BANGKOK, THAILAND – Die Regierung um Anführer Anutin Charnvirakul hat Spekulationen über eine baldige Anhebung der Mehrwertsteuer deutlich zurückgewiesen und stellt den wirtschaftlichen Aufschwung über zusätzliche Staatseinnahmen. Nach Darstellung von Siripong Angkasakulkiat, stellvertretender Vorsitzender der Bhumjaithai-Partei, gibt es innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre keinerlei Pläne, die Mehrwertsteuer von derzeit 7 Prozent auf 10 Prozent anzuheben.
Regierung betont Vorrang für Konjunkturerholung
Siripong erklärte, die von Anutin Charnvirakul geführte Regierung und ihr wirtschaftspolitisches Team setzten zunächst auf eine Belebung der von Flaute geprägten Wirtschaft, anstatt die Einnahmen des Staates über höhere Steuern auszuweiten.
Im Vordergrund stehe, die steuerliche Belastung nicht zu erhöhen, solange Haushalte und Unternehmen noch unter vielfältigen wirtschaftlichen Druckfaktoren litten.
Steuerdebatte nur bei spürbar besserer Lage
Laut Siripong wurden in Gesprächen zwar langfristige Ideen zur Erhöhung der Staatseinnahmen diskutiert, um das Vertrauen internationaler Ratingagenturen zu stärken, doch handle es sich ausdrücklich um ein Konzept für die ferne Zukunft.
Eine Überprüfung der Steuern komme nach seinen Worten erst dann infrage, wenn „die Menschen das Gefühl haben, dass die Wirtschaft bereits gut ist“ und sich der Aufschwung in einer breiten Geldzirkulation in allen Gesellschaftsschichten niederschlage.
Vertrauensappell nach Senatsvorschlag
Siripong forderte die Bevölkerung auf, dem wirtschaftspolitischen Team der Regierung zu vertrauen, und betonte, es werde kurzfristig keine Maßnahmen geben, die die Steuerlast der Bürger erhöhten, bevor die Wirtschaft wirklich bereit dafür sei.
Hintergrund der Sorgen war ein Vorstoß des Senatsausschusses für Wirtschaftsfragen, Finanzen und Fiskalpolitik, der am 12. Februar 2026 auf einem Fachseminar eine umfassende Reform der nationalen Steuerstruktur angeregt hatte.
Warnung vor „boiling frog syndrome“ und alternder Gesellschaft
Der Ausschuss sprach von einem „boiling frog syndrome“, also schleichenden Schäden durch den demografischen Wandel mit sinkenden Geburtenraten und dem Übergang in eine „supergealterte Gesellschaft“, wodurch das Risiko wachse, wirtschaftlich alt zu werden, bevor ausreichender Wohlstand erreicht sei.
Zur Stabilisierung der öffentlichen Finanzen schlug das Gremium vor, die Mehrwertsteuer schrittweise von 7 auf 10 Prozent zu erhöhen, jährlich um einen Prozentpunkt, was zusätzliche Einnahmen von schätzungsweise 200 bis 300 Milliarden Baht pro Jahr bringen solle.
Vorschläge für Altersvorsorge und neue Einnahmequellen
Die zusätzlichen 3 Prozentpunkte der Mehrwertsteuer sollten nach dem Senatskonzept in individuelle Sparkonten fließen und so ermöglichen, die monatliche Alterszulage auf 3.000 Baht anzuheben.
Zugleich warnte der Ausschuss, die öffentliche Verschuldung könne bis 2028 auf 69,78 Prozent des BIP steigen und damit nahe an die gesetzliche Obergrenze von 70 Prozent rücken, während der Staatshaushalt bereits seit mehr als einem Jahrzehnt Defizite aufweise.
Lotterie, Börsensteuer und Reiseabgabe in der Diskussion
Über die Mehrwertsteuer hinaus brachte der Ausschuss weitere Einnahmeideen ein, darunter eine Thai Receipt Lottery, die Bürger dazu motivieren soll, Kassenbelege für steuerliche Zwecke anzufordern, sowie eine Steuer von 0,11 Prozent auf Aktienverkäufe nach jahrzehntelanger Befreiung.
Untersucht werden sollen zudem eine Steuer auf Goldhandel und die Wiederbelebung einer Ausreiseabgabe für thailändische Staatsangehörige in Höhe von 1.000 Baht pro Person bei Flugreisen, während die Regierung betont, aktuell auf neue Belastungen zu verzichten.



Wichtiger Hinweis für unsere Leser
Wir freuen uns auf Ihren Beitrag! Bitte beachten Sie für ein freundliches Miteinander unsere Regeln: