar 2026. Einwanderungsbestimmungen in Thailand können sich ändern.

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3 Kommentare zu „Jomtien: Endstation für Online-Meldungen

  1. Der arme Mann, hat keine 30 Minuten Zeit für die 90 Tage Meldung? Und kann auch noch erkranken in der Wartehalle. Da scheinen in Jomtien ja wirklich unmögliche Zustände zu herrschen.

  2. „Über 30 Minuten musste er warten für etwas, das online in zwei Minuten erledigt gewesen wäre.“
    Eine Zeitspanne, über die sich so mancher Rentner bei bestimmten Behörden oder Arztbesuchen in Deutschland freuen würde ;-)
    Es geht natürlich in Deutschland auch teilweise schneller, aber leider nicht immer und in Berlin kann man für manchen Behördengänge mit Wartezeiten von mehreren Monaten rechnen.

    „Ein automatischer Abgleich zwischen diesen Systemen findet selten statt.“
    Das warum wird leider nicht erklärt. Laufen die Abgleichprozesse nicht regelmäßig oder wird das manuell gemacht und man muss hoffen, dass der Sachbearbeiter seine Arbeit korrekt ausführt?

    „Wenn die manuelle Änderung der Passnummer nicht richtig im System gespeichert wird, zählt die Meldung möglicherweise als nicht erfolgt.“
    Ein Versuch ist es zumindest wert, bevor man sich zur Einwanderungsbehörde begibt und da man für die Meldung 22 Tage Zeit hat (15 davor + 7 danach) kann man auch einfach nach einer frühen Meldung am nächsten Tag prüfen, ob es mit der neuen Passnummer funktioniert.

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