PATTAYA â Ein 18-jähriger Thai geriet in die Fänge einer chinesischen Verbrecherbande. Sie entfĂźhrten ihn, erpressten Ăźber 400.000 Baht und drohten, seine gesamte Familie zu ermorden. Ein beherzter Fluchtversuch fĂźhrte zur Rettung durch die Polizei.
Die Falle: Eine Job-Anzeige auf Facebook
Alles begann mit einem verlockenden Job-Angebot auf Facebook. Der 18-jährige Anuchit antwortete auf die Anzeige und wurde zu einem Treffen eingeladen.
Da er kein Transportmittel hatte, bot der angebliche Arbeitgeber an, ihn abzuholen. Doch statt zu einem Vorstellungsgespräch, brachten ihn die Männer in ein Condominium an der Pattaya Third Road.
Dort wurde er sofort eingesperrt. Die Bande ßberredete ihn, eine digitale GeldbÜrse zu erÜffnen, und versprach ihm 1.500 Baht (ca. 37 Euro) Belohnung.
Die Erpressung: Handy weg, Konten leer
Sobald die App eingerichtet war, nahmen die Täter ihm sein Handy und seinen Ausweis weg. Sie verhÜrten ihn nach weiteren Bankkonten.
Mit brutalen Drohungen zwangen sie ihn zur Kooperation: âWenn du nicht mitarbeitest, kommst du hier nicht lebend raus.â Nachdem er seine Kontodaten preisgegeben hatte, lieĂen sie ihn zunächst gehen.
Doch als der Jugendliche bemerkte, dass fast 400.000 Baht (ca. 10.000 Euro) illegales Geld auf sein Konto ßberwiesen worden waren, handelte er richtig: Er lieà seine Konten sofort sperren.
Die Eskalation: Todesdrohung gegen die ganze Familie
Diese Gegenwehr rief die Gang erneut auf den Plan. Sie suchten sein Zuhause auf, durchwßhlten es nach Bankbßchern und entfßhrten den 18-Jährigen ein zweites Mal.
Jetzt wurde es lebensgefährlich: Die Täter bedrohten seine gesamte Familie mit dem Tod, sollte er nicht kooperieren. In absoluter Panik brachten sie ihn zurßck in das Condo.
In seiner Verzweiflung gelang dem Teenager die Flucht. Er rannte zu den Hausangestellten des Condominiums und flehte um Hilfe. Diese alarmierten umgehend die Polizei.
Die Razzia: Polizei stĂźrmt das Versteck der Gang
Um 18:20 Uhr am 2. Januar schlugen Polizeichef Oberst Anek Sarathongyu und ein GroĂaufgebot aus Touristenpolizei und EinwanderungsbehĂśrde zu.
Sie befreiten den vÜllig verstÜrten Jugendlichen und nahmen sofort seine Entfßhrer fest: Die 26-jährige Thailänderin Thidachom und ihren 27-jährigen chinesischen Freund Li Liang.
Bei der Durchsuchung des Zimmers im 13. Stock beschlagnahmten die Beamten 0,4 Gramm Ketamin, Drogenutensilien, einen Laptop und mehrere Bankbßcher.
Das Netzwerk: Hinter den Einzeltätern lauert eine Bande
Der festgenommene Chinese lebte bereits mit abgelaufenem Visum in Thailand seit September 2025. Die Ermittler sind Ăźberzeugt, dass er Teil eines grĂśĂeren chinesischen Netzwerks ist.
âDies war eine organisierte Erpressung. Wir verfolgen jetzt die finanziellen Spuren, um die gesamte Bande zu zerschlagenâ, so ein Polizeisprecher.
Die Methode ist typisch: Locken mit gefälschten Jobangeboten, dann Entfßhrung und Erpressung mit Todesdrohungen gegen AngehÜrige.
Die Warnung: Vorsicht vor zu gut klingenden Online-Angeboten
Dieser Fall ist eine schockierende Warnung an alle Jobsuchenden in Thailand. Online-Angebote, die zu gut klingend sind, um wahr zu sein, sind oft kriminelle Fallen.
Treffen mit unbekannten Kontakten sollten immer an Üffentlichen Orten und mit Begleitung stattfinden. Niemals sollte man sich von Fremden abholen lassen.
Die Polizei Pattaya setzt ein Zeichen: Sie wird gegen solche ausländischen Banden mit aller Härte vorgehen, um die Sicherheit in der Touristenmetropole zu wahren.
đŁ Wenn ein Jobangebot zur Todesdrohung wird
Ein Klick auf Facebook, ein Versprechen auf Arbeit â und plĂśtzlich geht es um Leben und Tod.
Der Fall zeigt, wie professionell internationale Banden junge Menschen kĂśdern, isolieren und brechen.
Reicht Polizeiarbeit allein, wenn Rekrutierung und GeldflĂźsse online beginnen?
Oder braucht es endlich härtere Regeln gegen Job-Scams, Mule-Konten und ausländische Netzwerke, die Thailand als Operationsbasis nutzen?



