CHIANG RAI, THAILAND – Eine 23-jährige Frau aus dem Norden ist nach eigenen Angaben einem Betrugsnetzwerk in Kambodscha entkommen und in ihre Heimatprovinz zurückgekehrt. Mehr als 30 Thai-Staatsbürger sollen in demselben Komplex festgehalten und zur Teilnahme an Online-Betrügereien gezwungen worden sein.
Rückkehr nach Chiang Rai
Im Hauptquartier der Provinzpolizei Chiang Rai ist die junge Frau nach ihrer Rückkehr offiziell empfangen und ihrer Familie übergeben worden.
Der Kommandeur der Provinzpolizei, Pol Maj Gen Manop Senakul, würdigte dabei die gemeinsame Aktion der Einsatzkräfte, die die Rückführung ermöglicht haben.
Lockangebot über Facebook
Die 23-Jährige, die als Napassara identifiziert wurde, berichtete, sie sei durch ein falsches Stellenangebot in soziale Medien in die Falle von Menschenhändlern geraten.
Sie habe zuvor als Admin-Angestellte in Bangkok gearbeitet und sich nach ihrem Jobverlust über Facebook auf eine angebliche Büro-Stelle in der Provinz Sa Kaeo mit einem Monatsgehalt von 20.000 Baht beworben.
Reise in die Falle
Napassara schilderte, sie habe sich am 12. Februar mit fünf bis sechs weiteren Bewerbern in einem Einkaufszentrum im Bangkoker Bezirk Lat Phrao mit den Anwerbern getroffen.
Statt zu einem Büro seien sie nach Sa Kaeo gebracht worden, wo sie in einem Zuckerrohrfeld gezwungen worden seien, zu Fuß die Grenze nach Kambodscha zu überqueren.
Gewaltmarsch über die Grenze
Wegen einer körperlichen Beeinträchtigung, die ihre Mobilität einschränke, habe sie große Schwierigkeiten gehabt, durch das Feld zu fliehen, bevor sie von Kambodschanern aufgegriffen worden sei.
Sie sei nach Poipet gebracht und in ein Gebäude gebracht worden, das als Basis für ein mutmaßliches Scam-Callcenter diente.
Leben im Scam-Komplex
In dem Gebäude seien nach ihrer Schilderung 30 bis 40 Thais eingesperrt gewesen, deren Ausweise und Mobiltelefone konfisziert worden seien.
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Sie seien gezwungen worden, ihre Gesichter über Banking-Apps zu scannen, um wiederholt Geldtransfers zu ermöglichen, und bei Widerstand oder Fluchtversuchen seien sie bedroht worden.
Verzweifelter Brandversuch
Nach Napassaras Aussage habe eine Gruppe von Inhaftierten versucht, durch das Anzünden eines Teils des Gebäudes Chaossituationen zu schaffen und zu entkommen.
Einigen sei es demnach gelungen, zurück über die Grenze nach Thailand zu rennen, während andere, darunter Napassara, weiter festgehalten worden seien.
Verlegung ins Casino
Am 16. Februar sei sie in das Grand Pailin Casino & Resort in Pailin in der Nähe von Poipet verlegt worden.
Dort habe sie ihr Telefon und ihre Ausweispapiere zurückerhalten und über das Internet des Hotels ihren Vater kontaktieren und Hilfe bei den thailändischen Behörden anfordern können.



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