BANGKOK, THAILAND – Im Jahr 2025 haben Naturkatastrophen, Unfälle und ein Grenzkonflikt das öffentliche Gesundheitswesen stark belastet und hunderte Todesopfer gefordert. Das Gesundheitsministerium reagierte mit neuen Vorgaben zur systematischen Überwachung von Krankheiten nach Katastrophen und verstärkter Koordination der Einsatzkräfte.
Bilanz der Notfälle 2025
Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden 2025 landesweit 671 Notfallereignisse im öffentlichen Gesundheitswesen registriert.
Unter den Vorfällen wurden 200 Verkehrsunfälle erfasst, darunter 108 Unfälle mit Beteiligung von Notfallkrankenwagen verschiedener Behörden.
Schwere Naturereignisse und Grenzkonflikt
Überschwemmungen und Erdrutsche forderten mit 340 Todesfällen und 456 Verletzten die meisten Opfer aller dokumentierten Notfalltypen.
Bewaffnete Auseinandersetzungen entlang der Grenze zwischen Thailand und Kambodscha führten zusätzlich zu 77 Toten und 52 Verletzten.
Erdbeben und regionale Auswirkungen
Ein Erdbeben der Stärke 8,2 in Myanmar, dessen Erschütterungen in 63 Provinzen Thailands zu spüren waren, verursachte 20 Todesfälle und 36 Verletzte.
Die Kombination aus Naturkatastrophen, Grenzkonflikt und Verkehrsunfällen verstärkte den Druck auf das öffentliche Gesundheitssystem und die Akutversorgung in den Provinzen.
Strategie des Gesundheitsministeriums
Der Stellvertretende Ständige Sekretär für öffentliche Gesundheit Dr Weerawut Imsamran erklärte, gute Vorbereitung und kontinuierliche Überwachung hätten schnelle Reaktionen ermöglicht und die Folgen abgemildert, wobei er sich auf statistische Analysen und Frühwarnsysteme berief.
Die Behörden nutzten Wettervorhersagen, flexible Einsatzplanung in Phasen starker PM2,5-Luftverschmutzung und eine enge Abstimmung zwischen zentralen und provinziellen Gesundheitsstellen, um Ressourcen gezielt zu steuern.
Anstieg von Infektionskrankheiten
Nach mehreren Katastrophenereignissen kam es in verschiedenen Regionen zu einem deutlichen Anstieg von Infektionskrankheiten mit besonderem Schwerpunkt in überschwemmten Gebieten.
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Im Norden und Süden wurden Überschwemmungen mit erhöhten Raten von Influenza und akutem Durchfall in Verbindung gebracht, wobei südliche Provinzen einen Anstieg der Fallzahlen von bis zu 100 Prozent meldeten.
Regionale Unterschiede bei Leptospirose
In hochwasserbetroffenen Gebieten des Nordens wurde Leptospirose in 20 Prozent der untersuchten Regionen nachgewiesen.
Im Süden lag dieser Anteil mit 44,44 Prozent deutlich höher, was die besondere Verwundbarkeit dieser Regionen nach Überschwemmungen unterstreicht und den Bedarf an zielgerichteter Prävention verdeutlicht.
Neue Regeln zur Krankheitsüberwachung
Um die gesundheitlichen Risiken nach Katastrophen besser zu kontrollieren, führte das Gesundheitsministerium eine landesweite Pflicht zur Krankheitsüberwachung in den 30 Tagen nach jeder Katastrophe ein.
Die Umsetzung erfolgt in enger Koordination mit dem Department of Disaster Prevention and Mitigation sowie lokalen Verwaltungsorganisationen, die die Erhebung und Meldung der Daten vor Ort sicherstellen sollen.
Einbindung in Wiederaufbau und Übungen
Die Provinzen müssen Überwachungsmaßnahmen in ihre Wiederaufbaupläne integrieren und Zuständigkeiten für die Phase nach der Katastrophe klar festlegen, um Übergänge von Akutversorgung zu langfristiger Betreuung zu strukturieren.
Weitere Schritte umfassen die Angleichung der Kriterien für die Ausrufung von Krankheitsausbrüchen als öffentliche Katastrophen sowie regelmäßige gemeinsame Notfallübungen, um Führungssysteme zu testen, Rollen zu klären, Kommunikation zu stärken und operative Lücken zu schließen.



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