SA KAEO, THAILAND – Thailändische Einwanderungsbehörden haben ein elfjähriges finnisches Mädchen aus einer mutmaßlichen Gefangensituation in der Provinz Sa Kaeo befreit und ihre Eltern wegen massiver Visa-Überziehung angezeigt.
Hilferuf per E-Mail
Der Einsatz hatte am 22. Januar 2026 gegen 21 Uhr begonnen, als die Einwanderungspolizei in Sa Kaeo eine E-Mail erhielt, die nach Behördenangaben von dem Kind selbst stammte. In der Nachricht schilderte das Mädchen, sie werde in einem Haus im Dorf Khlong Sai im Bezirk Watthana Nakhon festgehalten und misshandelt.
Unter der Leitung von Oberst Rung Thongmon, dem Chef der Provinz-Einwanderungsbehörde, koordinierten die Beamten den Einsatz mit weiteren zuständigen Stellen sowie einem Vertreter der finnischen Botschaft. Ziel war es, den Standort des Mädchens zu verifizieren und ihre unmittelbare Sicherheit zu gewährleisten.
Eltern mit massiver Überziehung des Aufenthalts
Bei der Überprüfung der Situation stellten die Ermittler fest, dass die beiden finnischen Eltern des Kindes ihre erlaubte Aufenthaltsdauer im Land um 723 Tage überschritten hatten. Nach Angaben der Behörden wurden sie deshalb wegen Aufenthalts nach Ablauf der erlaubten Frist angezeigt.
Die Eltern wurden an die Ermittler der Polizeistation Ban Thap Mai übergeben. Dort sollen nun die weiteren strafrechtlichen Schritte vorbereitet werden. Angaben zu möglichen zusätzlichen Vorwürfen lagen zunächst nicht vor.
Kind unter staatlichem Schutz
Das Mädchen wurde noch am Abend aus dem Haus in Khlong Sai herausgeholt und in Schutzgewahrsam genommen. Zuständig ist derzeit das örtliche Büro des Ministeriums für soziale Entwicklung und menschliche Sicherheit in Sa Kaeo.
Nach Behördenangaben wird die Minderjährige zunächst dort betreut, bevor sie an die finnische Botschaft überstellt wird. Dort soll sie weiteren Schutz erhalten und eine ihrem Alter angemessene Betreuung bekommen.
Ein Sprecher der beteiligten Stellen erklärte, das Kind werde nun eng begleitet: „Sie ist in Sicherheit und steht unter professioneller Obhut“, hieß es sinngemäß nach dem Einsatz.
Zusammenarbeit mit ausländischen Vertretungen
Der Fall zeigt die enge Kooperation zwischen der thailändischen Einwanderungspolizei und ausländischen Vertretungen bei Einsätzen zum Schutz von Minderjährigen. Die Behörden betonen dabei die Bedeutung schneller Reaktion auf direkte Hilferufe.
Für ausländische Staatsangehörige verdeutlicht der Vorfall zudem, dass eine massive Überschreitung der Aufenthaltsdauer strafrechtliche Folgen haben kann und eng mit anderen Ermittlungen verknüpft wird.
• Kind in Sicherheit und unter staatlichem Schutz
• Eltern festgenommen wegen 723 Tagen Überziehung
• Weitere rechtliche Schritte durch Polizei Ban Thap Mai
• Übergabe des Kindes an finnische Botschaft geplant
🗣 Wenn ein Kind selbst um Hilfe schreiben muss
Eine E-Mail. Ein Hilferuf. Und ein Einsatz mitten in der Nacht.
Dass ein elfjähriges Mädchen selbst die letzte Hoffnung formulieren musste, wirft mehr Fragen auf, als eine Festnahme beantworten kann.
Wie viele Kinder leben unsichtbar hinter Türen, die niemand kontrolliert? Reichen Einwanderungsgesetze, wenn es um Schutz geht – oder braucht es völlig andere Frühwarnsysteme?
Und warum erfahren solche Fälle fast immer erst dann Aufmerksamkeit, wenn es beinahe zu spät ist?
Was müsste sich ändern, damit Kinder nie selbst um ihre Rettung bitten müssen?


